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Kaliningrad

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Kein Philosoph der Neuzeit ist so tief vorgedrungen in die Geheimnisse des Denkens wie der größte Sohn Königsbergs: Immanuel Kant. Dem Verfasser der Kritik der reinen Vernunft verdankt die Menschheit ein Niveau von Selbstreflexion, das frühere Zeitalter nur ahnen konnten. Die Menschheit verdankt Kant auch eine substantielle Antwort auf die Frage, was Menschsein ausmacht. Kant, der zeitlebens kaum aus Königsberg herauskam, scheint diese Antwort in die Wiege gelegt worden zu sein: weltumspannendes, Welten erschaffendes Denken, gleichsam künstlerische Kreativität, doch auf die exakteste Weise, bar jeder Dogmatik. Das produktive Fortschreiben kantscher Gedankenzüge gab - und gibt noch heute - Mathematik und Naturwissenschaften wichtige Impulse. Am anderen Ende des klassischen Spektrums geistiger Tätigkeit vollzieht jeder Künstler, der mit einem Werk eine Welt schafft, kantsche Gedankenbewegung nach.
Kants wichtigster Beitrag aber, untrennbar verknüpft mit seiner Erkenntnistheorie, ist der aufklärerische Impuls: Wer immer sich frei machen will von Vorurteilen, Dogmen, Ideologien, der findet bei dem großen Königsberger Philosophen das Werkzeug dazu. Denkkultur und Denkdisziplin, geschult an Kant, verschaffen die notwendige Freiheit angesichts immer neuer, sich als verbindliche Wahrheiten gebender Weltdeutungen und -konstrukte. Kritisches Bewusstsein, Mittel und Zweck des Menschseins zugleich, bezieht Form und Struktur aus dem Geist Immanuel Kants.