Die englische Verfassung
Was macht die einzigartige Stellung der Queen in der Gesellschaft aus? Wieso mag heute kaum ein Brite auf die Monarchie verzichten? Wir haben nach Ursachen gesucht und etwas gefunden, was es gar nicht gibt.Alle haben das Bild im Kopf: eine freundliche ältere Dame, lächelnd, mit dem Touch von Unnahbarkeit. Elizabeth II., Königin von Großbritannien und Nordirland und weiterer 15 Commonwealth-Staaten, gehört zu den Menschen, denen sicher jeder schon begegnet ist.
Ob in Südamerikas Elendsvierteln, ob in den Städten Europas, ob in indischen Millionenmetropolen oder in den Hütten der Reisbauern Indochinas - man hat sie vor Augen. Das Fernsehen vor allem trägt ihr Gesicht seit Jahrzehnten um die Welt.
Wozu ist sie da?
Dennoch: "die Queen" zu kennen blieb und bleibt das Privileg weniger Eingeweihter. Was sind ihre Ansichten zu den großen Problemen unserer Existenz? Was würde sie tun, wenn das Königtum noch reale politische Macht besäße? What makes her tick? So ließe sich vielleicht mit einer ziemlich unübersetzbaren Redewendung fragen. Oder einfacher: Wozu ist sie da?
In fast allen modernen Monarchien schreibt eine Verfassung die Rolle des Monarchen vor, setzt ihm Grenzen, definiert seine Rechte und Pflichten. Im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland ist dies nicht der Fall. Verhalten und Selbstverständnis der Royals scheinen den jeweils handelnden Personen überlassen. Allerdings, mächtiger als jede aufgeschriebene Verfassung wirken ungeschriebene Gesetze: die Tradition.
"Grundgesetz" der Monarchie
Wer mit solch einfacher Antwort unzufrieden ist, braucht nicht weit zurückzugehen in der Geschichte, um tatsächlich so etwas wie ein "Grundgesetz" der Monarchie zu finden. Keine Verfassung freilich, die das Parlament oder gar das Volk beschlossen hätte, sondern das Buch eines einflussreichen Wirtschaftstheoretikers und Politologen: Walter Bagehot, Chefredakteur der Zeitschrift The Economist, veröffentlichte seine English Constitution 1867, als die Royals wieder einmal in der Krise steckten.
Interessante Dinge tun: Die Queen steigt im Dezember 2011 aus einer Kutsche. An ihrer Seite HRH the Duke of Edinburgh.
"Alle künftigen Regenten werden das Werk lesen und studieren, von Edward VII. bis Elizabeth II., und jeder noch so kleine Palastmitarbeiter wird eingebläut bekommen, für wie wichtig Bagehot es erachtet, dass das Königtum sich sein Geheimnis erhält - das Magische, die unergründliche Quelle seiner seltsamen Macht", schreibt der Windsor-Biograf und Journalist Tom Levine.
"Interessante Dinge" tun
Bagehot erklärte 1867 in der Tat, wie konstitutionelle Monarchie funktioniert, und - besser als eine Verfassung das könnte - was sie stark und zweckmäßig macht. Monarchie, verkündet Bagehot, sei "eine Regierungsform, in der die Aufmerksamkeit der Nation sich darauf konzentriert, wie eine Person interessante Dinge tut."
"Interessante Dinge" etwa in der Art: Da wandelt eine ansehnliche Großmutter über den Hügel von Windsor, und ein arbeitsloser, auch nicht mehr junger Mann geht zum Derby. Ein bisschen wenig? Nun, weil sie die Queen ist und er der Prince of Wales, sollten die Leute sich wiederfinden in diesem Handeln und ihm Bedeutung geben.
Stellenbeschreibung
Damit formuliert Bagehot nicht mehr und nicht weniger als die "Stellenbeschreibung" für den Job des Monarchen. Der Person, die den Job innehat, ist ein Maßstab des Handelns gesetzt. Die Öffentlichkeit, wer auch immer das ist, darf Zensuren vergeben. Elizabeth II., trotz Diana, trotz des tragischen Schicksals ihrer Schwester Margaret, trotz des "schrecklichen Jahres" 1992, erhält - im Allgemeinen - gute Noten...
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Elizabeth Alexandra Mary Windsor...
wird am 21. April 1926 im Londoner Bezirk Mayfair geboren. Sie ist die älteste Tochter des Prinzen Albert, Herzog von York, der später als Georg VI. den Thron besteigt, und Elizabeth Bowes-Lyon, der Herzogin von York. Ihre Erziehung unter Aufsicht von Mutter und Gouvernante entspricht dem gehobenen Standard der englischen Oberschicht.
Erst durch die Abdankung von Edward VIII. im Jahr 1936 rückt Elizabeth zur Thronfolgerin auf. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, ist sie dreizehn Jahre alt. Während des Krieges repräsentiert sie meist gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Margaret, am Ende in der Uniform des Heimathilfsdienstes, wo sie eine Ausbildung zur Kraftfahrerin erhält.
Am 20. November 1947 heiratet Elizabeth Leutnant Philip Mountbatten, einen Cousin dritten Grades. Ihr erstes Kind, Prinz Charles, kommt im November 1948 zur Welt. Am 6. Februar 1952 erreicht die Thronfolgerin bei einer Reise durch Kenia die Nachricht vom Tod des Vaters. Nach der Krönung am 2. Juni 1953 ziehen Elizabeth und Philip in den Buckingham Palace.
Elizabeth II. erwirbt sich in den Folgejahren den Ruf, das am weitesten gereiste Staatsoberhaupt der britischen Geschichte zu sein. Ihre ersten Jahrzehnte "im Amt" sind geprägt von Veränderungen bezüglich der Stellung Großbritanniens und vom Reifen des einstigen Imperiums zum Commonwealth.
wird am 21. April 1926 im Londoner Bezirk Mayfair geboren. Sie ist die älteste Tochter des Prinzen Albert, Herzog von York, der später als Georg VI. den Thron besteigt, und Elizabeth Bowes-Lyon, der Herzogin von York. Ihre Erziehung unter Aufsicht von Mutter und Gouvernante entspricht dem gehobenen Standard der englischen Oberschicht.
Erst durch die Abdankung von Edward VIII. im Jahr 1936 rückt Elizabeth zur Thronfolgerin auf. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, ist sie dreizehn Jahre alt. Während des Krieges repräsentiert sie meist gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Margaret, am Ende in der Uniform des Heimathilfsdienstes, wo sie eine Ausbildung zur Kraftfahrerin erhält.
Am 20. November 1947 heiratet Elizabeth Leutnant Philip Mountbatten, einen Cousin dritten Grades. Ihr erstes Kind, Prinz Charles, kommt im November 1948 zur Welt. Am 6. Februar 1952 erreicht die Thronfolgerin bei einer Reise durch Kenia die Nachricht vom Tod des Vaters. Nach der Krönung am 2. Juni 1953 ziehen Elizabeth und Philip in den Buckingham Palace.
Elizabeth II. erwirbt sich in den Folgejahren den Ruf, das am weitesten gereiste Staatsoberhaupt der britischen Geschichte zu sein. Ihre ersten Jahrzehnte "im Amt" sind geprägt von Veränderungen bezüglich der Stellung Großbritanniens und vom Reifen des einstigen Imperiums zum Commonwealth.




