Diagnose: Herzinfarkt
Herz-Kreislauf-Krankheiten sind häufigste Todesursache in Deutschland. Rauchen und Bewegungsmangel scheinen allerdings nicht die einzigen Risikofaktoren zu sein.Zentrum des Lebens: Beim Herzinfarkt stirbt ein Teil des Herzmuskels ab.
Rauchen und Stress
Aber was erhöht denn nun eigentlich das Risiko eines Herzinfarktes? Generell lässt sich sagen, dass individuelle Lebensgewohnheiten, wie Rauchen, wenig Bewegung oder Stress, das Infarktrisiko erheblich beeinflussen. Aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie, Übergewicht und Diabetes steigern die Gefahr einer Arteriosklerose. Diese umgangssprachlich so genannte "Arterienverkalkung" ist die Vorreiterin des Infarktes. Über einen langen Zeitraum lagern sich hierbei Fett und Kalk in den Arterien ab, was eine Verengung der Blutgefäße zur Folge hat.
Gefährliche Gerinnsel
Besonders gefährlich sind solche Ablagerungen im Bereich der Herzkranzgefäße. Reißt so eine Ablagerung (Plaque) ein, bildet sich ein Blutgerinnsel, welches eigentlich die Aufgabe hat, den Riss wieder zu schließen. Dadurch kann aber das ohnehin verengte Gefäß auch ganz verstopft werden - und das führt zu einem Herzinfarkt. Ausgelöst wird dieser häufig dann, wenn bei Menschen nach emotionalem Stress oder nach körperlicher Anstrengung die Erholungsphase einsetzt.
Sekunden entscheiden
Beim bloßen Verdacht eines Infarktes muss sofort der Notarzt gerufen, zu enge Kleidung gelockert und der Oberkörper hoch gelagert werden - hier entscheiden Sekunden. Typische Erkennungszeichen sind ein plötzlicher starker Schmerz in der Brust, Atemnot, Übelkeit, Schweißausbrüche und Todesangst. Verlassen sollte man sich auf diese Symptome allein jedoch nicht.
So verführerisch kann Gesundheit sein.
Verbreitete Zivilisationskrankheit
Obwohl das Herzinfarktrisiko bei Frauen und Männern mit zunehmendem Alter steigt, treten tendenziell immer mehr Fälle auch bei jüngeren Menschen auf. Arteriosklerose gilt als meist verbreitete Zivilisationskrankheit der westlichen Industrieländer. Neben dem Herzinfarkt, der jährlich rund 85.000 Menschen in Deutschland das Leben kostet, ist auch der Schlaganfall eine gefährliche Folge von Arterienverkalkung.
Was macht uns krank?
Doch wo liegen eigentlich die Gründe dafür, dass in unserer Gesellschaft so viele von der Krankheit betroffen sind? Liegt es denn tatsächlich an der Ernährung? Eine Rolle spielt dieser Faktor wohl schon, aber vielleicht nicht die bedeutendste. Wissenschaftler befassen sich heute verstärkt auch mit psychosozialen Aspekten, die uns regelrecht krank machen können. Chronische Unterdrückung von Gefühlen oder auch soziale Isolation sind nur zwei davon, die die möglicherweise zum Herzinfarkt führen.
Laufen hält fit und das Herz intakt.
Eine Bestätigung solcher Theorien würde bedeuten, dass man Arteriosklerose nicht nur medikamentös und auch nicht nur durch Ernährungsumstellung vorbeugen kann. Vielmehr eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten zur Verbeugung und Behandlung eines Infarktes, die mit einer Lebensstiltherapie einhergehen. Noch lange scheint die Ursachenfindung für diese Krankheit nicht abgeschlossen. Und bis es soweit ist, werden Mediziner immer wieder über Ergebnisse neuer Studien diskutieren.
Was man tun kann
Wer Paul ist, wissen wir zwar nicht, aber etwas schlauer sind wir schon geworden. Um einem Infarkt vorzubeugen, sollte man in jedem Fall das Rauchen aufgeben, regelmäßig Sport treiben - keine Angst, hier ist nicht vom Leistungssport die Rede - und lernen, mit beruflichem Stress umzugehen und private Belastungen zu verarbeiten. Für die Ernährung gilt: viel Obst und Gemüse, Seefisch und Ballaststoffe. Der Wurst- und Fleischkonsum sollte reduziert und mit ungesättigten Fetten, wie beispielsweise Olivenöl, ergänzt werden. Und besonders wichtig ist, vitaminreiche Nahrung mit auf den Speiseplan zu nehmen sowie einseitige Diäten zu vermeiden.
Susann Fischer (17.09.2004)
Infobox
Herz ist Trumpf! - im Skatspiel ist das eine bekannte Redewendung. Doch wie kam das rote Herz eigentlich auf die Spielkarte? Mit seinen zwei Rundungen, die nach unten in eine Spitze verlaufen, erinnert das "Herz" eher an ein Efeublatt.
Bereits in der griechischen und römischen Kunst zierten stilisierte Efeuranken als Schmuckelement Tongefäße, Fresken und Vasen. Schon damals versinnbildlichte das pflanzliche Symbol die ewige, den Tod überdauernde Liebe. Angeregt durch spätantike römische Malerei bildeten mönchische Buchmaler im 12. und 13. Jahrhundert beispielsweise Lebensbäume mit Herzblättern ab - nun auch in der Farbe Rot, die seit prähistorischer Zeit für Gesundheit, Glück und vor allem für Liebe steht.
Im Laufe der Zeit gaben Maler und Bildhauer dem Herz immer häufiger die Gestalt des Spielkartenzeichens - insbesondere, wenn sie erotische und religiöse Sujets darstellten. Auch der Herz-Jesu-Kult der katholischen Kirche verbreitete das rote Herz bald über ganz Europa. Die Medizin des Mittelalters griff dann auch die Herzform der Künstler und Buchmaler auf und skizzierte das Organ ebenfalls als umgedrehtes Efeublatt.
Selbst die frühen anatomischen Zeichnungen Leonardo da Vincis zeugen noch von dieser Vermischung von Blattform und realistischer Gestalt. Heute ist das Herzsymbol weltweit verbreitet: Es ist das Wappenzeichen der Kardiologie und neben dem Kreuz wohl das populärste nichtgeometrische Zeichen.
Bereits in der griechischen und römischen Kunst zierten stilisierte Efeuranken als Schmuckelement Tongefäße, Fresken und Vasen. Schon damals versinnbildlichte das pflanzliche Symbol die ewige, den Tod überdauernde Liebe. Angeregt durch spätantike römische Malerei bildeten mönchische Buchmaler im 12. und 13. Jahrhundert beispielsweise Lebensbäume mit Herzblättern ab - nun auch in der Farbe Rot, die seit prähistorischer Zeit für Gesundheit, Glück und vor allem für Liebe steht.
Im Laufe der Zeit gaben Maler und Bildhauer dem Herz immer häufiger die Gestalt des Spielkartenzeichens - insbesondere, wenn sie erotische und religiöse Sujets darstellten. Auch der Herz-Jesu-Kult der katholischen Kirche verbreitete das rote Herz bald über ganz Europa. Die Medizin des Mittelalters griff dann auch die Herzform der Künstler und Buchmaler auf und skizzierte das Organ ebenfalls als umgedrehtes Efeublatt.
Selbst die frühen anatomischen Zeichnungen Leonardo da Vincis zeugen noch von dieser Vermischung von Blattform und realistischer Gestalt. Heute ist das Herzsymbol weltweit verbreitet: Es ist das Wappenzeichen der Kardiologie und neben dem Kreuz wohl das populärste nichtgeometrische Zeichen.


