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Universität Leipzig

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Eine Auswahl bedeutender Persönlichkeiten an der Universität Leipzig
Petrus Mosellanus (1493 bis 1524) immatrikulierte sich 1515 in Leipzig und übernahm 1517 den Lehrstuhl für griechische Sprache. Mosellanus war einer humanistischen Theologie verpflichtet und erschloss seinen Studenten das Neue Testament aus dem griechischen Urtext. 1519 eröffnete und protokollierte er die Leipziger Disputation zwischen Martin Luther und Johannes Eck.
Otto Mencke (1644 bis 1707) hatte ab 1669 die Leipziger Professur für Moral und Politik inne. Unter seiner Federführung erschien 1682 erstmals die Acta eruditorium: die erste deutsche Gelehrtenzeitschrift, mit Auszügen aus neuen Büchern, mit Rezensionen und kleineren Aufsätzen.
Christian Thomasius (1655 bis 1728), Philosoph, Jurist und Aufklärer, hielt 1687 eine Vorlesung in deutscher Sprache - ein damals unerhörtes Vorgehen. Außerdem wetterte er gegen die Schwerfälligkeit und Pedanterie der deutschen Gelehrsamkeit und machte sich dadurch viele Feinde. 1690 ging Thomasius nach Halle und begründete dort die Universität mit.
Johann Christoph Gottsched (1700 bis 1766) kam 1725 als Privatdozent an die Universität Leipzig, war später Professor für Poetik sowie für Logik und Metaphysik. Der Schriftsteller und Literaturtheoretiker setzte sich für eine Reform der deutschen Sprache ein und weckte in weiten Kreisen das Interesse an deutscher Literatur.
Karl Ferdinand Hommel (1722 bis 1781), ab 1750 Professor an der juristischen Fakultät, machte sich für die Humanisierung des Strafrechts und des Strafvollzugs stark. Er sprach sich gegen Folter und Todesstrafe aus und schaffte es, die Gerichtssprache zu vereinfachen.
Wilhelm Wundt (1832 bis 1920), Arzt und Philosoph, gründete 1879 in Leipzig das erste Institut für experimentelle Psychologie. Wundts Studien trugen dazu bei, die Psychologie als Naturwissenschaft zu etablieren.
Paul Flechsig (1847 bis 1929) studierte von 1865 bis 1870 Medizin, arbeitete dann als Assistent in der Pathologie und übernahm schließlich eine Professur für Psychiatrie. Durch seine hirnanatomischen Analysen an der 1878 errichteten Klinik für Geisteskranke erwarb er sich einen Ruf als bedeutender Neuroanatom und Hirnforscher.
Karl Bücher (1847 bis 1930) arbeitete als Lehrer und Redakteur, bevor er Ordinarius für Nationalökonomie wurde. 1892 kam er nach Leipzig. Dort gründete er 1916 Deutschlands erstes Institut für Zeitungswissenschaft, mit dem Ziel, Journalisten akademisch fundiert auszubilden und die Presse wissenschaftlich zu erforschen.