Klassisches Blau-Weiß
Schon vor rund 1.400 Jahren genossen Gourmets Tee aus chinesischem Porzellan. Und im 12. Jahrhundert kam das zerbrechliche Erzeugnis über Chinas Grenzen hinaus nach Europa - und begeisterte.Detail einer chinesischen Vase, um 1660. (Bild: Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, J. Lösel)
Hommage an die Araber
In der Ming-Dynastie (1368 bis 1644) wurde das wohl bekannteste chinesische Porzellan entwickelt: das berühmte Blau-Weiße, in China als Ching-Te-Chen-Porzellan bekannt. Kobalt, die wertvolle blaue Farbe, importierten die Chinesen aus islamischen Ländern wie dem Irak, und mischten es erstmals im 14. Jahrhundert unter die Glasur. Die verschiedensten ausländischen Einflüsse spiegelten sich in der Porzellanware wider: Als Hommage an die Araber verzierte man Einzelstücke mit orientalischen Formen und Farben sowie arabischer Schrift. China exportierte während der Ming-Zeit Porzellan nach Europa: Auf kostspieligen Handelsrouten erreichten die edlen Raritäten die Fürstenhäuser.
Alles brannte nieder
Abrupt brach die Blütezeit des Blau-Weiß-Porzellans um 1600 ab. Es hatte sich eine neue Dynastie auf dem Kaiserthron etabliert. Durch Revolten endete das "goldene Zeitalter" der Ming-Ära in bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Auch die kaiserlichen Porzellanmanufakturen von Ching Te Chen fielen den Aufständen zum Opfer: Alles brannte nieder.
Neue Muster und Farben
Während der Ching-Dynastie (1644 bis 1912) geriet die Produktion des Materials ins Stocken und die klassischen Porzellanmanufakturen erlebten einen drastischen Umsatzrückgang. Neuere Manufakturen erlangten Ansehen am Kaiserhof: Der Blick richtete sich auf Europa - es tauchten bis dahin ungewohnte Muster und Farben auf. Bald wurde auch preiswertere Ware in größeren Mengen produziert. Zwar fertigte man noch Blau-Weiß-Porzellan an, aber Qualität und Menge erreichten nicht mehr das alte Niveau.
Um 1700 entstanden diese Exemplare chinesischer Porzellankunst.
(Bild: Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden)
(Bild: Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden)
Am Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts gelangte China auch wegen seiner innenpolitischen Probleme immer mehr unter den Einfluss ausländischer Mächte. Nicht zuletzt die Porzellanindustrie bekam diesen Zustand zu spüren. In China ließen zahlreiche private Investoren aus Ländern wie Japan, Deutschland oder Großbritannien günstiges Porzellan nach westlichem Vorbild herstellen, um es dann als "China-Porzellan" weltweit profitabel zu verkaufen. Billiges Industrieporzellan ersetzte die aufwändigen Manufakturporzellane.
Wieder traditionell
Lange Jahre blieb es ruhig um Meisterporzellan aus China - erst seit einigen Jahren stellen Manufakturen in Ching Te Chen wieder das klassische Porzellan her. Auch das Blau-Weiß-Porzellan wird wieder auf traditionelle Weise gefertigt. Das strahlend weiße Porzellan mit der glänzenden Oberfläche ohne Brüche und dem leuchtenden Blau hat aber seinen Preis: Eine original Blau-Weiße Porzellanvase wird auf dem Weltmarkt mit 750 Euro gehandelt.
Maja Bilic (23.01.2003/aktualisiert 17.12.2009)
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Porzellan-ABC
Alterung: Für alle Zeiten bleiben sämtliche Eigenschaften des Porzellans wie Festigkeit, Dichte, Härte und Glanz unverändert.
Bone China: Das Knochenporzellan gilt als edelstes aller Porzellane. Der Brite Thomas Frye stellte es 1748 erstmals her, indem er verglühte Knochenasche zur Weichporzellanmasse gab.
Festigkeit: Porzellan hat eine Druckfestigkeit von fast fünf Tonnen pro Quadratzentimeter. Anders formuliert: Stellt man einen Eisenbahnwagen von zehn Tonnen Gewicht auf eine etwa zwei Quadratzentimeter große Porzellanfläche, zerbirst das Porzellan nicht.
Frittenporzellan: Das kaolinfreie Porzellan wurde um 1760 in Frankreich erfunden und wird bei niedriger Temperatur gebrannt.
Hartporzellan: Seine zentralen Merkmale sind der hohe Kaolinanteil (fünfzig Prozent) und die geringe Transparenz. Hartporzellan ist das in Deutschland am häufigsten produzierte Porzellan.
Kaolin: Das vorwiegend in lockeren, weißen Massen auftretende Gestein erhielt seinen Namen nach dem chinesischen Fundort Kao-ling. Es wird auch Ton- oder Porzellanerde genannt.
Porzellan: Das edelste keramische Material besteht aus einem dichten, durchscheinenden und weißen Scherben aus Kaolin, Quarz und Feldspat.
Scherben: Ein Scherben ist die Bezeichnung für die gebrannte Tonmasse bei Keramikerzeugnissen.
Alterung: Für alle Zeiten bleiben sämtliche Eigenschaften des Porzellans wie Festigkeit, Dichte, Härte und Glanz unverändert.
Bone China: Das Knochenporzellan gilt als edelstes aller Porzellane. Der Brite Thomas Frye stellte es 1748 erstmals her, indem er verglühte Knochenasche zur Weichporzellanmasse gab.
Festigkeit: Porzellan hat eine Druckfestigkeit von fast fünf Tonnen pro Quadratzentimeter. Anders formuliert: Stellt man einen Eisenbahnwagen von zehn Tonnen Gewicht auf eine etwa zwei Quadratzentimeter große Porzellanfläche, zerbirst das Porzellan nicht.
Frittenporzellan: Das kaolinfreie Porzellan wurde um 1760 in Frankreich erfunden und wird bei niedriger Temperatur gebrannt.
Hartporzellan: Seine zentralen Merkmale sind der hohe Kaolinanteil (fünfzig Prozent) und die geringe Transparenz. Hartporzellan ist das in Deutschland am häufigsten produzierte Porzellan.
Kaolin: Das vorwiegend in lockeren, weißen Massen auftretende Gestein erhielt seinen Namen nach dem chinesischen Fundort Kao-ling. Es wird auch Ton- oder Porzellanerde genannt.
Porzellan: Das edelste keramische Material besteht aus einem dichten, durchscheinenden und weißen Scherben aus Kaolin, Quarz und Feldspat.
Scherben: Ein Scherben ist die Bezeichnung für die gebrannte Tonmasse bei Keramikerzeugnissen.
Weichporzellan: Ostasiatisches Porzellan ist meist Weichporzellan. Es enthält im Unterschied zu Hartporzellan weniger Kaolin (zwanzig bis vierzig Prozent), wird mit geringerer Temperatur gebrannt und ist zerbrechlicher.



