Krumme Dinger
Die Werbung macht den Unterschied. Doch was sich hinter den Kulissen des Geschäfts mit Bananen abspielt, lässt das freundlich lächelnde Markenlogo einer bekannten Firma kaum vermuten.Exotische Miss Chiquita: Seit 1944 lächelt sie für den Fruchthandelskonzern - und stilisiert die Banane zum Markenprodukt.
Billiger als heimisches Obst
Heute ist die wohlschmeckende Gelbe nach Zitrusfrüchten und Trauben die international meistgehandelte Frucht. Ihre exotische Herkunft gilt aber schon lange nicht mehr als Hauptgrund für die Beliebtheit. Im Gegenteil: Bananen sind alltägliches Massenprodukt, ein Kilo davon kostet weniger als beispielsweise die gleiche Menge Äpfel.
Wie aber kann es sein, dass Bananen, die ja noch immer weite Wege aus Asien, Afrika oder Lateinamerika zurücklegen müssen, heute meist billiger sind als heimisches Obst - und sich mit ihnen dennoch Milliardengewinne machen lassen?
Höchst lukrativ
Der Handel mit Bananen ist ein höchst lukratives Geschäft. Wie kaum ein anderes wird es von nur wenigen multinationalen Konzernen kontrolliert, die zusammen rund zwei Drittel des Weltmarkts beherrschen. Einer dieser Konzerne ist die Chiquita Brands International (Chiquita). An seinem Beispiel wird deutlich, wie man durch Wirtschaftskraft nicht nur eigenes Business, sondern auch die Geschicke ganzer Regionen bestimmen kann.
Wirtschaftliche und politische Dominanz
Der Pionier im internationalen Bananenhandel und jahrzehntelange Marktführer feierte 1999 seinen hundertsten Geburtstag. Die Geschichte des Unternehmens, das 1899 als United Fruit Company (UFC) gegründet wurde und sich zu einem der bis heute mächtigsten Konzerne entwickelte, ist seit Beginn geprägt von wirtschaftlicher und politischer Dominanz in Ländern Latein- und Zentralamerikas.
Nach etwa einem Jahr sind die Bananen reif und werden geerntet.
Zündende Idee
Dabei begann alles recht harmlos, mit der cleveren Idee eines jungen Eisenbahningenieurs: Minor Keith baut 1871/72 die erste Bahnlinie Zentralamerikas zwischen San José, der Hauptstadt Costa Ricas, und dem Atlantik. Als dem Staat der Bau zu teuer wird, bietet Keith an, ihn auf eigene Kosten zu vollenden. Für die Fertigstellung der letzten Gleiskilometer überlässt ihm die Regierung die gesamte Strecke inklusive der zu erwartenden Einkünfte.
Doch die Passagiere bleiben aus. Also legt Keith entlang der Strecke Bananenplantagen an. In den USA hat inzwischen der Verkauf der Tropenfrucht begonnen und verspricht ein lohnendes Geschäft zu werden. Auf seiner eigenen Bahnlinie kann der Ingenieur und Geschäftsmann die empfindlichen Früchte schnell zum Hafen transportieren. Keiths Idee zündet - die Plantagen sind eine Goldgrube.
Die Tentakel ausgestreckt
Innerhalb kürzester Zeit verdient Keith mit Bananen Millionen. Nach der Fusion seiner Firma mit der Boston Fruit Company beginnen Geschichte und Expansion der UFC. Und was schon in Costa Rica funktionierte, soll nun helfen, das Imperium auf andere Länder, wie Honduras, Guatemala und Kolumbien, auszuweiten: Keith verspricht deren Regierungen den Bau von Bahnlinien, um im Gegenzug an billiges Land für seine Plantagen zu kommen...
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Infobox
Die Banane...
(musa sapientum, die "Frucht der Weisen") gehört zur Familie der Bananengewächse (musa paradisiaca). Von den zwischen vierhundert und neunhundert Arten werden über hundert kultiviert. Die Kulturgeschichte einer der ältesten Nutzpflanzen der Menschheit beginnt vor rund dreitausend Jahren in Südostasien. Von dort aus breitete sich die Banane über tropische Regionen Südasiens, Afrikas und Latein- und Zentralamerikas aus.
Aus der kaum genießbaren Wildfrucht wurden die süße Obstbanane - hierzulande eine der beliebtesten Obstsorten - und die stärkehaltige Kochbanane, die - gekocht, gebacken oder auch geröstet - zu den Grundnahrungsmitteln ihrer Ursprungsländer zählt. Daneben gibt es auch noch die nicht essbare Faserbanane, deren Blattscheidenfasern meist zu Netzen, Tauen und Garnen verarbeitet werden.
Der Begriff Banane kommt übrigens vom arabischen Wort banan, was so viel wie "Finger" bedeutet. Die 10 bis 16 Früchte, die sich aus dem Fruchtknoten entwickeln, sehen aus wie Finger einer Hand. Während des Wachsens wenden sie sich immer mehr dem Sonnenlicht zu und werden dadurch krumm. Dieses Phänomen nennt man Geotropismus.
(musa sapientum, die "Frucht der Weisen") gehört zur Familie der Bananengewächse (musa paradisiaca). Von den zwischen vierhundert und neunhundert Arten werden über hundert kultiviert. Die Kulturgeschichte einer der ältesten Nutzpflanzen der Menschheit beginnt vor rund dreitausend Jahren in Südostasien. Von dort aus breitete sich die Banane über tropische Regionen Südasiens, Afrikas und Latein- und Zentralamerikas aus.
Aus der kaum genießbaren Wildfrucht wurden die süße Obstbanane - hierzulande eine der beliebtesten Obstsorten - und die stärkehaltige Kochbanane, die - gekocht, gebacken oder auch geröstet - zu den Grundnahrungsmitteln ihrer Ursprungsländer zählt. Daneben gibt es auch noch die nicht essbare Faserbanane, deren Blattscheidenfasern meist zu Netzen, Tauen und Garnen verarbeitet werden.
Der Begriff Banane kommt übrigens vom arabischen Wort banan, was so viel wie "Finger" bedeutet. Die 10 bis 16 Früchte, die sich aus dem Fruchtknoten entwickeln, sehen aus wie Finger einer Hand. Während des Wachsens wenden sie sich immer mehr dem Sonnenlicht zu und werden dadurch krumm. Dieses Phänomen nennt man Geotropismus.


