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Bergwerk

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Chinas gefährliche Gruben
Seit rund 2.200 Jahren wird in China Kohle abgebaut. Vor über eintausend Jahren erlebte das Land seinen ersten Kohleboom als die Kaiser der Song-Dynastie für einen Palastbau große Mengen an Holz verbauten, sodass das Brennholz in umliegenden Gegenden aufgebraucht war. Die Bevölkerung musste zwangsläufig auf Kohle umsteigen, um Heim und Werkstätten zu beheizen.

Die Japaner waren es, die 1931 als Besatzer der Mandschurei den Bergbau zur Großindustrie machten. Bis 1942 verdoppelte sich die Kohleproduktion.

Seither ist China das Land mit den meisten und schwerwiegendsten Bergbauunfällen. Zwischen 1992 und 2002 ließen rund 60.000 Menschen ihr Leben in den Schächten. Jeden Tag sterben im Schnitt 17 Arbeiter.

Als größtes Grubenunglück aller Zeiten gilt bis heute der Brand und die anschließende Explosion im Bergwerk Benxihu im Jahr 1942. Um den Brand zu stoppen, schalteten die Betreiber die Belüftung aus, und nahm dabei in Kauf, dass ein großer Teil der Belegschaft noch in der Grube war. Die meisten Kumpels starben an Erstickung. 1549 Arbeiter kamen ums Leben. In damaligen Zeitungsartikeln sprach man von 34 Toten.

Die Arbeitsbedingungen erinnern westliche Beobachter an die Zeit der frühen Industrialisierung oder an eine Strafkolonie: Maultiere und Pferde ziehen die Loren in den Schächten, Arbeiter schuften in 16stündigen Schichten.

Schlechte Ausrüstung, mangelhaft ausgebildete Arbeiter - oft kommen sie als junge Männer aus ihren Heimatorten und heuern ohne Ausbildung in einer Grube an - und geringe Investitionen in neue Abbau- und Sicherheitstechnologien machen die chinesischen Bergwerke so gefährlich.

Die staatlichen, meist von Subunternehmern geführten und die privaten Bergwerke Chinas fördern jeweils täglich mehrere Tausend Tonnen Kohle. Maximale Fördergrenzen werden häufig nicht beachtet, denn "man verdient im Bergbau nichts, wenn man sich an alle Regeln hält", so die allgemeine Meinung. Die Existenz vieler kleiner illegaler Bergwerke macht die Überwachung zusätzlich schwierig.

China verfügt über das größte Bergbaurevier der Welt. Der Kohlegürtel des Landes erstreckt sich von der Mandschurei im Osten bis nach Kasachstan im Westen. Siebzig Prozent der chinesischen Energie wird durch Verbrennung von Kohle erzeugt.

Wesentlichen Aufwind erfuhr die Montanindustrie in den letzten Jahren, als die Kohlepreise in die Höhe schossen. 48 Prozent der Weltproduktion stammen allein aus der Region Datong, in der nordchinesischen Provinz Shanxi.

Neben den gesundheitlichen und seelischen Folgen für die Arbeiter kommt es in chinesischen Bergbauzentren zu massiven Umweltschäden: Der Untergrund ist in einigen Regionen, zum Beispiel in Datong, bereits so ausgehöhlt, dass es jederzeit zu Erdrutschen kommen kann. Doch Städte wie Datong leben einzig von der Grube. Ein chinesisches "Wunder von Schlema" wäre ein Segen für die Region.

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Richard Friedrich, ...
Königlich-Sächsischer Werksmeister, war 1909 zum ersten Mal mit einigen Helfern in den Markus-Semmler-Stollen in Oberschlema eingefahren. Ihn lockte das Mineral Uran, dessen Eigenschaft, beim Zerfall intensive radioaktive Strahlen auszusenden, der französische Forscher Antoine-Henry Becquerel 1896 entdeckt hatte.

Die sächsische Staatsregierung hatte sich vom weltweit kursierenden "Radiumfieber" anstecken lassen und wollte die radioaktiven Wässer wirtschaftlich nutzen. Zwei Jahre dauerte es, bis Richard Friedrich im mittelalterlichen Stollensystem die "stärksten Radonquellen der Welt" fand.

Der Ausgabe von Radonwasser an einer Bretterbude folgte der Wasserversand in trichterförmigen Glasflaschen. 1918 wurde das erste Kurhaus mit einundzwanzig Badewannen und einem kleinen Emanatorium (Gasausfluss) eröffnet. Die Radonkuren waren so erfolgreich bei der Behandlung von Rheuma- und Gichtkrankheiten, dass immer mehr Kurgäste ins Erzgebirge kamen.

Innerhalb von fünfundzwanzig Jahren entstanden entlang des Schlemabaches und der Eisenbahnlinie von Aue nach Schneeberg Hotels, Pensionen, Restaurants, Boulevards und Stadtplätze. 1943 erreichten die Besucherzahlen ihren Höchststand. Oberschlema erlangte Weltruf.