Seite drucken

LexiTV - Das MDR Wissensmagazin - Bildung für alle

 

Dieser Artikel gehört zum Thema

Moskau

Infobox

Steckbrief Moskau
Die Hauptstadt der Russischen Föderation hat laut staatlicher Statistik 10.563.038 Einwohner (Stand vom 1. Januar 2010). Neun der zehn Moskauer Bezirke liegen fast kreisförmig um den Zentralbezirk, in dem sich auch der Kreml und der Rote Platz befinden.

Mitten durch die Stadt schlängelt sich von Nordost nach Südwest die Moskwa, ein im Stadtinneren 120 bis 200 Meter breiter Fluss. Gärten und Parks bedecken fast ein Drittel des 1097,2 Quadratkilometer umfassenden Stadtgebiets. Stadtgrenze ist im Wesentlichen der 1962 angelegte, 109 Kilometer lange Autobahnring.

Bezogen auf die Einwohnerzahl ist Moskau die größte Stadt Europas - und, mit über 600, auch die Stadt mit den meisten Kirchen. Der Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche übt sein Amt im Moskauer Danilow-Kloster aus. Das größte Kirchengebäude ist die Christ-Erlöser-Kathedrale, deren Abriss zur Stalinzeit und Wiederaufbau nach dem Ende der Sowjetunion jeweils Zeichen setzten.

Neun riesige Kopfbahnhöfe, drei internationale Flughäfen und drei Binnenhäfen machen die Stadt zum wichtigsten Verkehrsknotenpunkt Russlands. Weltberühmt sind das Bolschoi-Theater, das Warenhaus GUM und die Tretjakow-Galerie.

Infobox

Moskaus Metro
302 Kilometer lang, 180 oft prachtvoll ausgestattete Stationen, 2,4 Milliarden Fahrgäste pro Jahr - das ist die Moskauer Metro. Drei Jahre intensiver Bautätigkeit gingen ihrer Eröffnung 1935 voraus: Unter Führung des sowjetischen Superfunktionärs Lasar Kaganowitsch wirkten durch Propaganda und Einsatz großer finanzieller Mittel motivierte Menschenmassen am Bau mit.

Die Metro war damals das sozialistische Vorzeigeprojekt. Auch deutsche kommunistisch eingestellte Konstrukteure und Ingenieure - die nach Hitlers Machtergreifung aus Deutschland geflohen waren - leisteten wichtige Beiträge. Während des Zweiten Weltkriegs dienten zahlreiche U-Bahnstationen als Bunker.

Nach 1950 erweiterte man das Netz fortlaufend. Oberirdisch gelegene, so genannte Light-Metrostrecken verbinden heute sogar entfernte Siedlungsgebiete mit der Moskauer Innenstadt. Nicht verstummen wollen Gerüchte über ein zweites, geheimes Metronetz unterhalb des hauptstädtischen Zentrums, das angeblich der Staatsführung als Transportmittel im Krisenfall zur Verfügung stehen soll.