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Dalai Lama

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13 Dalai Lamas - ein Rückblick
1578 verlieh der mongolische Fürst Altan Khan dem buddhistischen Mönch Sonam Gyatso den Titel Dalai Lama - was so viel bedeutet wie "Ozeangleicher Lehrer". Gyatso hatte den Buddhismus in der Mongolei durchgesetzt. Der Fürst sicherte ihm im Gegenzug für geistlichen Schutz politisch-militärische Unterstützung zu. (Sonam Gyatso gilt übrigens als dritter Dalai Lama; seinen zwei Vorgängern wurde der Titel postum verliehen.)

Ein paar Jahrzehnte später, 1642, machte der mongolische Fürst Gushri Khan den (mittlerweile fünften) Dalai Lama zur obersten Autorität Tibets. Die Geschäfte sollte ein Regent, der Desi, führen. Der Tod des fünften Dalai Lama 1682 stellte die Regierung vor eine schwierige Situation: Sie musste den in einem Kleinkind wiedergeborenen Mönch finden und musste ihn erziehen und ausbilden, bis er seine Rolle als Staatsoberhaupt einnehmen konnte. Während dieser mindestens fünfzehn Jahre würde Tibet schutzlos dastehen gegen innere und äußere Feinde. Also beschloss man, den Tod des fünften Dalai Lama geheim zu halten. Erst 1696 präsentierte man seinen Nachfolger - die verbündeten Mongolen und die chinesischen Nachbarn fühlten sich hintergangen.

Es begann eine Zeit der Wirren in Tibet: Der sechste Dalai Lama ließ sich nach einer Auseinandersetzung mit dem Desi in den Laienstand zurückversetzen, verbrachte die Tage bis zu seinem Tod im Park des Potala-Palasts und die Abende in der Taverne. Der mongolische Herrscher setzte einen siebten Dalai Lama ein, an dessen Echtheit aber Zweifel bestanden. Nachdem sich mongolische und dsungarische Heere in Tibet aufgerieben hatten, brachte das chinesische kaiserliche Heer den vom Volk unterstützten "echten" siebten Dalai Lama 1720 nach Lhasa. Die Chinesen beseitigten das Amt des Desi und setzten stattdessen den Ministerrat (Kashag) ein. Tibet unterstand nun dem Kaiserreich; ab 1788 gab es einen kaiserlichen Regenten.

Der siebte Dalai Lama und sein Nachfolger regierten jeweils nur für kurze Zeit. Alle späteren Oberhäupter starben jung, vermutlich nicht immer auf natürliche Weise. Tibet blieb unter der Herrschaft kaiserlicher Regenten, bis der dreizehnte Dalai Lama 1895 die Macht übernahm. Um die Wende zum Zwanzigsten Jahrhundert überlegten die Tibeter, sich eine neue Schutzmacht zu suchen; man verhandelte mit Russland und mit dem Britischen Empire. China rückte nicht von seinem Anspruch auf Tibet ab; 1910 floh der Dalai Lama nach Sikkim im heutigen Indien. Nach dem Ende des Kaisertums 1911 verschwanden die chinesischen Truppen plötzlich aus Lhasa. 1913 erklärte der heimgekehrte Dalai Lama die Unabhängigkeit Tibets.