Eine knifflige Frage
Die Kultur kam mit dem Feuer. Erlosch es, hing das Leben am seidenen Faden. Da lag es nahe, die Flammen zu vergöttern. Antike Philosophen wollten es genauer wissen: Was ist denn Feuer?In vorgeschichtlichen Siedlungen war das Lagerfeuer das Zentrum. Bis heute ist es ein Symbol für Geselligkeit.
Historischer Fund
Die verkohlten Reste jenes Ur-Lagerfeuers wurden 2004 von einem Forscherteam der Hebräischen Universität Jerusalem ausgegraben. Sie gelten als Beweis, dass Hominiden - viel früher als nach bisherigen Annahmen - begriffen, unter welchen Voraussetzungen Feuer entsteht: Brennstoff, Hitze und Luftzufuhr. Doch von der Aneignung des Feuers bis zur Entschlüsselung seines chemischen und physikalischen Wesens vergingen Jahrtausende. "Was ist Feuer?" blieb für unzählige Generationen eine knifflige Frage.
Suche nach dem Urstoff
Die wohl frühesten Theorien zum Wesen des Feuers verdanken wir den ionischen Naturphilosophen: Im 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. suchten Thales, Anaximenes und Heraklit einen Urstoff, auf den die Entstehung des Universums zurückgeführt werden konnte. Kern ihrer Überlegungen war die Lehre von den vier Elementen: Wasser, Erde, Luft und Feuer galten als unveränderliche Grundsubstanzen.
Heraklit - der dunkle Philosoph - wurde als Theoretiker des Feuers bekannt. (Bild von Raphael Santi um 1510)
Thales vertrat die Ansicht, dass das Universum aus Wasser entstanden sein müsse, da es in der größten Menge vorkommt. Anaximenes sah den Ursprung in der Luft - sie fülle das Universum aus und werde in seinem Mittelpunkt zur Erde verdichtet. Heraklit meinte, in den lodernden Flammen des Feuers Dynamik und Wandelbarkeit, also die generellen Voraussetzungen jeder Entwicklung, zu erkennen. Doch konnte man Feuer wirklich mit Wasser, Erde und Luft auf eine Stufe stellen?
Teilchentheorie
Die ersten, die an diesem Denkansatz zweifelten, waren die griechischen Materialisten. Für Philosophen wie Demokrit und Anaxagoras bestand das Universum aus unendlich vielen kleinen Teilchen (Atomen), die zusammen alles Stoffliche (Materie) formen. Was Thales und Co. als Elemente bezeichneten, beschrieben Demokrit und Anaxagoras als Resultat einer zufälligen Vereinigung von Atomen. Feuer war demnach nur eine von unzähligen Erscheinungsformen von Materie.
Geschenk des Prometheus
Die materialistische Theorie widersprach nicht nur der Vier-Elemente-Lehre, sondern auch der griechischen Mythologie: Hier gab es den Feuergott Hephaistos, Herrscher über das Feuer der Vulkane und der Metallverarbeitung, sowie den "Feuerbringer" Prometheus: Der Sohn des Titan stahl das Feuer aus der Schmiede der Götter und schenkte es den Menschen, die sich in seinem Licht und seiner Wärme kultivierten...
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Wer "Feuer" sagt...
meint einen sichtbaren Verbrennungsprozess, bei dem zunächst eine Initialzündung (zum Beispiel eine Feuerzeugflamme) genügend Wärme freisetzen muss, um einen Brennstoff zu einer Reaktion mit Sauerstoff anzuregen. Ist diese Oxidation einmal in Gang gesetzt, gibt sie von sich aus genügend Wärme frei, um auf den gesamten Brennstoff überzugreifen. Es entsteht eine Kettenreaktion, die dem Feuer ermöglicht, sich selbst zu erzeugen.
Sichtbar wird das durch Rußpartikel, genauer gesagt: Kohlenstoffatome. Die lösen sich aus dem entzündeten Brennstoff und steigen mit der freigesetzten Wärme senkrecht auf. Die Elektronen der Kohlenstoffatome haben auf Grund der Wärme ein höheres Energieniveau erreicht. Sie entfernen sich vom Atomkern zur Außenhülle, können ihre neue Position aber nicht lange aufrechterhalten, weil sie sich sofort wieder abkühlen.
Mit dem Wärmeverlust kehrt sich der Vorgang um. Die Elektronen geben ihre nun frei werdende Energie wieder ab - nicht in Form von Wärme, sondern als Lichtquanten (Photonen). Diese Bausteine elektromagnetischer Strahlung sind das Licht, welches das menschliche Auge als Flamme wahrnimmt.
meint einen sichtbaren Verbrennungsprozess, bei dem zunächst eine Initialzündung (zum Beispiel eine Feuerzeugflamme) genügend Wärme freisetzen muss, um einen Brennstoff zu einer Reaktion mit Sauerstoff anzuregen. Ist diese Oxidation einmal in Gang gesetzt, gibt sie von sich aus genügend Wärme frei, um auf den gesamten Brennstoff überzugreifen. Es entsteht eine Kettenreaktion, die dem Feuer ermöglicht, sich selbst zu erzeugen.
Sichtbar wird das durch Rußpartikel, genauer gesagt: Kohlenstoffatome. Die lösen sich aus dem entzündeten Brennstoff und steigen mit der freigesetzten Wärme senkrecht auf. Die Elektronen der Kohlenstoffatome haben auf Grund der Wärme ein höheres Energieniveau erreicht. Sie entfernen sich vom Atomkern zur Außenhülle, können ihre neue Position aber nicht lange aufrechterhalten, weil sie sich sofort wieder abkühlen.
Mit dem Wärmeverlust kehrt sich der Vorgang um. Die Elektronen geben ihre nun frei werdende Energie wieder ab - nicht in Form von Wärme, sondern als Lichtquanten (Photonen). Diese Bausteine elektromagnetischer Strahlung sind das Licht, welches das menschliche Auge als Flamme wahrnimmt.



