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Dösen im Dienst
Kaum einer, der es nicht tut: Ob Politiker im Parlament, Manager in Firmensitzungen oder Schüler im Unterricht - Schlummern in der Öffentlichkeit ist in Japan weit verbreitet. Häufig ist das auf chronische Erschöpfung zurückzuführen, arbeiten Japaner doch im Jahr durchschnittlich 400 Stunden länger als die Deutschen.

Dass Japaner aber in der Regel mehrmals pro Tag dösen, erstaunte sogar die Japanologin Brigitte Steger. Während der Studien zu ihrem Buch (Keine) Zeit zum Schlafen? Kulturhistorische und sozialanthropologische Erkundungen japanischer Schlafgewohnheiten recherchierte sie vor Ort - und hat dabei interessante Entdeckungen gemacht: Für das Dösen im Dienst entwickelten die Japaner zum Beispiel eine Technik, um jeglichen Eindruck von Abwesenheit zu vermeiden: beim Erwachen die Augenlider nicht sofort öffnen, sondern warten, bis der Gesprächsfaden wieder klar ist.