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Dresden

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Nach italienischem Vorbild
Als die Stadtväter Dresdens 1722 Baumeister Georg Bähr mit dem Bau der Dresdner Frauenkirche beauftragten, hatten sie Großes vor: an die Stelle des bescheidenen romanischen Frühbaus aus dem 11. Jahrhundert sollte ein monumentales Gotteshaus treten. Noch der barockbegeisterte Landesherr Friedrich August I. sah in Bährs Plänen die Krönung seines architektonischen Lebenswerks: die Verwandlung Dresdens in eine Stadt nach dem Vorbild italienischer Metropolen. Vor Augen stand Baumeister und Kurfürst monumentale Kirchenarchitektur in der Art der Venezianer Santa Maria della Salute.

Übrigens ermöglichten damals hauptsächlich zweckentfremdete Spendengelder die Errichtung der protestantischen Andachtsstätte: die Dresdner hatten eigentlich für bedürftige Salzburger Lutheraner gesammelt, doch findige Beamte nutzten das Geld kurzerhand für den Bau der Kirche. Am 27. Mai 1743, knapp fünf Jahre nach Bährs Tod und zehn Jahre nach dem Dahinscheiden Friedrich Augusts, vollendete der Aufsatz eines Kuppelkreuzes schließlich den Sakralbau.

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Wie viel Original darf´s sein?
Die Restaurationsarbeiten überschattete ein Streit, der regelmäßig beim Wiederaufbau historischer Pracht entbrennt: auf der einen Seite stehen jene, die das Bauwerk möglichst originalgetreu wieder errichtet sehen möchten. Auf der anderen sammeln sich moderate Realisten, die zumindest bei der technischen Innenausstattung des Neubaus (etwa bei Heizung und Stromversorgung) von spätindustriellen Errungenschaften Gebrauch machen wollen.

Bei der Wiedererrichtung der Dresdner Frauenkirche verstimmte der so genannte "Orgelstreit" zeitweilig die Gemüter. Es galt zu entscheiden, ob die 1736 in der Frauenkirche angebrachte Silbermann-Orgel originalgetreu rekonstruiert oder ob stattdessen eine moderne Orgel gebaut und in einem Silbermann-Gehäuse versteckt werden sollte. Das Problem: mit der "mitteltönig" gestimmten Altorgel hätte sich nur Repertoire bis zur Frühklassik spielen lassen. Genau deshalb entschieden sich die Baumeister für eine zeitgemäße Allzweck-Orgel.