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Mutter Teresa

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Hinter dem Mythos
Bereits zu Lebzeiten Mutter Teresas gab es kritische Stimmen, die am Bild des "Engels der Armen" kratzen. Auf den Vorwurf, ihre Arbeit sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein, sie behandle lediglich die Symptome des Elends, statt ihre Kraft für eine Verbesserung der Lebensbedingungen einzusetzen, entgegnete sie: "Ich bin nicht für den großen Weg, die Dinge zu tun. Worauf es uns ankommt, ist der Einzelne." Außerdem seien sie und ihre Gefährtinnen Nonnen, keine Sozialarbeiter - und keine Krankenschwestern.

Immer wieder kritisierten Ärzte die fachlich mangelhafte Betreuung Kranker und Sterbender durch den Orden. Die Schwestern seien medizinisch schlecht ausgebildet, und in den Heimen herrschten erschreckende Zustände: Menschen mit ansteckenden Krankheiten würden von weniger schwer Erkrankten nicht isoliert, Spritzen und Instrumente (sofern vorhanden) nicht richtig desinfiziert. Sterbenden seien Schmerzmittel verweigert worden - der Schmerz, so glaubte Mutter Teresa, bringe den Menschen Jesus näher, lasse ihn am Leiden Christi teilhaben.

Auch Teresas konservativer Katholizismus brachte sie in die Kritik: So habe sie jede Gelegenheit genutzt, ihre ablehnende Haltung gegenüber Abtreibung und Verhütung öffentlichkeitswirksam zu verbreiten. Für den indischen Autor Aroup Chatterjee, der sich kritisch mit Mutter Teresas Lebenswerk auseinandersetzt, ist sie der "beste Verkäufer des Vatikans".