Das Ghetto war der am dichtesten bevölkerte Teil Prags - mehr als 1.800 Menschen lebten hier auf jedem Hektar Fläche. (Bild: J. Eckert, um 1900)
"Wohltätig mit Leib und Seele"
Die Inschrift auf Maisels Grab charakterisiert ihn als einen Menschen, der in puncto "Barmherzigkeit keine Grenze kannte und mit Leib und Seele wohltätig war". In der Tat hatte Maisel viel Geld zum Wohl der Gemeinde ausgegeben: Er ließ Straßen pflastern, ein neues Rathaus und mehrere Synagogen bauen, darunter die Maiselsynagoge.
Geheime Audienz
Maisels Ruhm in der Gemeinde und darüber hinaus wurde nur durch den Ruf seines Freundes übertroffen: Jehuda Liwa ben Bezalel, genannt Rabbi Löw. Um den berühmten Schriftgelehrten rankt sich die wohl merkwürdigste Erzählung aus der lokalen Tradition. Löw war Oberrabbiner Böhmens und galt als herausragender Pädagoge und Philosoph. 1592 lud ihn Kaiser Rudolf II., ein großer Förderer der Künste und der Kultur, zur Audienz - angeblich unterhielten sie sich über kabbalistische Geheimwissenschaft. Beide schwiegen jedoch zeitlebens über den Inhalt des Gesprächs.
Das Grab des Rabbi Löw auf dem Alten Jüdischen Friedhof in Prag.
Vor allem aber steht Rabbi Löw für das mystische Prag: Gemeinsam mit seinem Schwiegersohn und einem Schüler soll er eine menschenähnliche Lehmfigur erschaffen und ihr Leben eingehaucht haben. Der Golem - hebräisch für "Ungeformtes" - hatte den Zweck, die Gemeinde vor Verleumdung zu schützen: Er lief nachts durch die Straßen, um zu verhindern, dass jemand eine Kinderleiche im Ghetto ablegte und den Juden so einen Ritualmord unterstellte.
Steine und Zettelchen
Der Golem diente auch als eine Art stummer Roboter und verrichtete Arbeiten in der Synagoge. Erst als das Geschöpf einmal außer Rand und Band geriet, nahm ihm der Rabbi wieder das Leben. Die Lehmüberreste des Golems liegen, so will es die Sage, seither auf dem Dachboden der Altneusynagoge. Rabbi Löw hat jedoch vorsorglich verboten, die Kammer zu betreten. Noch heute genießt Rabbi Löw hohes Ansehen - das beweisen Steinchen und Zettelchen mit Wünschen auf seinem Grab.
Spur der Geschichte
Meist sind es Touristen, die auf schmalem Pfad den Friedhof durchschreiten, dabei die Gräber Mordechai Maisels, Rabbi Löws und David Gans' bestaunen. Jahrhunderte lang lag das Prager Ghetto isoliert, versuchten Herrscher - wie zuletzt Maria Theresia -, alle Juden aus Böhmen zu vertreiben. Schließlich löste die Stadt das Ghetto auf und vereinnahmte es. Heute ist der Ort eine Attraktion, Besucher kommen in Scharen und wollen mehr erfahren über die Geschichte der Juden in Prag. Auf dem Alten Friedhof werden sie fündig.
Haus des Lebens
Wer vor dem großen Touristenansturm den Friedhof betritt, dem erzählt vielleicht der Wind in den Bäumen eine Geschichte, dem säuseln die Grabsteine Geheimnisse zu. Denn diese Ruhestätte der Toten bewahrt die Erinnerung an jene, die hier einst lebten - und wird damit ihrer hebräischen Bezeichnung gerecht: Beth-ha Hayim - Haus des Lebens.
Urte Paul (23.05.2007, aktualisiert 11.11.2009)
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Mozart machte den Anfang, dann kamen Geheimagenten, Könige und Vampire: Miloš Forman, tschechischer US-Immigrant, drehte 1983 in Prag seinen Film Amadeus - seitdem sind in den Barrandovstudios am linken Moldauufer diverse Hollywood-Kassenschlager entstanden: Mission: Impossible etwa, Der König von Narnia oder Blade II.
Der Film hat eine lange und erfolgreiche Tradition in Prag - die Barrandovstudios sind über siebzig Jahre alt, mehr als zweieinhalbtausend Filme wurden hier gedreht. Seit den 1990er Jahren sind häufig amerikanische Produktionsteams zu Gast in den elf Ateliers der Studios. Ausländische Produzenten wissen zum einen die Erfahrung der tschechischen Filmleute zu schätzen.
Darüber hinaus bietet Prag eine spannende Kulisse: Ob Barock oder Renaissance, Ostblock oder Gegenwart - die Architektur der Stadt liefert für jede historische Epoche den passenden Hintergrund. Nicht zuletzt entscheiden sich viele Filmemacher wegen der guten Infrastruktur und niedrigen Preise für Prag.
Der Film hat eine lange und erfolgreiche Tradition in Prag - die Barrandovstudios sind über siebzig Jahre alt, mehr als zweieinhalbtausend Filme wurden hier gedreht. Seit den 1990er Jahren sind häufig amerikanische Produktionsteams zu Gast in den elf Ateliers der Studios. Ausländische Produzenten wissen zum einen die Erfahrung der tschechischen Filmleute zu schätzen.
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