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Widerstand

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Eigenwillige Köpfe...
waren die Stauffenbergs seit Generationen. Zwar gelangte die unabhängige Reichsritterschaft im 18. Jahrhundert an ihr Ende, doch noch Claus von Stauffenbergs Urgroßvater, Freiherr Ludwig Schenk von Stauffenberg, zeigte durchaus "knorriges" Profil: Gegen den Willen seines Königs, Ludwig II. von Bayern, machte er sich 1870/71 um die deutsche Einheit verdient.

Claus von Stauffenberg ist der dritte Sohn des Grafen Alfred Schenk von Stauffenberg und dessen Frau Caroline, einer geborenen Gräfin Uxkull-Gyllenband. Am 15. November 1907 in Jettingen im bayerischen Schwaben geboren, folgte er den Zwillingsbrüdern Berthold und Alexander nach. Die Kindheit des späteren Obersts Stauffenberg war geprägt vom Krieg und vom Umsturz, seine Jugend von Aufstieg und Scheitern der Weimarer Republik.

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Vom "Neuen Reich" zum Protest
Weniger spannend wäre die Geschichte des Claus Graf Schenk von Stauffenberg, wenn der Hitler-Attentäter von Anfang an ein Gegner des Nationalsozialismus gewesen wäre. Doch es war nicht an dem: Wie viele andere junge Reichswehroffiziere auch, stand der Leutnant von Stauffenberg nach 1933 auf Seiten Hitlers, der die tief greifende Erneuerung Deutschlands versprach.

Das "Neue Reich" des Dichters Stefan George (von diesem rein geistig gemeint), zu dessen Kreis Stauffenberg zeitweise gehört hatte, schien endlich reale Gestalt anzunehmen. Befreiung aus den Fesseln des Versailler Vertrags, Aufbau einer größeren Wehrmacht, Gleichberechtigung für Deutschland in der Welt - in solchen Absichten sahen nicht nur Angehörige des Militärs oder anderer elitärer Zirkel erstrebenswerte Ziele.

Auch Hitlers Angriffskriege gegen Polen und Frankreich deutete Stauffenberg - er nahm als Hauptmann am Frankreich-Feldzug teil - unter diesem Gesichtspunkt. Der Angriff auf die Sowjetunion allerdings, und die dabei geübte Praxis, brachten manches ins Rollen. Insbesondere stürzte den Major, später Oberstleutnant im Generalstab, die kompromisslose Kriegspolitik Hitlers - trotz deutscher personeller und technischer Unterlegenheit bei dramatisch schrumpfenden Reserven - in tiefe Zweifel.

Nach der Rückkehr aus Afrika erst, wo Stauffenberg seine Verwundungen an Hand und Augen erlitt, wurde aus dem nunmehrigen Oberst der Inspirator der militärischen Anti-Hitler-Opposition. Stauffenberg, der konservative Aristokrat, rückte auch unter dem Einfluss des Mitverschwörers Dr. Julius Leber mehr und mehr auf die Position eines "preußischen Sozialismus".