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Fasten

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Fasten im Islam
Auch unter Muslimen gilt Fasten als gottgefällige, segensreiche Handlung. Hier bildet es die so genannte Vierte Säule des Islam. Alle gläubigen Muslime sind dazu verpflichtet. Zeit des Fastens ist der Monat Ramadan, da hier die Offenbarung des Koran an den Propheten Mohammed begann.

Die tägliche Fastenzeit umfasst die Zeit des Tageslichts. Dabei haben sich die Gläubigen jeder Nahrungsaufnahme, sowohl Speisen als auch Flüssigkeiten, zu enthalten. Unter das grundsätzliche Verbot fallen auch sinnliche Befriedigungen, zum Beispiel Parfum, Tabak und Geschlechtsverkehr. Sich während des Fastens mit dem Koran zu beschäftigen, wird als besonders verdienstvoll angesehen. Nach Einbruch der Dunkelheit sollte die erste Speise aus Datteln und Wasser bestehen, bevor in der Nacht wieder all jenes erlaubt ist, was am Tage zu unterlassen war.

Wie bei allen religiösen Pflichten erfährt sich der Muslim auch beim Fasten als Teil einer Gemeinschaft: So gilt der Monat Ramadan nicht nur als Zeit der Vergebung Allahs für die Sünden des Einzelnen, sondern auch als Zeit der Versöhnung zwischen den Menschen.

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Fasten im Judentum
Das Judentum kennt sechs Fastentage. Zum Fasten angehalten sind gläubige Frauen ab dem 12. und gläubige Männer ab dem 13. Lebensjahr. Ausnahmen gelten für Schwangere, Kinder und Kranke. Die Fastenzeit beginnt meist mit Sonnenaufgang und endet eine Stunde nach Sonnenuntergang. Während dieser Zeit wird nicht gegessen und nicht getrunken.

Im Frühherbst, zwei Tage nach dem jüdischen Neujahr, begeht die jüdische Gemeinde das Fasten an Zom Gedaljah. Damit erinnert sie an Gedaljah, einen Ermutiger und Förderer des Judentums im Exil, der von seinen Feinden ermordet wurde.

Gefastet wird auch am ersten Schabbat des Jahres: Jom Kippur. Juden danken dann der Vergebung der Sünden und feiern die Versöhnung mit Gott. Zum 25stündigen Fasten gehört, sich nicht zu waschen und nicht die Kleidung zu wechseln. Auch Sex ist nicht erlaubt. Das Fasten endet mit einem feierlichen Nachtmahl.

Die weiteren vier Fastentage gedenken der Geschehnisse um die Zerstörungen des Tempels in Jerusalem, zuerst am 10. Tewet. Mit der Belagerung durch den babylonischen König Nebukadnezar begann an diesem Tag die Zerstörung Jerusalems und die Vertreibung der Juden im 6. Jahrhundert v. Chr.

Es folgt im Frühling, zu Ta'anit Esther, ein Fastentag in Gedenken an Esther: Als jüdische Gemahlin des persischen Königs bewahrte sie das Judentum im babylonischen Exil vor der Vernichtung durch den Prinzen Haman 356 v. Chr. Diesen Erfolg feiern Juden am Tag nach dem Fasten, Purim, mit ausgiebigem Essen und Trinken.

Die letzten Fastentage liegen im Sommer: der 17. Tammus und der 9. Aw. Sie bilden Anfang und Ende der Drei Wochen und erinnern an die genauen Tage der Zerstörungen des Tempels. Der 9. Aw ist ein besonderer Trauertag und wird ähnlich wie Jom Kippur reglementiert. Das Fasten beginnt mit dem Sonnenuntergang des Vortags und Strenggläubige sitzen vom Morgen bis zum Mittag nur auf dem Boden. Getrauert wird bis zum Mittag des 10. Aw.