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Leder

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Leder ist ein Naturprodukt. Gerben heißt der Prozess, der die Haut eines Tieres für spätere Zwecke haltbar macht. Damit es soweit kommen kann, muss das abgezogene Fell entweder mit Salz konserviert oder nur gekühlt werden.

Noch vor dem eigentlichen Verfahren des Gerbens reinigt man das Tierfell in großen Fässern mit Wasser, wobei es seinen ursprünglichen Wassergehalt zurückerlangt. Schließlich befreien scharfe Messerwalzen das Fell von Fleisch- und Fettresten.

Durch Zugabe einer Kalklösung lösen sich im Äscher die Haare von der Haut. Der Stoppeln entledigt, wird die dicke Tierhaut ihrer Länge nach gespalten. Die obere Hautschicht ist strapazierfähiger, die dünnere untere Schicht kann zu Veloursleder weiterverarbeitet werden.

Beim Gerben selbst behandelt man die Haut mit mineralischen Chromsalzen, worauf die Hautfasern die Gerbstoffe aufnehmen und sich stabilisieren. Das so entstandene dauerhaft beständige Leder wird entwässert und in der Presse auf die gewünschte Stärke gefalzt. Der beabsichtigte Härtegrad ergibt sich durch Zugabe von Fetten.

Nach dem Trocknen unterzieht man die Tierhaut einer abschließenden Oberflächenbehandlung, die das endgültige Aussehen des Leders bestimmt. Das Zuschneiden kann beginnen.

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Chromgegerbtes Leder besteht zu einem Fünftel aus chemischen Substanzen. Als Gerbstoffe dienen bei der industriellen Produktion von Leder üblicherweise Chrom-III-Salze. Die verbleibenden Substanzen können in hoher Konzentration problematisch für Allergiker sein.

Sehr viel bedenklicher sind jedoch Chrom-VI-Verbindungen, die als Verunreinigung vorkommen, krebserregend sind und über den Produktionsprozess hinaus im Leder bleiben können. So wurden die giftigen Chemikalien bereits in Produkttests nachgewiesen. Zwar ist Deutschland in der umweltverträglichen Lederherstellung führend, in der Praxis können Richtlinien jedoch nicht weltweit durchgesetzt werden.

Da das chemische Verfahren am billigsten und das so entstandene Leder weicher und gleichzeitig widerstandsfähiger als pflanzlich gegerbtes Leder ist, werden weltweit gut achtzig Prozent der Lederwaren chromgegerbt. Um die Gesundheit der Verbraucher zu schützen, ist es erforderlich, dass die bei der Gerbung und Färbung eingesetzten Chemikalien deklariert werden und Allergiker auf problematische Stoffe hingewiesen werden.