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Kaliningrad

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Zahlen und Fakten
Kaliningrad ist die Hauptstadt des gleichnamigen Oblast (Verwaltungsbezirk), einer russischen Exklave auf dem Gebiet des ehemaligen Nordteils von Ostpreußen. In der Stadt, die sich über ein Gebiet von 223 Quadratkilometern erstreckt, leben 421.678 Menschen (Stand 2008), vorwiegend russischer Herkunft. Kaliningrad ist ein großes Wirtschafts- und Industriezentrum, das von dem ganzjährig eisfreien Seehafen Baltijsk profitiert. Bedeutende Wirtschaftszweige sind die chemische Industrie, der Maschinenbau, die Möbelindustrie und die Herstellung von Musikinstrumenten. Kaliningrad beheimatet außerdem die größte Fischereiflotte Russlands.

Als Litauen 1991 von Russland unabhängig wurde, verlor Kaliningrad seine Landesverbindung mit dem russischen Mutterland. Um die Wirtschaft anzukurbeln, richtete der damalige russische Präsident Boris Jelzin eine Sonderwirtschaftszone ein. Aufgrund von Bürokratie, Kriminalität und Korruption hatte die Sonderwirtschaftszone nur mäßigen Erfolg. Ein Gesetz aus dem Jahr 2006 soll Investoren nun Planungssicherheit und Steuervergünstigungen verschaffen.

Bis 1946 hieß Kaliningrad Königsberg. Die Stadt und der heutige Oblast gehörten zu Ostpreußen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Stadt und das Königsberger Gebiet laut Potsdamer Abkommen unter sowjetische Verwaltung gestellt. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben und das Gebiet mit Russen besiedelt.