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Piraten

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Unter dem Namen Pass of Balmaha lief 1888 in Glasgow ein dreimastiges Vollschiff vom Stapel. 1916 wurde es von einem deutschen U-Boot aufgebracht. In Bremerhaven erhielt der Segler versteckte Lade- und Aufenthaltsräume, einen Hilfsmotor und den Namen Seeadler.

Unter dem Kommando Felix Graf von Luckners durchbrach die Seeadler, als norwegischer Holzfrachter getarnt, 1917 die englische Blockade (zur Tarnung gehörte unter anderem ein junger Matrose in Frauenkleidern, der die Kapitänsgattin mimte). Boot und Besatzung segelten dann durch den Atlantik, umschifften Kap Hoorn und machten den Südpazifik unsicher.

Das Ende des kapernden Hilfskreuzers kam im August 1917: Vor dem Atoll Mopelia, das zu Französisch-Polynesien gehört, lief der Segler auf ein Riff und musste aufgegeben werden. Nach Angaben Luckners habe "eine Flutwelle von unvorstellbaren Ausmaßen", hervorgerufen durch ein Seebeben, sein Schiff auf das Korallenriff geschleudert. Wahrscheinlicher ist, dass unsachgemäßes Ankern oder ein Bedienfehler am Motor ursächlich für die Kollision waren.

Besatzung und Gefangene retteten sich an Land. Mit einer Handvoll Kameraden machte sich der Kommandant in einem kleinen Boot, der Kronprinzessin Cäcilie, auf die Reise, um ein Ersatzschiff zu kapern. Als sie auf den Wakaya-Inseln landeten, wurden sie von indischen Polizisten festgenommen und den Alliierten übergeben. Luckners auf Mopelia zurückgebliebenen Leuten gelang es derweil, einen französischen Schoner zu kapern. Sie schafften es ins neutrale Chile.