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Todesstreifen

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Die Schaalsee-Landschaft
Quer durch den Schaalsee, der teils in Mecklenburg-Vorpommern, teils in Schleswig-Holstein liegt, verlief einst die innerdeutsche Grenze. Über Jahrzehnte fast unberührt, sind der See und die umgebenden Landschaften naturnah erhalten geblieben. Am Seeufer haben sich Schilfröhrichte und Bruchwälder breit gemacht; im Hinterland wechseln sich Wälder mit Mooren, Grünlandniederungen und Weidelandschaften ab.

In dem Labyrinth aus größeren und kleineren Seen fühlen sich viele Wasservögel wohl, darunter Kraniche und Fischadler. Im Frühjahr und im Herbst lassen sich außerdem tausende Saat- und Graugänse auf dem Zug beobachten. Auch der bedrohte Fischotter ist am Schaalsee zu Hause. Im klaren Wasser jagt er Fische, an den Böschungen baut er seine Unterschlupfe. Weiter weg vom Ufer, auf den Feuchtwiesen sowie im Moor, wachsen seltene Pflanzen wie das Sumpf-Glanzkraut. Diese Orchideenart ist gelbgrün gefärbt und wird nicht größer als zwanzig Zentimeter.

Europaweit gehen die Bestände von Sumpf-Glanzkraut und anderen Moor- und Feuchtrasenpflanzen zurück. Ihre Lebensräume werden entwässert und aufgeforstet oder anderweitig kultiviert. Damit das am Schaalsee nicht passiert, fördert das Bundesumweltministerium das Gebiet seit 1992 als Naturschutzgroßprojekt: Im Rahmen des Projektes werden Hoch- und Niedermoore wiedervernässt, Fließgewässer renaturiert, Äcker in Grünland umgewandelt, Tümpel wiederhergestellt. Große Teile des Kerngebiets sind zudem als Natur- und Vogelschutzgebiete ausgewiesen.