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Jüdisches Leben

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Die Geschichte des Judentums...
ist eine Geschichte von Vertreibungen. Genau dafür - mit der Nebenbedeutung "Zerstreuung" - steht das griechische Wort Diaspora. Schon im 8. Jahrhundert v. Chr. machten die Assyrer das Land Samaria, in dem zehn der zwölf Stämme Israels lebten, dem Erdboden gleich. 586 v. Chr. töteten die Babylonier viele Juden aus den übrigen zwei Stämmen. Überlebende wurden ins Exil nach Babylon verschleppt, andere flohen nach Ägypten. Auch im Mittelmeergebiet und in Nordafrika ließen sich Juden nieder. Der aufstrebende Islam brachte den Juden meist Toleranz entgegen, so auch in den moslemisch dominierten Territorien Spaniens.

Nach der Rückeroberung der iberischen Halbinsel durch die Christen sahen sich die Juden dort verfolgt und zum Übertritt zum Christentum gezwungen. Ergebnis war wieder eine Fluchtbewegung, diesmal Richtung Amerika, England, Holland oder Deutschland. Die meisten Juden, rund 5,6 Millionen, leben heute in den USA, gefolgt von Israel (5,3 Millionen). In Europa gibt es mehr als zwei Millionen Juden. Bevölkerungsanteile von mindestens hunderttausend Juden haben außerhalb Europas noch Kanada, Argentinien, Brasilien, Südafrika und Australien. So brachte die Geschichte tatsächlich ein über den Globus verstreutes Volk hervor, mehr oder weniger an die Verhältnisse in den unterschiedlichen Weltregionen angepasst - doch mit dem Bewusstsein einer eigenen, besonderen Identität.