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Porzellan

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Tradition in Meißen
Am 23. Januar 2010 feiert die Porzellan-Manufaktur in Meißen Jubiläum: Exakt 300 Jahre zuvor gründete August der Starke per Dekret die Königlich-Polnische und Kurfürstlich-Sächsische Porzellan-Manufaktur. Unter Administrator Johann Friedrich Böttger begann noch im gleichen Jahr die Produktion auf der Meißener Albrechtsburg.

Nur wenige Eingeweihte kannten das Rezept des Porzellans, um dessen Verbreitung und damit Konkurrenz zu unterbinden. Einer der Geheimnisträger aber, Samuel Stöltzel, brachte die Rezeptur nach Wien - seit 1718 wird im dortigen Augarten Porzellan hergestellt. Im Gegenzug gelang es den Meißenern 1720, den Wiener Porzellanmaler Johann Gregorius Höroldt nach Sachsen zu verpflichten. Dessen Dekore und Farben sollten weit über Meißen hinaus stilprägend werden.

Ab den 1730er Jahren stellte man in Meißen neben Prunk- und Schmuckgeschirr auch Formplastiken her: dekorative und repräsentative Miniaturen und Prunkfiguren für den Hof in Dresden. Bekanntester und einflussreichster Modelleur der Zeit war Johann Joachim Kaendler.

Die wirtschaftliche Situation der Manufaktur hing maßgeblich von der Finanzsituation der Fürstenhäuser ab - daher gab es immer wieder auch Krisen und finanzielle Schwierigkeiten zu überstehen. Im 100. Jahr ihres Bestehens hätte die Manufaktur beinahe geschlossen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte sie, auch dank des erstarkenden Bürgertums, einen wirtschaftlichen Aufschwung. Zum Verkaufsschlager entwickelte sich das bereits 1730 entwickelte Zwiebelmuster, das in keinem bürgerlichen Haushalt fehlen durfte. Meißener Porzellan war auch auf den Weltausstellungen in London, Paris und Chicago vertreten. 1907 wurde der aus 25.000 bemalten Porzellanplatten bestehende Fürstenzug am Dresdner Schloss eingeweiht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangten Gerätschaften und große Teile der Schausammlung der Manufaktur in die Sowjetunion (die Sammlung kehrte 1960 zurück); seit 1950 war die Produktionsstätte ein Volkseigener Betrieb. 1991 ging die Manufaktur über in die Hände des Freistaats Sachsen.

Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH beschäftigt heute rund achthundert Mitarbeiter und ist in etwa dreißig Ländern mit eigenen Fachhändlern und Geschäften vertreten. Zu erkennen ist original Meißener Porzellan seit 1722 an seinem typischen Markenzeichen: den zwei gekreuzten Schwertern.

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Scherben bringen Glück
"Je mehr Pölte, je mehr Glück", so eine alte Volksweisheit. Der Brauch einen Polterabend am Vorabend der Hochzeit zu feiern, ist älter als die christlichen Zeremonien: Seit langer Zeit hält sich der Glaube, dass viel Geschrei und Lärm - das Poltern - böse Geister vertreibt, die das junge Glück zerstören wollen. Daher bringen die Gäste altes Geschirr mit und zerschlagen es vor der Tür des heiratswilligen Paares. Doch Vorsicht ist geboten: Es ist nur mit Porzellan oder Keramik zu poltern, keinesfalls mit Glas: das bringt Unglück!