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Windjammer

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Unser Interviewpartner
Hans Peter Jürgens wurde am 3. März 1924 in Cuxhaven geboren. Als 15-Jähriger brach er die Schule ab und fuhr mit einem Windjammer nach Chile. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verhinderte Jürgens' Heimkehr; 1941 geriet der junge Mann in Kriegsgefangenschaft. Während dieser Zeit entdeckte Jürgens sein Talent fürs Malen.

Nachdem er eine Weile auf Fischkuttern und Handelsschiffen Dienst getan hatte, erwarb Jürgens 1953 das Kapitänspatent. Nach ein paar weiteren Jahren auf See ließ er sich 1960 in Kiel nieder und arbeitete fortan als Lotse. "Ich wollte meine beiden Kinder aufwachsen sehen", begründete Jürgens diese Entscheidung. Nebenher widmete sich der junge Familienvater verstärkt der Malerei.

Jürgens entwickelte autodidaktisch "eine ganz eigene Aquarelltechnik", wie es auf der Website zu einer seiner Ausstellungen heißt, "mit der er die Trias von Himmel, Schiff und Wasser in ebenso leuchtenden wie harmonischen Farben ins Bild setzt".

Der Kapitän a. D. hält die Seefahrt in realistischen Darstellungen fest - seien es Szenen während einer Regatta oder Schiffe auf See. Jürgens' Bilder waren unter anderem im Flensburg, in Brake und auf Spiekeroog zu sehen. Außerdem betätigt sich der Aquarellmaler als Illustrator und Autor.

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Der Geist von Saint-Malo
Die Solidarität unter Seeleuten verschiedener Nationen ist legendär. Ein gutes Beispiel dafür ist die Internationale Bruderschaft der Kapitäne auf großer Fahrt, Kaphoorniers. 35 Französische Kapitäne riefen 1937 in Saint-Malo eine zunächst rein französische Bruderschaft ins Leben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg öffnete sich die Organisation international; Belgier, Briten, Deutsche und anderen kamen hinzu. Sektionen der Bruderschaft entstanden auch in Chile, Dänemark, Finnland, Nordamerika, den Niederlanden, Neuseeland und anderen Ländern.

Stand die Mitgliedschaft zunächst nur Kapitänen offen, die ein Schiff um Kap Hoorn kommandiert hatten, durften später auch Seeleute Mitglieder werden, die ihr Patent erst nach der Umrundung erwarben.

In den 1960er Jahren zählten die Kaphoorniers rund 2.600 Mitglieder. Symbol der internationalen Bruderschaft war der Albatros, ein oft gesehener Begleiter von Schiffen auf See. Auch glauben Seeleute, dass die Seelen verstorbener Kameraden in Albatrossen Gestalt annehmen.

Die Bruderschaft wollte vor allem die Kameradschaft unter den Seeleuten, die die außergewöhnliche Erfahrung einer Kap-Hoorn-Umrundung mitgemacht hatten, fördern und erhalten. Regelmäßig kam man zu Treffen zusammen, schwelgte in Erinnerungen an die Schiffe und an den Mut der Besatzungen.

Die Bruderschaft bewahrte auch das Andenken derer, die auf See umkamen. So entstand auf Anregung der deutschen Kaphoorniers das Bronzemonument Madonna der Meere, das seit 1985 auf dem Fischmarkt in Altona steht.

Über die Jahrzehnte nahm die Mitgliederzahl der Bruderschaft stetig ab. Es gab einfach keinen Nachwuchs mehr; 1949 war der letzte Frachtsegler, die Pamir, um Kap Hoorn gesegelt. 2003 beschloss man daher die Auflösung der Internationalen Bruderschaft. Die deutsche Sektion schloss 2004.

Einen anderen Weg ging die chilenische Bruderschaft: Sie nimmt inzwischen alle Kapitäne auf, die Kap Hoorn umfahren sind, egal auf welchem Schiff.

Das Motto der Bruderschaft prägte ein deutscher Kapitän in den 1950er Jahren, der überrascht war über die Herzlichkeit und Freundlichkeit, mit der er so kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Frankreich empfangen wurde: "Vive l'esprit de Saint-Malo!" - "Es lebe der Geist von Saint-Malo!"

"Der Geist von Saint-Malo", erläuterte der Kaphoornier Hans Peter Jürgens einmal in einem Interview, "ist der Geist von Völkerverständigung und Kameradschaft. Das Wissen, dass nur alle gemeinsam die Herausforderung der stürmischen See vor Kap Hoorn meistern können."