Dieser Schutz ist auch dringend nötig, denn rund fünfzehn Prozent des Grünen Bandes sind durch Landwirtschaft, Gewerbegebiete, Straßen und Bahnstrecken in Mitleidenschaft gezogen oder gar zerstört worden. Jeder Einschnitt aber schmälert den Wert des Biotopverbundes. Die Stärke und Einmaligkeit des Mosaiks aus Lebensräumen besteht nämlich darin, dass die Biotope erstens miteinander verbunden sind und zweitens, über Gehölzstreifen und Gewässerläufe, in angrenzende Naturräume hineinreichen.
Rückgrat für Naturräume
Etwa 150 Naturschutzgebiete grenzen an das Grüne Band oder liegen darin. Der durchschnittlich achtzig Meter schmale Streifen verbindet als ein Korridor alle diese Gebiete. Solche Korridore sind wichtig, denn große zusammenhängende Naturräume für gefährdete Arten fehlen in Deutschland. Das Grüne Band hingegen erlaubt Tieren, zwischen kleinen, verstreut liegenden Lebensräumen zu wandern, und fördert so den genetischen Austausch. Nicht nur um seiner selbst Willen ist das Grüne Band also schützenswert, sondern auch als eine Art Rückgrat für alle Naturräume entlang der ehemaligen Grenze.
"Wichtiges Zeichen"
Im Mai 2006 gaben das Bundesumweltministerium und das Bundesfinanzministerium bekannt: Der Bund werde 125.000 Hektar Liegenschaften an Länder oder Umweltstiftungen übertragen, darunter militärisch genutzte Flächen, Bergbaufolgelandschaften - und die etwa 11.000 Hektar des Grünen Bandes. Der damalige Finanzminister Peer Steinbrück kommentierte: "Mit der unentgeltlichen Übertragung wertvoller Naturflächen setzt der Bund ein wichtiges Zeichen zur Bewahrung des Nationalen Naturerbes. Ganz besonders freue ich mich, dass nun das Grüne Band eine gute Zukunft hat."
Lebensraum und Mahnmal
Lediglich Thüringen hat sich bisher mit dem Bund geeinigt und die Flächen tatsächlich übernommen; die anderen Bundesländer verhandeln noch. Auf lokaler Ebene ist man da schon weiter: In mehr als dreißig Schwerpunktgebieten gibt es Projektgruppen. Deren Ziel ist es, die Biotope zu schützen und zu entwickeln - und einen sanften Tourismus zu ermöglichen. Denn das ehemalige Grenzgebiet soll nicht ausschließlich Tieren und Pflanzen vorbehalten sein. Auf Rad- und Wanderwegen und in Gedenkstätten können auch Menschen das Grüne Band erleben: als einmaligen Naturraum, der verbindet, und als zeitgeschichtliches Mahnmal einer Grenze, die Deutschland und Europa vierzig Jahre lang teilte.
Urte Paul (akt. 02.11.2009)
Rückgrat für Naturräume
Etwa 150 Naturschutzgebiete grenzen an das Grüne Band oder liegen darin. Der durchschnittlich achtzig Meter schmale Streifen verbindet als ein Korridor alle diese Gebiete. Solche Korridore sind wichtig, denn große zusammenhängende Naturräume für gefährdete Arten fehlen in Deutschland. Das Grüne Band hingegen erlaubt Tieren, zwischen kleinen, verstreut liegenden Lebensräumen zu wandern, und fördert so den genetischen Austausch. Nicht nur um seiner selbst Willen ist das Grüne Band also schützenswert, sondern auch als eine Art Rückgrat für alle Naturräume entlang der ehemaligen Grenze.
Die Bekassine ist eine von unzähligen gefährdeten Arten, die im Grünen Band einen Rückzugsraum gefunden haben.
Im Mai 2006 gaben das Bundesumweltministerium und das Bundesfinanzministerium bekannt: Der Bund werde 125.000 Hektar Liegenschaften an Länder oder Umweltstiftungen übertragen, darunter militärisch genutzte Flächen, Bergbaufolgelandschaften - und die etwa 11.000 Hektar des Grünen Bandes. Der damalige Finanzminister Peer Steinbrück kommentierte: "Mit der unentgeltlichen Übertragung wertvoller Naturflächen setzt der Bund ein wichtiges Zeichen zur Bewahrung des Nationalen Naturerbes. Ganz besonders freue ich mich, dass nun das Grüne Band eine gute Zukunft hat."
Lebensraum und Mahnmal
Lediglich Thüringen hat sich bisher mit dem Bund geeinigt und die Flächen tatsächlich übernommen; die anderen Bundesländer verhandeln noch. Auf lokaler Ebene ist man da schon weiter: In mehr als dreißig Schwerpunktgebieten gibt es Projektgruppen. Deren Ziel ist es, die Biotope zu schützen und zu entwickeln - und einen sanften Tourismus zu ermöglichen. Denn das ehemalige Grenzgebiet soll nicht ausschließlich Tieren und Pflanzen vorbehalten sein. Auf Rad- und Wanderwegen und in Gedenkstätten können auch Menschen das Grüne Band erleben: als einmaligen Naturraum, der verbindet, und als zeitgeschichtliches Mahnmal einer Grenze, die Deutschland und Europa vierzig Jahre lang teilte.
Urte Paul (akt. 02.11.2009)
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Das Europäische Grüne Band
Nicht nur zwischen Ostsee und Vogtland, nein, durch ganz Europa - von der Barentssee bis zur Adria und zum Schwarzen Meer - zieht sich entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs ein Gürtel von fast unberührter Natur. Mehr als 8.500 Kilometer lang, streift das Europäische Grüne Band 24 Staaten. Grenzüberschreitend wollen diese Staaten unter Federführung der Weltnaturschutzunion (IUCN) das Grüne Band als Rückgrat eines ökologischen Netzes entwickeln: Der ehemalige Grenzstreifen soll bestehende Nationalparks, Schutzgebiete und andere Naturräume so verbinden, dass ein Austausch zwischen den Populationen möglich ist.
Die Biotope, die sich entlang des Grünen Bandes aneinanderreihen, sind ausgesprochen vielfältig. Das Band läuft durch boreale Wälder und eurasische Taiga, durch die Ostsee, durch abwechslungsreiche Flusslandschaften und Kulturlandschaften und sogar durch Hochgebirge. Naturschutzprogramme und -projekte werden regional geplant und umgesetzt, mit regionalen Partnern und mit Blick auf die regionale Entwicklung. Das ist wichtig, weil dem Naturschutz auf lokaler Ebene häufig andere Interessen gegenüber stehen: An vielen Stellen kreuzen bereits Straßen oder Schienen das Grüne Band; vielerorts werden Wälder abgeholzt und Äcker über das Band gelegt. Die besten Chancen hat das Grüne Band da, wo es auch den Menschen Vorteile bringt, zum Beispiel, indem es einen sanften Tourismus ankurbelt.
Nicht nur zwischen Ostsee und Vogtland, nein, durch ganz Europa - von der Barentssee bis zur Adria und zum Schwarzen Meer - zieht sich entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs ein Gürtel von fast unberührter Natur. Mehr als 8.500 Kilometer lang, streift das Europäische Grüne Band 24 Staaten. Grenzüberschreitend wollen diese Staaten unter Federführung der Weltnaturschutzunion (IUCN) das Grüne Band als Rückgrat eines ökologischen Netzes entwickeln: Der ehemalige Grenzstreifen soll bestehende Nationalparks, Schutzgebiete und andere Naturräume so verbinden, dass ein Austausch zwischen den Populationen möglich ist.
Die Biotope, die sich entlang des Grünen Bandes aneinanderreihen, sind ausgesprochen vielfältig. Das Band läuft durch boreale Wälder und eurasische Taiga, durch die Ostsee, durch abwechslungsreiche Flusslandschaften und Kulturlandschaften und sogar durch Hochgebirge. Naturschutzprogramme und -projekte werden regional geplant und umgesetzt, mit regionalen Partnern und mit Blick auf die regionale Entwicklung. Das ist wichtig, weil dem Naturschutz auf lokaler Ebene häufig andere Interessen gegenüber stehen: An vielen Stellen kreuzen bereits Straßen oder Schienen das Grüne Band; vielerorts werden Wälder abgeholzt und Äcker über das Band gelegt. Die besten Chancen hat das Grüne Band da, wo es auch den Menschen Vorteile bringt, zum Beispiel, indem es einen sanften Tourismus ankurbelt.



