Mysterium Edelstein
Diamanten eignen sich dank ihrer Härte als Teile von Bohr- oder Schneidewerkzeugen. Saphir, Opal und Co. gelten dagegen als Glücksbringer oder sogar als gesundheitsfördernd.Türkis, Hämatit, Amethyst, Opal, Jaspis: Können Edelsteine den Menschen klüger und gesünder machen?
Dummheit, Trunksucht, Jähzorn
Sollte es tatsächlich so einfach sein: Steine gegen Dummheit, Trunksucht, Jähzorn, Missmut und weitere verdrießliche Eigenschaften? Immerhin, mit solcher Ansicht steht Hildegard von Bingen nicht allein. Edle Steine gelten seit Anbeginn der Geschichte als Mysterium, viele verschiedene Kulturen haben sich damit auseinandergesetzt. Auch heute noch sind ihm Naturheilkundler und Esoterikfans gleichermaßen verfallen.
Inbegriff des Leblosen
Eigentlich Inbegriff des Leblosen, scheinen edle Steine eine immense Anziehungskraft und Wirkung zu besitzen. Doch worin besteht diese Wirkung? Wie und wann kann man sie nutzen? Eine ihnen eigene Doppelnatur aus Energie (die sie von den magischen Strahlen der Sonne erhielten) und Materie sei das Geheimnis, glaubte Hildegard von Bingen. Durch ihre "besondere Wirkung auf das Glücks- und Gefühlszentrum des Menschen" könnten sie "Stimulationen" auslösen, die das Abwehrsystem stärken und den Heilungsprozess ankurbeln.
Kunst des Heilens
Den erwählten Stein nur in der Hosentasche oder am Halsband zu tragen - wie es gerade unter halbwissenden Hobbyesoterikern verbreitet ist - reicht freilich nicht immer, um Heilung und Glück zu erlangen. Die Kunst des Heilens mittels edler Steine - Litotherapie, so der Fachausdruck - ist eine Kunst für sich und hat Tradition. Ihr Ausgangspunkt ist Indien. Neun Steine gelten hier seit jeher als besonders edel, darunter Diamant, Smaragd, Beryll und Rubin.
Armband mit Opal: Für die Römer war er der Stein der Liebe und Hoffnung.
Geheilt wird durch das Tragen eines mit Edelsteinen bestückten Amuletts, durch Auflegen, in den Mund nehmen, sowie mittels Elixieren, Tinkturen und Salben, die aus pulverisierten Steinen gewonnen werden. Im Mittelpunkt der Theorie steht die beruhigende Wirkung auf Körper und Geist. Edelsteine sollen sowohl vor negativen Energien schützen, als auch im Menschen verborgene Kräfte stärken.
Bereits Babylonier und alte Ägypter haben eine spezielle Wirkung der Steine propagiert. Hier waren sie jedoch weniger Medizin, mehr Glücksbringer. In griechischen Mysterienschulen, mittelalterlichen Bauhütten und spirituellen Orden hat sich dieser Glaube erhalten. Doch nicht jeder Stein bringt jedem Menschen den erhofften Erfolg. Zu beachten ist unbedingt die Verbindung der Edelsteine mit dem Sternzeichen, unter dem eine bestimmte Person das Licht der Welt erblickte. Diese Theorie findet in unzähligen Büchern, in Seminaren und auf diversen Webseiten ihre Verbreitung.
Onyx für den Löwen
So könne sich der Fisch mit einem Amethyst schmücken, der Schütze mit einem Topas und der Onyx sei idealer Begleiter des Löwen. Ein wichtiges Kriterium sei die Farbe, in welcher der jeweilige Stein funkelt. Gelbliche Töne passen zu Zwilling und Jungfrau, während Skorpion, Widder und Stier im wahrsten Sinne des Wortes rot sehen.
Nicht suchen, sondern finden
Mittlerweile haben sich die Kriterien der Auswahl, wie die Traditionen verschiedener Religionen und Kulturkreise, im Esoteriksumpf vermischt: Sternzeichen, Geburtsmonat und -jahr, Jahreszeit sowie Wochentag, Farbe und Form - alles kann maßgebend sein. Vielfach wird sogar die Ansicht vertreten, der ideale steinerne Begleiter müsse nicht gesucht werden, sondern fände die bestimmte Person selbst. Nach dem Motto: Gut ist was gefällt - und wenn es einem beim Berühren des kalten Materials warm ums Herz wird, dann hält man garantiert den richtigen Stein in Händen.
Glaube hilft
Ob jemand sich nun von seinem Glücksstein finden lässt, ihn geschenkt bekommt oder ob der Homöopath ihn mit Edelsteinen vom Zipperlein befreit: Für Edelsteine gilt dasselbe, wie für alle anderen Heilmittel und Gegenstände des esoterischen Bereichs: Hilfe und Glück bringen sie nur demjenigen, der an sie glaubt.
Susanne Fetter (08.01.2005)
Infobox
Wie der Name schon sagt
Edelsteine sind besonders kostbare und edle Mineralien. Zu ihnen werden auch steinähnliche, organische Produkte wie Korallen, Bernstein und Perlen gezählt. Ihre Einteilung erfolgt nach Dichte, Kristallform, Spaltbarkeit, Härte und Bruch. Welches Mineral zu den Edelsteinen gehört, ist je nach Kulturkreis unterschiedlich.
Das Gewicht von Edelsteinen wird seit der Antike in Karat gemessen. Seit 1907 ist sowohl in Europa als auch in Amerika das metrische Karat (200 Milligramm) gebräuchlich. Wertvollster und begehrtester aller Edelsteine ist der Diamant. Er besteht aus reinem Kohlenstoff, der sich durch Druck im Erdinnern verdichtet hat.
Edelsteine sind besonders kostbare und edle Mineralien. Zu ihnen werden auch steinähnliche, organische Produkte wie Korallen, Bernstein und Perlen gezählt. Ihre Einteilung erfolgt nach Dichte, Kristallform, Spaltbarkeit, Härte und Bruch. Welches Mineral zu den Edelsteinen gehört, ist je nach Kulturkreis unterschiedlich.
Das Gewicht von Edelsteinen wird seit der Antike in Karat gemessen. Seit 1907 ist sowohl in Europa als auch in Amerika das metrische Karat (200 Milligramm) gebräuchlich. Wertvollster und begehrtester aller Edelsteine ist der Diamant. Er besteht aus reinem Kohlenstoff, der sich durch Druck im Erdinnern verdichtet hat.


