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Uran
Radioaktivität

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Radioaktivität...
ist eine natürliche Erscheinung. Es gibt sie überall auf der Welt, sie wirkt - etwa als kosmische Strahlung - jederzeit auf unseren Körper. Radioaktivität kann lebende Zellen schädigen, sie kann zum Beispiel Krebs erzeugen. Entscheidend ist jedoch die Dosis. An geringe Strahlendosen ist das Leben auf der Erde seit Jahrmilliarden gewöhnt.

Gemessen werden Strahlendosen in der Masseeinheit Sievert. In Europa beträgt die durchschnittliche Strahlenbelastung rund 4 Millisievert pro Jahr. 70 Prozent dieser Dosis sind natürlichen Ursprungs, 25 Prozent sind durch medizinische Verfahren verursacht, 5 Prozent gehen auf das Konto von Kernkraftwerken.

Radioaktive Strahlung ist ein Effekt, der regelmäßig bei der Umwandlung instabiler Atomkerne in Atomkerne mit anderer Masse auftritt. Man unterscheidet Alpha-, Beta- und Gammastrahlung: Alpha- und Betastrahlen bestehen aus relativ schweren Kernteilchen, sie haben geringe Reichweiten und sind gut abzuschirmen.

Problematischer ist die aus energiereichem Licht bestehende Gammastrahlung: Nur Bleiplatten oder Betonwände schützen vor ihr.

Ein Spezialfall von Radioaktivität ist die etwa bei atomaren Kettenreaktionen erzeugte Neutronenstrahlung. Doch auch hier existiert ein natürliches Gegenstück: Teilchen aus dem Weltraum "schlagen" einzelne Neutronen aus Sauerstoff- und Stickstoffkernen der Luft.

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Prof. Dr. med. Wolfgang Hoffmann vom Institut für Community Medicine der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald erläutert im Interview mit LexiTV Ursachen und mögliche Folgen radioaktiver Strahlung:
Im Interview: Wolfgang Hoffmann  
Im Interview: Wolfgang Hoffmann













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Spuren von Uran...
gibt es beinahe überall: im Gestein, in den Ozeanen, im Trinkwasser, in der Nahrung, in Stein- und Braunkohle. Wirtschaftlich abbauen lässt sich Uran allerdings nur bei Vorliegen reicherer Vorkommen. Größte Förderländer von Uranerzen sind derzeit Australien, Kanada, Russland, Niger und Südafrika. Gewaltige Uranerz-Lagerstätten befinden sich auch in den USA.

Uran kommt in der Natur niemals in reiner Form vor. Stets ist es an sauerstoffhaltige Mineralien, wie zum Beispiel Pechblende, gebunden. Experten schätzen die Reichweite der bekannten Uranerz-Lagerstätten, je nach zugrunde gelegtem Verbrauch, auf fünfzig bis zweihundert Jahre.

Auf den Zeitraum, in dem auf der Welt Kernkraftwerke betrieben werden können, hat dieser Wert aber kaum Einfluss: Moderne Kraftwerksanlagen, so genannte Schnelle Brüter, wandeln den Anteil an schwer spaltbarem Uran-238 in leicht spaltbares Plutonium um - und erzeugen mehr atomaren Brennstoff, als sie verbrauchen.

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Natürliches Uran...
besteht zu 99,3 Prozent aus dem Isotop U-238 und zu lediglich 0,7 Prozent aus dem leicht spaltbaren Isotop U-235. Die Uran-Anreicherung - im Grunde ein Verfahren zur Isotopen-Trennung - verfolgt den Zweck, den Anteil des Uran-Isotops U-235 zu erhöhen. Nötig ist das für die Herstellung von Kernbrennstoff und von Kernwaffen.

Kraftwerksreaktoren der zur Zeit gängigsten Typen brauchen Uran, dessen U-235-Anteil auf 3 bis 5 Prozent erhöht wurde. Einige wenige Reaktoren kommen sogar mit Natururan aus. Für Kernwaffen ist hingegen eine sehr hohe Anreicherungsstufe erforderlich: mindestens 85 Prozent! Solches hochangereicherte Uran unterscheidet sich von nur angereichertem Uran für zivile Zwecke.

Zwei Methoden werden zur Anreicherung angewandt: die Gasdiffusionsmethode und die Anreicherung durch Gaszentrifugen. Letzteres ist das wichtigere Verfahren. Man nutzt dabei das unterschiedliche Gewicht der Atomkerne der beiden Isotope zur Isotopentrennung mittels Fliehkraft.

Bei jedem Anreicherungsvorgang entsteht auch abgereichertes Uran mit einem U-235-Anteil um 0,3 Prozent. Dieses Nebenprodukt der Uran-Anreicherung findet ebenfalls einen militärischen Verwendungszweck: Uranmunition besteht aus abgereichertem Uran.

Das Beherrschen der Gaszentrifugen-Technologie bildet für Schwellenländer einen Schritt auf dem Weg zur Atommacht. Allerdings ist der Bau riesiger Anlagen mit Gaszentrifugen kaum leichter geheim zu halten als der Bau von Atomkraftwerken.