Seite drucken

LexiTV - Das MDR Wissensmagazin - Bildung für alle

 

Dieser Artikel gehört zum Thema

Prag

Infobox

Ab 1963 erschüttert eine Wirtschaftskrise die Tschechoslowakei: Nahrungsmittel sind knapp, ebenso Energie und Rohstoffe.
Juli 1967: Der Prager Schriftstellerkongress "rehabilitiert" die Bücher von Franz Kafka - und fordert Presse- und Redefreiheit.
Oktober 1967: Polizei prügelt eine Protestdemonstration von Prager Studenten nieder.
Januar 1968: Spaltung der KPC in Reformer und Konservative. Alexander Dubcek, ein Reformer, wird neuer Parteichef.
April 1968: Die Parteiführung sagt Reise- und Versammlungsfreiheit sowie Reformen der Wirtschaft zu.
Mai 1968: Die Warschauer Vertragsstaaten setzen Prag mit Manövern unter Druck.
Juni 1968: Prager Intellektuelle verfassen das Manifest der 2000 Worte. Sie fordern Streikrecht und Volksbewaffnung.
Juli 1968: Machtkämpfe in Moskau. Marschall Gretschko, Verteidigungsminister und Repräsentant des militärisch-industriellen Komplexes, setzt sich gegen die vorsichtigere Strategie Breschnews durch. Unter den Führern der Ostblockstaaten positioniert sich besonders Ulbricht an der Seite Gretschkos.
Nacht vom 20. auf den 21. August: Rund eine halbe Million Soldaten der Sowjetunion, Polens, Ungarns und Bulgariens besetzen die Tschechoslowakei.
April 1969: Definitives Ende der Reform- bewegung. Gustáv Husák lost Parteichef Dubcek ab.
Januar 1977: Eine Bürgerrechtsbewegung aus praktisch allen Schichten des Volkes veröffentlicht die Charta 77, gerichtet gegen Menschenrechtsverletzungen des kommunistischen Regimes.
Ab 1990, nach der "samtenen Revolution", ist der Prager Frühling weiterhin umstritten. Die neue liberal-konservative Regierung ist bemüht, das Ereignis als "Fraktionsgerangel" unter Kommunisten abzutun.