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Gespenster

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Mit Verstorbenen zu kommunizieren und Nachrichten aus dem Jenseits zu empfangen stellte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Art Modeerscheinung dar: Mit dem Aufkommen der Lehre des Spiritismus hatten Séancen und spiritistische Zirkel, insbesondere in viktorianisch-puristisch geprägten Gesellschaften, großen Zulauf. Nicht selten jedoch wurden die Orte der Séancen von unbeteiligten Zeitgenossen als geheime Stätten für sexuelle Ausschweifungen und Orgien beargwöhnt. Den Kontakt zur Geisterwelt stellte ein Medium her. Als sichtbarer Beweis für den Erfolg galt den Teilnehmern solcher Séancen, wenn das Medium in Trance fiel oder Gegenstände wie Tische, Stühle und Bücher über dem Boden schwebten. Auch Ektoplasma - eine schleimige Flüssigkeit -, das aus dem Mund des Mediums quoll, galt als Indiz für die Anwesenheit von Geistern. Séancen lassen allerdings bis heute viel Raum für Betrug und Tricks: Geräusche kommen mitunter von Tonträgern und Gegenstände werden nicht von Geisterhand, dafür aber mittels Fäden bewegt. Anhänger des Spiritismus sind dennoch davon überzeugt, dass sich Verstorbene über Medien mitteilen können. Die meisten Anhänger des Spiritismus gibt es in Südamerika. In Brasilien ist die Lehre sogar eine staatlich anerkannte Religion mit rund 4,6 Millionen Anhängern.