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Chemnitz

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Chemnitz - ein Überblick
Vom sorbischen Wort Kamjenica ("Steinbach") leitet sich der Name des Flusses Chemnitz her, an dessen Ufern die gleichnamige Stadt liegt. Benediktiner gründeten dort im 12. Jahrhundert ein Kloster, 1143 erhielt es das Marktrecht. Aus dem ersten Jahrhundert der Stadtgeschichte stammt auch der Unterteil des Roten Turms, des Wahrzeichens der Stadt. Die Siedlung Chemnitz bekam im 14. Jahrhundert das Bleichrecht verliehen und wuchs zu einem Wirtschaftszentrum heran. Der Dreißigjährige Krieg verwüstete die Stadt: Mehrmals von den Kaiserlichen und von den Schweden besetzt, von Feuern, Pest und Hungersnöten heimgesucht, waren 1648 zwei Drittel der Wohnhäuser zerstört und die Bevölkerungszahl fast um die Hälfte gesunken.

Der Industriellen Revolution hatte Chemnitz im 19. Jahrhundert den Aufschwung zur zeitweise reichsten Stadt in Deutschland zu verdanken; Maschinenbau und später der Fahrzeugbau waren wichtige Wirtschaftszweige. 1883 erreichte Chemnitz die 100.000-Einwohner-Marke; bis 1930 stieg die Einwohnerzahl auf mehr als 360.000. Das historische Chemnitz, sagen Einheimische heute, sei zweimal zerstört worden: durch den Bombenhagel im März 1945 und durch den sozialistischen Wiederaufbau. Die Innenstadt erstand zu DDR-Zeiten nach sozialistischem Muster neu, mit Plattenbauten und breiten Straßen für Aufmärsche und Demonstrationen. Auch unter dem Namen Karl-Marx-Stadt, den Chemnitz von 1953 bis 1990 führte, war die Stadt wirtschaftlich bedeutend: Der Bezirk Karl-Marx-Stadt steuerte ein Drittel zur Industrieproduktion der DDR bei.

Heute hat sich der Wirtschaftsstandort Chemnitz als ein Zentrum des Maschinen- und Anlagenbaus, der Automobil- und Zulieferindustrie und der Mikrosystemtechnik etabliert. Investoren schätzen unter anderem die Nähe zur Forschung, etwa an der Technischen Universität und am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik. In Zukunft möchte sich Chemnitz noch stärker als Wissenschaftsstandort positionieren und hat das Jahr 2011 zu einem "Jahr der Wissenschaften" erklärt. Etwa 243.000 Menschen wohnen derzeit in der Stadt - fast 25 Prozent weniger als 1990. Der Abwanderungstrend ist gestoppt, doch Experten schätzen, dass Chemnitz bald die europäische Stadt mit der ältesten Bevölkerung sein könnte.