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Stahl

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Stahlindustrie
Jährlich werden über 1.400 Millionen Tonnen Stahl erzeugt, das entspricht einem Anteil von über 90 Prozent an der Gesamtheit der weltweit produzierten Metalle. In den letzten zehn Jahren ist der Bedarf an Stahl vor allem im Wachstumsland China beträchtlich gestiegen. Um etwa 40 Prozent wuchs die weltweite Stahlproduktion in dieser Zeit.

Ein Viertel der Weltproduktion entfällt auf Europa. Mit Abstand bedeutendstes Herstellerland ist China, mit einem stolzen Anteil von rund 44 Prozent. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Japan und die USA.

Deutschland ist trotz Stahlkrise, massivem Stellenabbau und Standortschließungen größter Stahlproduzent in der Europäischen Union und liegt mit einer Produktion von 44 Millionen Tonnen weltweit auf Platz sieben.

Die deutschen Stahlwerke verdanken ihr Überleben nicht mehr der Massenproduktion. Chancen des Standorts sind vielmehr seine lange Tradition und die hohe Qualifikation der Mitarbeiter.

Die Forscher der großen Konzerne tüfteln ständig an Innovationen. Beleg dafür ist die Tatsache, dass von den etwa 2.300 verschiedenen Qualitätsstufen, in denen Stahl heute hergestellt werden kann, die Hälfte erst in den letzten Jahren entwickelt wurde.

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Kanonenkönig Krupp
Alfred Krupp (1812 bis 1887) trat mit 14 Jahren die Leitung der Stahlfirma seines verstorbenen Vaters an. Und er baute das Geschäft zum damals größten europäischen Industrieunternehmen aus.
 
Der junge Krupp übernahm die Firma mit sieben Angestellten und 10.000 Talern Schulden. Bis 1830 war die Auftragslage überschaubar. In den Folgejahren belebte der internationale Eisenbahn-Boom die Krupp'schen Geschäfte: Beim Ausbau des Schienennetzes war Stahl in großen Mengen gefragt. 1836 - zwei Jahre nach der Gründung des Deutschen Zollvereins - beschäftigte Krupp schon 60 Mitarbeiter.

Der Durchbruch gelang 1852 mit dem nahtlosen Radreifen. Dieser bruchgeschützte Reifen aus Stahl wurde zum weltweiten Verkaufsschlager. Sogar in den USA nutzte man mehrheitlich die deutschen Reifen. Eintausend Angestellte hatte das Unternehmen zu dieser Zeit.

Die nahtlosen Reifen wurden zum Markenzeichen der Firma und sind heute noch Bestandteil des Firmenlogos der Thyssen-Krupp-AG. Ein zweites Standbein schuf Krupp mit seiner Besteckwalze, für die er 1838 Patent anmeldete. Mit dieser Erfindung wurden Löffel und Gabeln gleichzeitig gewalzt und geprägt.

Doch Alfred Krupp wollte seinen Absatzmarkt noch mehr erweitern. Seit Jahren tüftelte er schon an Waffen. 1857 landete der Unternehmer einen Coup mit der Entwicklung einer Hinterlader-Kanone aus Stahl. Nach anfänglicher Skepsis der militärischen Führung verkaufte Krupp 1860 die ersten Stahlkanonen an die preußische Regierung. Schon bald belieferte die Firma alle europäischen Großmächte, mit Ausnahme Frankreichs.

Krupps Waffen waren es dann auch, die den Preußen im Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 einen großen Vorteil verschafften: Krupp-Waffen schossen im Vergleich zu den veralteten französischen Geschützen mit doppelter Reichweite. Das Wettrüsten der Mächte kam der Gussstahlfabrik in den nächsten Jahren zu Gute.

Am Ende seines Lebens hinterließ Alfred Krupp eine Belegschaft von 20.000 Arbeitern. Zeitlebens hatte er von seinen Kruppianern absolute Loyalität und politische Fügsamkeit erwartet. Im Gegenzug stellte er günstige Betriebswohnungen bereit und schuf eine Krankenversicherung, von der sich später die Bismarck-Regierung inspirieren ließ. Alfred Krupp verstarb im Alter von 75 Jahren in Essen.