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Windjammer

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Die den Wind drücken
Windjammer heißen große Segelschiffe aus Eisen oder Stahl, die seit etwa 1870 gebaut werden. Meist handelt es sich dabei um Barken oder Vollschiffe mit drei oder vier Masten - Fünfmaster (wie die Flying-P-Liner Potosí und Preußen) sind die Ausnahme.

Die Windjammer gingen aus den Klippern hervor und dienten ursprünglich als Frachtschiffe für Salpeter, Getreide, Zement und Guano. Sie fuhren hauptsächlich auf Langstrecken über die tiefen Ozeane, weshalb sie auch Tiefwassersegler genannt wurden.

Heute sind sie vor allem Segelschulschiffe oder werden für touristische Zwecke betrieben. Bewundern kann man sie bei jährlichen Windjammerparaden und -regatten, zum Beispiel während der Kieler Woche oder zur Baltic Sail.

Der Begriff Windjammer hat übrigens nichts mit Klagen und Jammern zu tun - er leitet sich ab vom englischen Verb "to jam the wind" und bedeutet in etwa "Schiffe, die vom Wind gedrückt werden".

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Auf der Padua
Das Leben auf der Padua 1927/1928 lief im Achtstundenrhythmus ab: Auf vier Stunden Wache folgten vier Stunden, in denen alles andere - Essen, Schlafen, Wäschewaschen - erledigt wurde. Die Arbeit an Bord war anstrengend, auch an Sonn- und Feiertagen wurde durchgeackert.

Offiziere schlugen ihre Untergebenen, die Matrosen setzten die Hackordnung an Bord mit Gewalt durch. Das Essen war scheußlich: Maden schwammen in der Suppe, im Brot lebten Käfer, der Käse war ungenießbar.

Den Schiffsjungen Herbert Schrödter beeindruckten besonders die Naturgewalten während eines Sturms: "Das große, schwere Schiff wird von den rasenden Wogen geschüttelt. Die Brecher donnern gegen die Bordwand, dass das Schiff erzittert. Man spürt es in den Füßen. Die Dünung rauscht heran und bricht krachend über dem Schiff zusammen.

Das Schiff bäumt sich auf und schießt dann wieder mit dem Klüverbaum tief in die schäumende See. Vor- und Achterdeck stehen dauernd unter Wasser. Die Pardunen und Wanten, fast armdicke Drahtseile, die die Masten halten, sind auf der Luvseite zum Zerreißen gespannt, während sie an Lee schlaff herumpendeln."

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Landratten an Bord
Wer wissen will, wie sich Sir Francis Drake - der britische Admiral und Freibeuter - auf seinen Schiffsreisen gefühlt hat, sollte auf einem Großsegler anheuern. Hier hat man zwar keinen persönlichen Einfluss auf die Steuerung des Schiffes, dafür kann man den Alltag in einer großen Mannschaft erleben. Es gibt Vereine und Stiftungen, die Reisen auf berühmten Segelschiffen anbieten - als Crewmitglied. "Learning by doing" ist die Devise.

Die Stammbesatzung bringt den Trainees, wie die Mitsegler genannt werden, Grundbegriffe des Segelns und die Aufgaben auf einem Segelschiff bei. Von der Teilnahme an Segelmanövern, dem Wache gehen und "Reinschiff machen" bis zum Kochen und Backen für die Besatzung arbeiten sich die Amateur-Matrosen durch alle Aufgabenbereiche.

Und wer den Werbetraum leben möchte: Das Schiff mit den grünen Segeln ("Dream your dream...") gehört der Deutschen Stiftung Sail Training (DSST) aus Bremerhaven und dient als "Windjammer für die Jugend". 25 Mann Stammbesatzung bringen auf Törns jeweils 35 Trainees die Grundlagen des Segelns bei, und das auf wahrhaft historischem Boden.

Die Alexander von Humboldt, so der Name des Schiffs, wurde 1906 gebaut, hat eine Länge von knapp 63 Metern und eine Segelfläche von über 1.000 Quadratmetern. Seit ihrer Indienststellung als Segelschulschiff 1988 hat die "Alex", wie sie von ihren Freunden liebevoll genannt wird, achtmal den Atlantik überquert und mehr als 400.000 Seemeilen zurückgelegt. Das entspricht 18mal dem Umfang des Äquators.

Fast 40.000 Trainees, männlich und weiblich, aus Deutschland, Europa und Übersee, wurden in traditioneller Seemannschaft ausgebildet. Unter anderem segelt das Schiff auf Humboldts Spuren in südamerikanischen und karibischen Gewässern. Der hatte sich vor über zweihundert Jahren von Europa aus auf große Südamerika-Expedition begeben - mit einem Segelschiff.