Das Allheilmittel
Mit den vielschichtigen Zusammenhängen des Lachens beschäftigt sich ein eigener Zweig der Wissenschaft: die Gelotologie. Was dabei ans Licht kommt, zeigt: Lachen macht uns zu zufriedeneren Menschen.Am Lachen erkennt man den Narren... (Holzschnitt von Heinrich Vogtherr, 1540)
Als Lachen Sünde war
Allerdings war das Lachen nicht überall und zu jeder Zeit erlaubt. Noch heute existieren Gesellschaften, in denen nicht öffentlich gelacht werden darf. Spaßmacher mussten sich schon vom Athener Philosophen Sokrates belehren lassen, sie seien nur dann ein Gewinn für das Publikum, wenn sie für sich behielten, "was man nicht sagen sollte". Weitaus rigoroser war da die christliche Kirche, die lange Zeit das Lachen vollständig untersagte, weil sie keinen anderen Weg sah, das gefährliche Phänomen unter Kontrolle halten zu können.
Da lacht er nun, der arme Tor...
Der Straßburger Humanist Sebastian Brant gab 1494 das kurz darauf in ganz Europa bekannte Buch Narrenschiff heraus, mit dem er menschliche Torheiten und Schwächen verdammte. Für Brant waren Narren Menschen, die sich außerhalb der durch göttliche Offenbarung und Vernunft gesetzten Normen bewegten. "Am Lachen erkennt man den Narren", dies wurde zu einem geflügelten Wort. Das Lachen
wurde diszipliniert - so war es beispielsweise nur während des Karnevals erlaubt - und nur die Niedrigsten und die Höchsten konnten sich ein offenes Lachen leisten, denn sie brauchten nicht um ihren Status zu fürchten.
Das Lachen der Verdammten: Darstellung aus dem Mittelalter auf dem Fürstenportal des Doms zu Bamberg.
Erst die nationale Bürgerkultur befreite das Lachen von seine Zwängen - nun durfte gelacht werden, ohne sich um die möglichen Folgen von Respektlosigkeit und Obrigkeitskritik Sorgen machen zu müssen. Ganz im Gegenteil: In England war es sogar Bürgerpflicht, trockenen Humor als gesundes Misstrauen gegenüber Autoritäten zu kultivieren.
Internationaler Humor
Im Obrigkeitsstaat Deutschland dagegen, wo die bürgerlichen Freiheiten geringer entwickelt waren, pflegte man einen mehr moralisierenden, respektheischenden Humor, der nicht darauf abzielte, die Herrschenden von ihren Sockeln zu stoßen. Heute scheint sich der Humor besonders in den westlichen Kulturen immer mehr anzunähern. Ähnliche Wertvorstellungen sorgen dafür, dass in vielen Ländern gleichermaßen über "Mr. Bean" und "Otto" gelacht wird. Und keine Kirche würde mehr auf die Idee kommen, das Lachen als gefahrvoll zu verbieten...
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Lachverbote...
besitzen eine lange Tradition. Bereits der griechische Philosoph Platon vertrat die Meinung, der Mensch verliere beim Lachen seine Selbstkontrolle. Ein Gegner des offenen Lachens war auch die Kirche. Sie bezog sich dabei auf die Bergpredigt, in der Jesus seinen Zuhörern drohte: "Wehe euch, die ihr jetzt lacht, denn ihr werdet klagen und weinen."
So war im Mittelalter allenfalls ein seliges Lächeln mit geschlossenen Lippen gestattet. Wer sich mit offenem Mund freute, galt als Zweifler und Narr. Auf künstlerischen Darstellungen sind daher die Verdammten meist als lachende Personen mit gequältem Gesichtsausdruck dargestellt. Das Verbot des Lachens hatte aber auch einen weltlichen Hintergrund: die schlechte Mundhygiene und kariöse Zähne.
besitzen eine lange Tradition. Bereits der griechische Philosoph Platon vertrat die Meinung, der Mensch verliere beim Lachen seine Selbstkontrolle. Ein Gegner des offenen Lachens war auch die Kirche. Sie bezog sich dabei auf die Bergpredigt, in der Jesus seinen Zuhörern drohte: "Wehe euch, die ihr jetzt lacht, denn ihr werdet klagen und weinen."
So war im Mittelalter allenfalls ein seliges Lächeln mit geschlossenen Lippen gestattet. Wer sich mit offenem Mund freute, galt als Zweifler und Narr. Auf künstlerischen Darstellungen sind daher die Verdammten meist als lachende Personen mit gequältem Gesichtsausdruck dargestellt. Das Verbot des Lachens hatte aber auch einen weltlichen Hintergrund: die schlechte Mundhygiene und kariöse Zähne.



