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Herz ist Trumpf! - im Skatspiel ist das eine bekannte Redewendung. Doch wie kam das rote Herz eigentlich auf die Spielkarte? Mit seinen zwei Rundungen, die nach unten in eine Spitze verlaufen, erinnert das "Herz" eher an ein Efeublatt.

Bereits in der griechischen und römischen Kunst zierten stilisierte Efeuranken als Schmuckelement Tongefäße, Fresken und Vasen. Schon damals versinnbildlichte das pflanzliche Symbol die ewige, den Tod überdauernde Liebe. Angeregt durch spätantike römische Malerei bildeten mönchische Buchmaler im 12. und 13. Jahrhundert beispielsweise Lebensbäume mit Herzblättern ab - nun auch in der Farbe Rot, die seit prähistorischer Zeit für Gesundheit, Glück und vor allem für Liebe steht.

Im Laufe der Zeit gaben Maler und Bildhauer dem Herz immer häufiger die Gestalt des Spielkartenzeichens - insbesondere, wenn sie erotische und religiöse Sujets darstellten. Auch der Herz-Jesu-Kult der katholischen Kirche verbreitete das rote Herz bald über ganz Europa. Die Medizin des Mittelalters griff dann auch die Herzform der Künstler und Buchmaler auf und skizzierte das Organ ebenfalls als umgedrehtes Efeublatt.

Selbst die frühen anatomischen Zeichnungen Leonardo da Vincis zeugen noch von dieser Vermischung von Blattform und realistischer Gestalt. Heute ist das Herzsymbol weltweit verbreitet: Es ist das Wappenzeichen der Kardiologie und neben dem Kreuz wohl das populärste nichtgeometrische Zeichen.