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Der Versailler Vertrag
Noch in den letzten Monaten des Ersten Weltkriegs hatte US-Präsident Wilson seine Friedensvorschläge verkündet: Ein gerechter Friede sollte es sein, "ohne Annexionen und Kontributionen", wie es damals hieß - und auf der Basis des Selbstbestimmungsrechts der Völker.

Diese schönen, hehren Ideen konterkarierte der im Mai 1919 auf der Pariser Friedenskonferenz diktierte Versailler Vertrag. Vor allem der französische Politiker Clemenceau setzte Klauseln durch, die auf eine anhaltende Schwäche des geschlagenen deutschen Gegners zielten. Deutschland büßte ein Siebtel seines Territoriums und ein Zehntel seiner Bevölkerung ein. Lediglich 100.000 Soldaten durfte fortan das deutsche Heer umfassen, zu wenig sogar für die Sicherung der Grenzen.

Doch neben den unermesslichen Reparationsforderungen war es in erster Linie der Kriegsschuldparagraph, der für dauerhafte Empörung sorgte: Den Ergebnissen der historischen Forschung vorgreifend, bürdete man Deutschland die alleinige moralische Schuld am Ausbruch des Ersten Weltkriegs auf. Die "Fesseln von Versailles" zu sprengen, gehörte bald zu den Hauptzielen deutscher Außenpolitik.