"Für mich macht niemand Tiere tot,
ich leg' mir Löwenzahn aufs Brot."
(Aus dem Lied Ich ess' Blumen von den Ärzten)
Gemüse ist mein Fleisch
Der Begriff vegetarisch leitet sich vom lateinischen vegetus ab, das bedeutet "frisch" oder "lebendig". Schon der griechische Philosoph Pythagoras war Vegetarier; heute tun es ihm Millionen Menschen gleich.Rund sechs Millionen Vegetarier gibt es in Deutschland. Mitleid mit Tieren und Sorge um die eigene Gesundheit sind Motive für den Fleischverzicht.
Ein Herz für Tiere
Es gibt gute Gründe, tierische Kost durch Gemüse, Getreide und Obst zu ersetzen. Hat der Mensch das Recht, Tiere zu töten? Ist das Leid der Tiere beim Mästen und Schlachten hinnehmbar? Viele Menschen beantworten solche Fragen mit "Nein!" - und entscheiden sich gegen Fleisch auf dem Teller. Andere üben Fleischverzicht aus religiösen Gründen: Gläubige Hindus und Buddhisten etwa sind dem Gebot der Gewaltlosigkeit verpflichtet und lehnen darum das Töten von Tieren ab.
Gesünderes Leben
Auch entscheiden sich Menschen, vegetarisch zu leben, weil es gut für die Gesundheit ist: Von Herzleiden, Krebs, Osteoporose, Gicht, Rheuma, Bluthochdruck, Adipositas sind Vegetarier weitaus seltener betroffen als Nicht-Vegetarier - ein Grund, warum Ernährungswissenschaftler und Mediziner nicht müde werden, für fleischlose Mahlzeiten zu werben. Das Deutsche Krebsforschungszentrum bescheinigt Fleischverächtern im Vergleich zur Normalbevölkerung sogar ein "verringertes Sterblichkeitsrisiko".
Hunger auf Getreide: Mehr als die Hälfte der Ernte weltweit geht in die Produktion von Fleisch, gleichzeitig leiden rund 925 Millionen Menschen Hunger.
Nach Schätzungen des Vebu wächst die Gruppe der Vegetarier in Deutschland jeden Monat um mehrere tausend Menschen. Mit moralischen Einwänden und gesundheitlichen Bedenken gegenüber Fleischverzehr allein lässt sich das nicht erklären: Vegetarismus gilt neuerdings als zukunftsträchtige, weil nachhaltige Ernährungsweise und findet zum Beispiel unter den Lohas mehr und mehr Zuspruch - unter überwiegend jungen, gebildeten, gut verdienenden Großstadtmenschen, die einen "Lifestyle of Health and Sustainabilty" pflegen, einen "gesunden und nachhaltigen Lebensstil". Sie sind vegetarischer oder wenigstens fleischarmer Ernährung gegenüber aufgeschlossen, da Vegetarismus im Ruf steht, das Klima zu schonen und den Hunger auf der Welt zu bekämpfen.
Getreide und Trinkwasser
Ein paar Zahlen sollen den Zusammenhang zwischen Fleischgenuss und Welthunger verdeutlichen: In Deutschland liegt der durchschnittliche Fleischverbrauch bei fast 88 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Um ein Kilogramm Fleisch zu erzeugen, werden rund 14.000 Liter Trinkwasser und zwischen 7 und 16 Kilogramm Getreide an Futtermittel benötigt - bei der Fleischerzeugung geht also wertvolle Nahrung verloren.
Eine Milliarde Hungernde
Selbst in Ländern, wo Menschen von Unterernährung betroffen sind, wird Getreide angebaut, um für Konsumenten zum Beispiel in Europa und den USA Schweine, Rinder und Hühner zu mästen. Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte der Weltgetreideproduktion in Tiermägen landet; gleichzeitig leiden etwa 925 Millionen Menschen auf der Welt Hunger. Das Bevölkerungswachstum - bis 2050 rechnen die Vereinten Nationen mit neun Milliarden Menschen auf der Erde - wird dieses Problem weiter verschärfen.
Klimasünder Rind
Auch das Klima könnte von weniger Fleisch und mehr Gemüse auf dem Teller profitieren. Vor allem das Rind gilt als Klimasünder, erzeugt es doch Unmengen von Methan und Lachgas: Pro Kilogramm Rindfleisch belasten diese Treibhausgase die Atmosphäre mit der Wirkung von rund 36 Kilogramm Kohlendioxid - genauso viel stößt ein Durchschnittsauto bei einer 225 Kilometer langen Fahrt aus. Stetig wachsender Düngemitteleinsatz und die Vernichtung von Wald, um Futteranbauflächen und Kuhweiden zu schaffen, belasten das Klima zusätzlich.
Einstein spricht
"Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung", das sagte schon vor vielen Jahrzehnten Albert Einstein. Aber machen wir uns nichts vor: Die meisten Menschen in Deutschland finden Fleisch lecker. Braten, Steak oder Wurst gehören einfach zu einer gelungenen Mahlzeit dazu, machen satt und zufrieden. Rohkostsalat, Gemüsebratling und Sojagehacktes dagegen klingen nach Verzicht und Genussverlust.
Neue Horizonte
Dabei machen viele Leute, die es ausprobieren, die entgegengesetzte Erfahrung: Indem sie die Auswahl beim Essen einschränken, erweitern sie ihren Horizont. Neulinge unter den Vegetariern berichten davon, dass sie plötzlich Freude am Einkaufen und Kochen finden, mehr Lust am Essen haben und sich abwechslungsreicher ernähren. Denn: Vegetarische Küche ist lange nicht so fade und eintönig wie mancher denkt; selbst Spitzenköche, von Haus aus eher Lendchen und Filet zugetan, zaubern inzwischen Raffiniertes aus Gemüse. Zudem muss es ja nicht gleich der totale Fleischverzicht sein. Mit zwei oder drei fleischlosen Tagen pro Woche ist schon viel getan.
Urte Paul (13.10.2010)
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Die richtige Lagerung
Vorbei sind die Zeiten, in denen jedes Haus einen Keller oder eine Speisekammer hatte. Schade - denn dort herrschen die besten Bedingungen, um Gemüse und Früchte zu lagern: Es ist kühl und dunkel. Als Alternative gibt es heute den Kühlschrank. Aber Vorsicht: Der ist nicht für jede Gemüse- oder Obstart der ideale Aufbewahrungsort.
Nur bei richtiger Lagerung bleiben Obst und Gemüse ansehnlich, bleiben Geschmack und wertvolle Vitamine erhalten. Für Kirschen, Kiwis, Erdbeeren, Pflaumen, grüne Salate, Möhren, Spargel, Radieschen und Kohl ist das Gemüsefach im Kühlschrank ein guter Ort. Auch Äpfel bleiben dort frisch, sollten aber separat aufbewahrt werden, da sie Ethylen abgeben: Dieses Hormon lässt Obst und Gemüse schneller reifen!
Kein geeigneter Ort ist der Kühlschrank für Südfrüchte wie Ananas, Mangos, Bananen oder Zitronen; auch Gurken, Tomaten, Paprika, Kartoffeln, Zucchini und Kürbis gehören nicht in den Kühlschrank. Solche Arten reagieren empfindlich auf niedrige Temperaturen, mitunter stört die Kälte die Zellatmung, woraufhin chemische Prozesse das Gewebe zerstören. In einer dunklen, kühlen Ecke in der Wohnung ist die Chance größer, dass diese Sorten frisch bleiben.
Wer Obst und Gemüse länger als ein paar Tage aufbewahren möchte, kann zu Sorten greifen, die nachreifen. Tomaten, Äpfel, Bananen, Avocados, Wassermelonen und Kiwis, die grün gekauft werden, entwickeln erst nach ein paar Tagen ihren vollen Geschmack. Anders ist das bei Ananas, Erdbeeren, Gurken, Paprika, Weintrauben und Kirschen - diese Arten müssen reif geerntet und alsbald verzehrt werden.
Vorbei sind die Zeiten, in denen jedes Haus einen Keller oder eine Speisekammer hatte. Schade - denn dort herrschen die besten Bedingungen, um Gemüse und Früchte zu lagern: Es ist kühl und dunkel. Als Alternative gibt es heute den Kühlschrank. Aber Vorsicht: Der ist nicht für jede Gemüse- oder Obstart der ideale Aufbewahrungsort.
Nur bei richtiger Lagerung bleiben Obst und Gemüse ansehnlich, bleiben Geschmack und wertvolle Vitamine erhalten. Für Kirschen, Kiwis, Erdbeeren, Pflaumen, grüne Salate, Möhren, Spargel, Radieschen und Kohl ist das Gemüsefach im Kühlschrank ein guter Ort. Auch Äpfel bleiben dort frisch, sollten aber separat aufbewahrt werden, da sie Ethylen abgeben: Dieses Hormon lässt Obst und Gemüse schneller reifen!
Kein geeigneter Ort ist der Kühlschrank für Südfrüchte wie Ananas, Mangos, Bananen oder Zitronen; auch Gurken, Tomaten, Paprika, Kartoffeln, Zucchini und Kürbis gehören nicht in den Kühlschrank. Solche Arten reagieren empfindlich auf niedrige Temperaturen, mitunter stört die Kälte die Zellatmung, woraufhin chemische Prozesse das Gewebe zerstören. In einer dunklen, kühlen Ecke in der Wohnung ist die Chance größer, dass diese Sorten frisch bleiben.
Wer Obst und Gemüse länger als ein paar Tage aufbewahren möchte, kann zu Sorten greifen, die nachreifen. Tomaten, Äpfel, Bananen, Avocados, Wassermelonen und Kiwis, die grün gekauft werden, entwickeln erst nach ein paar Tagen ihren vollen Geschmack. Anders ist das bei Ananas, Erdbeeren, Gurken, Paprika, Weintrauben und Kirschen - diese Arten müssen reif geerntet und alsbald verzehrt werden.
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Wie gesund ist vegetarische Ernährung?
Wer viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und andere pflanzliche Kost zu sich nimmt, lebt gesund: Studien legen nahe, dass Vegetarier besser mit Vitaminen und anderen Stoffen, die der Körper braucht, versorgt sind als Normalesser. Aber kann pflanzliche Ernährung dem Körper alles, was er benötigt, zuführen? Oder fehlen Vegetariern wichtige Nährstoffe, die Mischköstler mit Fleisch und anderen tierischen Produkten aufnehmen? Die Antworten auf diese Fragen hängen ab von der Art der vegetarischen Ernährung und von der Lebenssituation, in der sich jemand befindet.
Gesunde Erwachsene, die auf abwechslungsreiche und ausgewogene Kost achten und neben pflanzlichen Produkten auch Eier und Milchprodukte essen (so genannte Ovo-lacto-Vegetarier), nehmen alle lebenswichtigen Nährstoffe in genügender Menge auf. Zu diesem Schluss kommen zahlreiche Ernährungswissenschaftler, und auch das Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz betrachtet ovo-lacto-vegetarische Ernährung als gesunde Ernährungsweise: Die Versorgung mit Eisen, den Vitaminen D und B12, mit Zink und Selen sowie mit allen wichtigen Eiweißen sei gewährleistet.
Wer sich vegan ernährt, also auch keine Milchprodukte und Eier zu sich nimmt, braucht schon spezielles Wissen für eine Versorgung mit allen nötigen Nährstoffen. Bewusste, abwechslungsreiche Ernährung ist hier besonders wichtig, vor allem eiweiß-, kalzium- und eisenhaltige Gemüse und Früchte sollten auf dem Speiseplan stehen. Kritisch ist auch die Versorgung mit Vitamin B12, das fast nur in tierischen Erzeugnissen enthalten ist. Hier sollte auf mit Vitamin B12 angereicherte Lebensmittel oder Ergänzungsstoffe zurückgegriffen werden.
Problematisch kann vegetarische oder vegane Ernährung in bestimmten Lebensphasen sein: bei Säuglingen, Kleinkindern und Jugendlichen zum Beispiel, bei Schwangeren, stillenden Müttern und im Alter. Diese Personengruppen müssen besonders auf die Zufuhr der zuvor genannten Nährstoffe achten und sollten angereicherte Lebensmittel oder Supplemente zu sich nehmen. Mit dem nötigen Wissen und genügend Erfahrung ist vegetarische und vegane Ernährung jedoch in allen Lebensphasen möglich.
Wer viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und andere pflanzliche Kost zu sich nimmt, lebt gesund: Studien legen nahe, dass Vegetarier besser mit Vitaminen und anderen Stoffen, die der Körper braucht, versorgt sind als Normalesser. Aber kann pflanzliche Ernährung dem Körper alles, was er benötigt, zuführen? Oder fehlen Vegetariern wichtige Nährstoffe, die Mischköstler mit Fleisch und anderen tierischen Produkten aufnehmen? Die Antworten auf diese Fragen hängen ab von der Art der vegetarischen Ernährung und von der Lebenssituation, in der sich jemand befindet.
Gesunde Erwachsene, die auf abwechslungsreiche und ausgewogene Kost achten und neben pflanzlichen Produkten auch Eier und Milchprodukte essen (so genannte Ovo-lacto-Vegetarier), nehmen alle lebenswichtigen Nährstoffe in genügender Menge auf. Zu diesem Schluss kommen zahlreiche Ernährungswissenschaftler, und auch das Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz betrachtet ovo-lacto-vegetarische Ernährung als gesunde Ernährungsweise: Die Versorgung mit Eisen, den Vitaminen D und B12, mit Zink und Selen sowie mit allen wichtigen Eiweißen sei gewährleistet.
Wer sich vegan ernährt, also auch keine Milchprodukte und Eier zu sich nimmt, braucht schon spezielles Wissen für eine Versorgung mit allen nötigen Nährstoffen. Bewusste, abwechslungsreiche Ernährung ist hier besonders wichtig, vor allem eiweiß-, kalzium- und eisenhaltige Gemüse und Früchte sollten auf dem Speiseplan stehen. Kritisch ist auch die Versorgung mit Vitamin B12, das fast nur in tierischen Erzeugnissen enthalten ist. Hier sollte auf mit Vitamin B12 angereicherte Lebensmittel oder Ergänzungsstoffe zurückgegriffen werden.
Problematisch kann vegetarische oder vegane Ernährung in bestimmten Lebensphasen sein: bei Säuglingen, Kleinkindern und Jugendlichen zum Beispiel, bei Schwangeren, stillenden Müttern und im Alter. Diese Personengruppen müssen besonders auf die Zufuhr der zuvor genannten Nährstoffe achten und sollten angereicherte Lebensmittel oder Supplemente zu sich nehmen. Mit dem nötigen Wissen und genügend Erfahrung ist vegetarische und vegane Ernährung jedoch in allen Lebensphasen möglich.



