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Moskau

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Eine kurze Biografie
Wladimir Kaminer wurde am 19. Juli 1967 in Moskau geboren. Der Sohn einer Lehrerin und eines Ingenieurs ging mit 14 Jahren von der Schule ab und machte eine Ausbildung zum Toningenieur für Theater und Rundfunk; später studierte er Dramaturgie am Moskauer Theaterinstitut. Von den gesellschaftlichen Umwälzungen der späten 1980er Jahre bekam Kaminer fast nichts mit: Er saß im Wald und absolvierte den Militärdienst. Bei seiner Rückkehr nach Moskau stellte Kaminer 1989 fest, dass die meisten seiner Freunde ins Ausland emigriert waren.

Im Februar 1990 beschloss die DDR ein Flüchtlingskontingentgesetz, das jüdischen Bürgern der Sowjetunion gestattete, in die DDR überzusiedeln. Der 22jährige Kaminer machte sich daraufhin auf den Weg nach Ostberlin; bei sich hatte er lediglich ein paar Dokumente, Kleidung und eine Briefmarkensammlung. Nach ein paar Monaten in einem Ausländerwohnheim besetzte der Exilant eine Wohnung am Prenzlauer Berg, Kaminer lernte Deutsch und bekam die Staatsbürgerschaft der DDR.

Über seine ersten Monate im noch nicht wiedervereinten Deutschland sagte Kaminer später: "Es war ja damals so eine spannende Zeit, so eine Zwischenzeit, wo die DDR zwischen Sozialismus und Kapitalismus schwankte. Der Staat zog sich zurück - der alte ging kaputt, der neue war noch nicht richtig da. Und in dieser Pause, zwischen zwei Staatlichkeiten, entstand eine sehr menschliche Welt. Da hat es gereicht, eine Kiste Bier auf die Straße zu stellen und schon hattest du deine eigene Kneipe."

Neben der Arbeit bei Theatergruppen und -projekten begann Kaminer bald zu schreiben. Mit in deutscher Sprache verfassten Werken erzielte der Autor ab 1998 erste Erfolge auf Berliner Lesebühnen. Zum Verkaufsschlager avancierte die 2000 erschienene Erzählsammlung Russendisko. Kaminers skurril-ironische Schreibweise und sein Blick aus Migrantenaugen auf Bekanntes und Unbekanntes trafen einen Nerv beim Publikum.

Weitere Erfolge folgten, zum Beispiel 2002 Die Reise nach Trulala und 2007 Mein Leben im Schrebergarten. Kaminer schrieb außerdem unter anderem für die tageszeitung und startete eine wöchentliche Radiosendung namens Wladimirs Welt. Im August 2010 erschien sein neuestes Buch, Meine kaukasische Schwiegermutter. Der Autor lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Berlin.
(Urte Paul)