Seite drucken

LexiTV - Das MDR Wissensmagazin - Bildung für alle

 

Dieser Artikel gehört zum Thema

Holz

Infobox

Stirbt der deutsche Wald?
Nein, der deutsche Wald stirbt nicht. Er wird totgeschrieben. Und das seit mehr als zwanzig Jahren. Im Jahr 1983 tauchte der Begriff Waldsterben erstmals auf - als Schlagwort für das Phänomen großflächiger Waldschädigungen durch sauren Regen, Ozon oder Schwermetalle. Gut ein Drittel des deutschen Waldes befand man damals für krank.

Im Jahr 2002 waren laut offiziellem Waldschadensbericht nur mehr dreißig Prozent aller Bäume völlig gesund. Doch das in den 1980er Jahren befürchtete großflächige Absterben der Wälder blieb aus. In den Medien wird allerdings immer wieder über stark zerstörte Waldgebiete im Harz oder im Erzgebirge berichtet, die mit ihren abgestorbenen Bäumen stellvertretend für das große Waldsterben in ganz Deutschland stehen sollen. Solche gravierenden Schäden sind jedoch nirgendwo sonst zu beobachten.

Dennoch ist die Gesundheit vieler Bäume durch Schadstoffaustoß beeinträchtigt - was an Symptomen wie der zunehmenden Verlichtung der Baumkrone und dem Austrocknen des gesamten Baumes zu erkennen ist. Hinzukommt, dass natürliche Schädlinge, wie Pilze oder der Borkenkäfer, den Baumbestand bedrohen. Weil besonders Monokulturen betroffen sind, werden heute vermehrt Mischwälder angelegt. Der Vergiftung der Umwelt weiter entgegenzuwirken, dürfte aber auch nicht schaden.