Blick auf die Augustusbrücke vom rechten Elbufer aus. (Ausschnitt aus dem Bild von Bernardo Bellotto, bekannt als Canaletto, 1748)
Augusts Residenz
"Ich blickte von dem hohen Ufer herab über das herrliche Elbtal, es lag da wie ein Gemälde ... unter meinen Füßen - es schien mir wie eine Landschaft auf einem Teppich gestickt, ... ein breiter Strom, der sich schnell wendet, Dresden zu küssen ... und der reine blaue italische Himmel, der über die ganze Gegend schwebte ..." Jenes toskanische Flair Dresdens, das der Dichter Heinrich von Kleist im Jahr 1801 in einem Brief beschrieb, spürte ein Jahr später auch Johann Gottfried Herder, der die sächsische Residenzstadt daraufhin als "deutsches Florenz" bezeichnete.Wege zur Weltmacht
Dresden war damals neben Wien und Venedig eine der schönsten Städte Europas. Den Ruf als Kunstmetropole von europäischem Rang verdankte die Stadt Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (1670 bis 1733), auch August der Starke genannt. Nach absolutistischer Macht strebend plante er, Sachsen als dritte deutsche Großmacht neben Brandenburg-Preußen und den Gebieten der Habsburger zu etablieren.
Katholik über Nacht
Dabei handelte der Kurfürst ganz nach dem vom italienischen Philosophen Niccolò Machiavelli im 16. Jahrhundert geprägten Grundsatz "Der Zweck heiligt die Mittel". Um sein Herrschaftsgebiet auszuweiten und um König von Polen zu werden, bestach der Herrscher von Sachsen im Jahr 1697 polnische Adlige und wechselte für die Krone, quasi über Nacht, zum katholischen Glauben. Damit sein Ansehen beim polnischen Adel stieg, verbündete sich der Kurfürst, stets auf der Jagd nach außerpolitischen Erfolgen, ein Jahr später mit Russland und Dänemark zum Krieg gegen Schweden - ein leichtsinniger Schritt mit schweren Folgen: 1706 verlor Friedrich August I. die Königskrone, und Sachsen wurde, bis auf Dresden, besetzt.
Königstreffen 1709: August der Starke, Friedrich I. in Preußen sowie Frederik IV. von Dänemark. (Gemälde: S. T. Gericke)
Prachtvolle Feste
Nur mit der Unterstützung Peters des Großen und dank der Tatsache, dass Schweden in Russland Verluste erlitt, gelangte der Kurfürst 1709 wieder auf den polnischen Thron. Doch die wirtschaftliche Lage Sachsens war zu diesem Zeitpunkt vergleichbar mit der im Dreißigjährigen Krieg. Das hielt den Kurfürsten jedoch nicht davon ab, weiterhin prunkvolle, pompöse Feste zu feiern. Zu Ehren des Dänenkönigs Friedrich IV. (1699 bis 1730) veranstaltete er zum Beispiel im Juni 1705 gleich drei große Feste: ein Damenfest, ein Reiterspiel und eine Bauernwirtschaft. Die hierbei entfaltete Herrlichkeit erweckte den Anschein, dass Sachsen kein verarmtes Land sei.
Aufblühendes Sachsen
Und tatsächlich waren Kurfürst Augusts ausschweifende Festlichkeiten, etwa der berühmte venezianische Karneval, wie auch mehrere Jahrmärkte, Tierhetzen, Maskeraden und Schützenfeste, ein Grund für das Erstarken Sachsens. Zu den festlichen Aktivitäten strömten Fremde aus aller Herren Länder. Der politische Kredit des Staates erweiterte sich, wenn der Fürst sein Vermögen mit vollen Händen ausgab...
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August der Starke
Mit nur 24 Jahren besteigt Friedrich August (1670-1733), der zweitgeborene Sohn von Johann Georg III. und seiner Frau Anna Sophie von Dänemark und Norwegen, 1694 unerwartet den kursächsischen Thron. Damit beginnt das Augusteische Zeitalter, in dem Sachsen eine außerordentliche kulturelle und wirtschaftliche Blüte erlebte.
Mehr als zwanzig Manufakturen entstehen in der Regierungszeit Friedrich Augusts, unter anderem für Tuche, Spiegel, Gewehre und Tapeten. Außerdem verwandelt sich Dresden, bedingt durch die Bauwut und die Sammelleidenschaft des Kurfürsten, in eine prunkvolle Barockstadt. Die Bezeichnung Elbflorenz findet hier ihren Ursprung.
Der Beiname "der Starke" bezieht sich auf die körperliche Kraft des Monarchen. So soll er Hufeisen mit den bloßen Händen zerbrochen haben. Verheiratet ist Friedrich August mit Christiane Eberhardine, Prinzessin von Brandenburg-Bayreuth (1671-1727). Als der Kurfürst aber 1697 zum König von Polen ernannt wird, wofür er im Vorfeld den katholischen Glauben angenommen hat, zieht sich seine protestantisch gebliebene Gattin auf Schloss Pretzsch an der Elbe zurück.
Wohl auch wegen Augusts Hang zu Mätressen, unter denen die bekannteste die Gräfin von Cosel ist: Insgesamt 354 Kinder soll August gezeugt haben, offiziell anerkannt sind jedoch weitaus weniger. Im Alter von 62 Jahren stirbt August der Starke, Kurfürst von Sachsen, an einem Schwächeanfall.
Mit nur 24 Jahren besteigt Friedrich August (1670-1733), der zweitgeborene Sohn von Johann Georg III. und seiner Frau Anna Sophie von Dänemark und Norwegen, 1694 unerwartet den kursächsischen Thron. Damit beginnt das Augusteische Zeitalter, in dem Sachsen eine außerordentliche kulturelle und wirtschaftliche Blüte erlebte.
Mehr als zwanzig Manufakturen entstehen in der Regierungszeit Friedrich Augusts, unter anderem für Tuche, Spiegel, Gewehre und Tapeten. Außerdem verwandelt sich Dresden, bedingt durch die Bauwut und die Sammelleidenschaft des Kurfürsten, in eine prunkvolle Barockstadt. Die Bezeichnung Elbflorenz findet hier ihren Ursprung.
Der Beiname "der Starke" bezieht sich auf die körperliche Kraft des Monarchen. So soll er Hufeisen mit den bloßen Händen zerbrochen haben. Verheiratet ist Friedrich August mit Christiane Eberhardine, Prinzessin von Brandenburg-Bayreuth (1671-1727). Als der Kurfürst aber 1697 zum König von Polen ernannt wird, wofür er im Vorfeld den katholischen Glauben angenommen hat, zieht sich seine protestantisch gebliebene Gattin auf Schloss Pretzsch an der Elbe zurück.
Wohl auch wegen Augusts Hang zu Mätressen, unter denen die bekannteste die Gräfin von Cosel ist: Insgesamt 354 Kinder soll August gezeugt haben, offiziell anerkannt sind jedoch weitaus weniger. Im Alter von 62 Jahren stirbt August der Starke, Kurfürst von Sachsen, an einem Schwächeanfall.



