US Marine auf Patrouille im Irak. Längst geht es auch um Öl. (Bild: US Navy)
Krieg ums Öl?
Sogar Kriege um den Rohstoff Öl sind denkbar. Als Vorbote solcher Konflikte deuten manche schon heute die Präsenz US-amerikanischer Truppen im Irak. Fakt ist, dass die USA derzeit für ein Viertel des weltweiten Erdölverbrauchs verantwortlich sind und sechzig Prozent ihres Bedarfs importieren. Die Autoren Hauke Ritz und Otto Wiesmann weisen darauf hin, dass die US-Amerikaner die Seewege für Öl kontrollieren und in zahlreichen Ländern im Nahen Osten und rund ums Kaspische Meer Militärbasen unterhalten. Ihr Fazit: "Es wäre naiv, davon auszugehen, dass die USA im Falle einer Energiekrise von dieser Vormachtstellung keinen Gebrauch machen würden."
Ölfabrik im Irak: Drei Viertel der globalen Ölreserven liegen im Nahen Osten. (Bild: USAID)
Wann die Krise kommt, darüber sind Wissenschaftler, Politiker und Experten der Ölfirmen jedoch uneins. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sagte 2006 die Förderspitze "innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre" voraus. Die Internationale Energieagentur (IEA) sah das lange Zeit optimistischer: Nicht vor 2030 komme Peak Oil auf die Menschheit zu, hieß es 2008. 2009 wurde die Prognose dann angepasst - bei der IEA ist jetzt 2020 Termin. Nach Berechnungen der Energy Watch Group ist das Ölfördermaximum sogar schon im Jahr 2006 eingetreten.
"Gangbare" Alternativen
Selbst wenn Peak Oil noch zwanzig Jahre entfernt sein sollte - für Vorbereitungen ist es nie zu früh. Zu diesem Schluss kommt der Wissenschaftler Robert Hirsch in einem 2005 für das US-Energieministerium herausgegebenen Bericht zum Thema Peak Oil. Um die Folgen der Förderspitze abzufangen, empfiehlt Hirsch, "gangbare" Alternativen "mehr als ein Jahrzehnt vor der Förderspitze in Kraft" zu setzen. Aber welche Alternativen könnten das sein? Fossile Energieträger wie Erdgas und Kohle sind ebenfalls begrenzt. Die Akzeptanz der Atomkraft hängt an der Sicherheit und am Problem der Entsorgung. Energie aus erneuerbaren Quellen wird zwar ausgebaut, kann aber die Nachfrage in absehbarer Zeit nicht befriedigen.
Öl = Wachstum
Bliebe die Idee, den Energieverbrauch, also Verkehr, Produktion und Konsum, drastisch einzuschränken. Doch das widerspräche der Logik des Weltwirtschaftssystems. Hier geht es ums Wachstum, und steigender, nicht sinkender, Energieverbrauch macht das möglich. Der Abschied vom Öl fällt schwer, immerhin, so Ritz und Wiesmann, "steht und fällt die kapitalistische Industrialisierung mit der Verfügbarkeit von Öl." Die Frage ist: wie lange geht das noch gut?
Urte Paul (aktualisiert 30.08.2010)
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Die großtechnische Förderung von Ölreserven begann Mitte des 19. Jahrhunderts, unter anderem im heutigen Aserbaidschan, in Deutschland und in den USA. Die in den USA geförderte Menge stieg von zweitausend Fass im Jahr 1859 auf zwanzig Millionen Fass nur zwanzig Jahre später; 1906 waren es schon mehr als 120 Millionen. Auch in Kanada (1910), dem heutigen Indonesien (1885), Iran, Peru und Mexiko wurde bald Öl gefunden und industriell gefördert.
US-Ölkonzerne entdeckten 1938 große Vorkommen im Nahen Osten und begannen, sie auszubeuten. Wegen eines Überangebots an Öl sanken in den 1950ern die Preise und viele Ölförderländer kamen in finanzielle Schwierigkeiten. Fünf von ihnen (Irak, Iran, Kuwait, Saudi- Arabien und Venezuela) gründeten daher 1960 die OPEC, die Organisation Erdöl exportierender Länder - eine Art Kartell, das Absprachen initiiert, Förderquoten festlegt und somit den Ölpreis kontrolliert.
Der OPEC gehören 2010 12 Staaten an. Die Mitgliedsstaaten verfügen über drei Viertel der verbliebenen Ölreserven und fördern vierzig Prozent allen Erdöls. 2009 kam das meiste Erdöl (494,2 Millionen Tonnen) aus Russland, Saudi-Arabien förderte 459,5 Millionen Tonnen. Die nächstgrößeren Produzenten sind die USA, Iran, China, Kanada und Mexiko. Den absolut höchsten Verbrauch haben die USA, gefolgt von China, Japan, Indien, Russland, Saudi-Arabien und Deutschland. Pro Kopf und Jahr verbrauchen die USA 26 Fass, Deutschland 11,7, China 1,7 und Indien 0,8 Fass.
US-Ölkonzerne entdeckten 1938 große Vorkommen im Nahen Osten und begannen, sie auszubeuten. Wegen eines Überangebots an Öl sanken in den 1950ern die Preise und viele Ölförderländer kamen in finanzielle Schwierigkeiten. Fünf von ihnen (Irak, Iran, Kuwait, Saudi- Arabien und Venezuela) gründeten daher 1960 die OPEC, die Organisation Erdöl exportierender Länder - eine Art Kartell, das Absprachen initiiert, Förderquoten festlegt und somit den Ölpreis kontrolliert.
Der OPEC gehören 2010 12 Staaten an. Die Mitgliedsstaaten verfügen über drei Viertel der verbliebenen Ölreserven und fördern vierzig Prozent allen Erdöls. 2009 kam das meiste Erdöl (494,2 Millionen Tonnen) aus Russland, Saudi-Arabien förderte 459,5 Millionen Tonnen. Die nächstgrößeren Produzenten sind die USA, Iran, China, Kanada und Mexiko. Den absolut höchsten Verbrauch haben die USA, gefolgt von China, Japan, Indien, Russland, Saudi-Arabien und Deutschland. Pro Kopf und Jahr verbrauchen die USA 26 Fass, Deutschland 11,7, China 1,7 und Indien 0,8 Fass.



