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Todesstreifen
Mauerbau

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Über genau 1.378 Kilometer...
zog sich die innerdeutsche Grenze zwischen DDR und Bundesrepublik. Der Grenzverlauf entsprach bis auf wenige Ausnahmen exakt dem Verlauf der Demarkationslinie zwischen den Besatzungszonen der westlichen Siegermächte des Zweiten Weltkriegs und der Besatzungszone der Sowjetunion. Bis 1949 sicherten vor allem sowjetische Truppen entlang der auf der Konferenz von Jalta 1945 vereinbarten Linie.

Mit der Gründung der DDR 1949 übernahmen zunächst freiwillige ostdeutsche Polizeikräfte einen wesentlichen Teil der Sicherungsaufgaben. Ab 1956 traten die Grenztruppen der DDR an deren Stelle. Zur verstärkten Abriegelung kam es in Etappen 1952, 1954 und 1956. Danach war die alte Interzonengrenze ohne offizielle Erlaubnis so gut wie unpassierbar.

Nur wer Schlupflöcher kannte und Tipps von Einheimischen bekam, hatte eine Chance. Offen blieben allerdings die Übergänge zwischen dem sowjetischen Sektor und den Westsektoren innerhalb Berlins. Diese offenen Übergänge nutzten vor allem von 1952 bis 1961 Hunderttausende zur Flucht.

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Die verstärkte Abriegelung...
der Grenze war von drastischen Aktionen begleitet: So deklarierte man bereits 1952 Sperrzonen und siedelte "unzuverlässige" Personen teils gewaltsam um (Aktion Ungeziefer). Das wiederholte sich in großem Maßstab 1961 während der Aktion Kornblume. Ab dem 13. August 1961 (Mauerbau) waren nicht nur die Zugänge nach Westberlin geschlossen, auch die Landgrenze zur Bundesrepublik war dicht.

Selbst das unerlaubte Betreten von Sperrzonen war bald hochriskant: Experten schätzen, dass neunzig Prozent aller Fluchtversuche schon im Grenzvorfeld, also in den Sperrzonen, vereitelt wurden. Dabei spielten die so genannten "freiwilligen Grenzhelfer", oft Einheimische in Schlüsselpositionen, etwa als Gastwirte oder Taxifahrer, eine unheilvolle Rolle.

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Sie waren die schrecklichsten...
aller Waffen, die die DDR an der Grenze zur Bundesrepublik einsetzte: Splitterminen Typ SM-70, so genannte Selbstschussanlagen. Ab 1970 installierte man auf 440 Kilometer Grenzstreifen rund 60.000 dieser tödlichen Apparate.

Das Auslösen der Minen steuerten Spanndrähte: Bei Druck auf einen solchen Draht oder beim Zerschneiden schloss sich ein Stromkreis und gab das Signal zum Zünden. Daraufhin explodierte die mit etwa hundert Gramm des Sprengstoffs TNT beladene Mine und setzte ihre Munition aus Metallsplittern frei. Die scharfkantigen Geschosse breiteten sich in Zielrichtung kegelförmig bis zu 120 Meter weit aus. In nächster Nähe waren sie tödlich.

Jahrelang bestritt die Führung der DDR die Existenz von Selbstschussanlagen an ihrer Westgrenze. Den Gegenbeweis erbrachte ein junger Mann namens Michael Gartenschläger. Gartenschläger hatte in den 1960er Jahren in der DDR im Gefängnis gesessen und war von der Bundesrepublik freigekauft worden.

Im Frühjahr 1976 demontierte er von jenseits der Grenze zwei SM-70 und präsentierte sie der bundesdeutschen Öffentlichkeit. Bei einem neuerlichen Versuch am 30. April erschossen Spezialkräfte des MfS Gartenschläger. Auf Druck der Bundesrepublik begann die DDR 1983 mit dem Abbau der Selbstschussanlagen.