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Shanghai

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China und das Opium
Opium, eine aus dem Milchsaft der Samenkapseln der Schlafmohnpflanze gewonnene Droge, gelangte ab Beginn des 19. Jahrhunderts in großen Mengen nach China. Hauptimporthafen war Shanghai.

Vor allem die Briten betrieben vehementen Handel mit dem Rauschmittel, um ihre Handelsbilanz zu verbessern. Das war notwendig, weil die Ankäufe von edlen Waren wie Seide und Tee viel Silber verschlangen.

Schnell wurden in China die sozialen und gesundheitlichen Folgen des Opiumgenusses offensichtlich, weswegen die chinesische Regierung die Einfuhr der Droge 1820 verbot. Opium war nun Schmuggelware, doch die jährliche Importmenge stieg weiter an.

Ab 1838 ließ der Kaiser darum chinesische Konsumenten und Zwischenhändler verhaften und ihre Ware beschlagnahmen. Ein Edikt vom März 1839 verbot auch Ausländern in China den Opiumhandel.

Auf Druck der Opiumhändler sandte das britische Unterhaus daraufhin eine Kriegsflotte ins ferne China. Schnell eroberten die Briten wichtige Städte, im August 1842 war der Erste Opiumkrieg zu ihren Gunsten entschieden. Als Folge der Niederlage musste China seine Häfen für Ausländer öffnen und weitgehend unbeschränkten Handel akzeptieren.

Der Erste Opiumkrieg gilt als Beginn der "Neueren Geschichte" Chinas, weil er das Ende der wirtschaftlichen Isolation bedeutete und den Niedergang der asiatischen Hegemonialmacht zu einem Protektorat westlicher Mächte einleitete.

Auch in den folgenden Jahrzehnten nahmen die Opiumimporte nach China zu; die Inlandsproduktion stieg ebenfalls. Zwanzig Millionen Süchtige soll es in den 1880er Jahren gegeben haben.

Der internationale Opiumhandel kam nach 1909 zum Ende, nicht aber die Produktion im eigenen Land: 1930 wurde auf einem Fünftel der landwirtschaftlichen Fläche Chinas Schlafmohn angebaut. Erst nach der Machtübernahme der Kommunisten 1949 endeten in China die Opiumräusche. (up)