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Dalai Lama

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Der vierzehnte Dalai Lama wurde am 6. Juli 1935 in eine Bauernfamilie in der tibetischen Provinz Amdo geboren. Seine Eltern gaben ihm den Namen Lhamo Dhondup. Als Lhamo etwa drei Jahre alt war, erkannte eine Delegation der tibetischen Regierung den Jungen als Reinkarnation ihres Oberhaupts - Visionen hatten den Mönchen den Weg gezeigt. 1939 brachten sie den neuen Dalai Lama in die Hauptstadt Lhasa. Er erhielt den Mönchsnamen Tenzin Gyatso und wurde am 22. Februar 1940 als offizieller spiritueller Führer Tibets inthronisiert. Es folgten viele Jahre des Studiums: Nicht weniger als 175 Lehrer unterwiesen Tenzin in tibetischer Kunst und Kultur, Logik, Sanskrit, Medizin, Meditation, buddhistischer Wissenschaft... Der junge Mönch interessierte sich außerdem für Technik und Astronomie; westliche Besucher stachelten seine Neugier auf die Welt an.

Er werde das Licht des Buddhismus in die Welt tragen, weissagte einst ein Orakel über den vierzehnten Dalai Lama. Seit 1973 ist der Tibeter in der Welt unterwegs, hält Vorträge und Reden. Manchem erscheinen seine Worte platt, etwa wenn er sagt "Geld ist nicht alles." Dabei ist der Mönch Doktor der buddhistischen Philosophie, versierter Logiker und passionierter Forscher. Der Dalai Lama hält Vorlesungen, diskutiert mit Wissenschaftlern über Quantenphysik, interessiert sich für Zusammenhänge zwischen Neurowissenschaft und Buddhismus.

Drei großen Aufgaben hat sich der vierzehnte Dalai Lama verschrieben: An erster Stelle steht die Förderung von menschlichen Werten wie Mitgefühl, Vergebung, Toleranz, die das Glück und die Überwindung von Leid ermöglichen. Weil solche Werte nicht von der Religion abhängen, nennt der Dalai Lama sie auch weltliche Ethik. Zweitens bemüht sich der Mönch um die Harmonie zwischen den Glaubensrichtungen. Alle großen Religionen hätten das Potenzial, gute Menschen hervorzubringen, und verdienten daher Respekt. Drittens engagiert sich der Dalai Lama als Sprecher seines Volkes in dessen Kampf für Gerechtigkeit. Diese Aufgabe sieht er als vollendet an, sobald es zu einer "beiderseitig vorteilhaften Lösung zwischen Tibetern und Chinesen" gekommen sei.