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Zweiter Weltkrieg

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Beschwichtigen für den Frieden
Appeasement ist der Begriff für eine Politik, die ab Mitte der 1930er Jahre darauf abzielte, mit Hitler auf der Basis von Kompromissen zu einer Übereinkunft zu gelangen. Untrennbar mit dem Wort Appeasement verbunden ist der Name des britischen Premierministers Neville Chamberlain (im Amt von 1937 bis 1940).

Chamberlain und viele seiner Politikerkollegen vertraten die Ansicht, dass man Deutschlands Forderungen nach einer grundlegenden Revision des ungerechten Versailler Vertrages früher oder später weit entgegenkommen müsse. Ziel war es, einen neuen blutigen Krieg zu vermeiden, und ausgehend vom Völkerbund ein europäisches Sicherheitssystem zu errichten.

Den Vertretern der Appeasement-Politik unterliefen gravierende strategische Irrtümer. Dazu gehört die Fehleinschätzung Hitlers und dessen wirklicher Absichten. Höhepunkt des Appeasements war das Münchner Abkommen 1938, das Hitler die Annexion der sudetendeutschen Gebiete erlaubte.

Chamberlain glaubte, mit diesem Abkommen den "Frieden für unsere Zeit" ("Peace for our time!") gesichert zu haben. Elf Monate später überfiel Hitler Polen, und Großbritannien erklärte Deutschland den Krieg. Die Appeasement-Politik war gescheitert.

Träger des Appeasements waren einflussreiche Gruppen in der britischen Politik, in den Medien, im Adel und in der Wirtschaft. Der Schock des Ersten Weltkriegs, der Großbritannien Millionen Opfer gekostet hatte, spielte dabei eine Rolle.

Erst Winston Churchill, Nachfolger Chamberlains nach dessen Sturz und im Amt bis 1945, bewirkte einen grundlegenden Wandel der öffentlichen Meinung.

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"Kartoffelkrieg"
Als deutsche Truppen am 1. September 1939 in Polen einfielen, glaubte Hitler an einen regional begrenzten Konflikt: Sein Außenminister Joachim von Ribbentrop hatte ihm zugesichert, dass Großbritannien und Frankreich "draußen bleiben" würden. Insofern waren die Kriegserklärungen der beiden Mächte an Deutschland für Hitler ein Desaster.

Doch zu Hitlers Aktivposten zählten das Bündnis mit der Sowjetunion, die diplomatische Schützenhilfe Italiens und der Fakt, dass auf die Worte der Kriegserklärungen zunächst kaum Taten folgten.

An der Westgrenze Deutschlands begann ein Konflikt, für den schon zeitgenössische Beobachter passende Begriffe prägten: "Kartoffelkrieg" (weil Deutsche und Franzosen in Schussweite gemächlich nach Kartoffeln gruben), "Phoney war" ("Lautsprecherkrieg", weil man sich wechselseitig mit Lautsprecherparolen "beharkte"), oder einfach "Sitzkrieg" und "seltsamer Krieg".

Tragisch für das angegriffene Polen war, dass die Führung in Warschau fest mit dem Eingreifen starker französisch-britischer Kräfte gerechnet hatte. So glaubte man, mühelos das polnische Territorium verteidigen und anschließend in einer Gegenoffensive bis Berlin vorstoßen zu können.

Die Tragödie für Frankreich bestand darin, dass zur Zeit des Polenfeldzugs der Wehrmacht ein Angriff auf die wenigen deutschen Divisionen im Westen durchaus erfolgversprechend gewesen wäre. Der deutsche Generalstab hatte genau das befürchtet; Gruppen von Offizieren waren bereit, im Fall eines solchen Angriffs Hitler zu entmachten.

Aber Hitlers Kalkül ging auf: Die französische Führung dachte nicht daran, den Angriff zu riskieren. Sogar in der Armee dominierten gegen den Krieg gerichtete Stimmungen; in der Ober- und Mittelschicht herrschte die Meinung vor, dass Hitler immer noch besser sei als eine linke Regierung. Frankreich war tief gespalten - und Hitler bezog das in seine Berechnungen ein.

Die Offensive der Wehrmacht gegen Frankreich im Mai und Juni 1940 führte auch aus diesen Gründen zum Erfolg, trotz aller Bedenken der Generale. Hitlers Prestige wurde gestärkt. Frankreich brach aus dem alliierten Bündnissystem heraus.

Südlich einer von ihm bestimmten Demarkationslinie installierte Hitler eine an Deutschland orientierte Regierung unter dem Marschall Philippe Pétain. Großbritannien, welches allerdings die Hilfe seines Commonwealth genoss, stand allein - bis zu Hitlerdeutschlands Angriff auf die Sowjetunion.