Die grüne Stadt
In Vancouver lässt es sich leben - das besagen die Städterankings der zurückliegenden Jahre. Ganz oben auf der Liste der Vorzüge steht eine umweltfreundliche Politik.Wasser und Grün bestimmen das Stadtbild von Vancouver. Hier ein Blick auf Skyline und Habitat Island im Vordergrund. (Bild: City of Vancouver)
Goldrausch
Es war das Gold, das die ersten Siedler an die südliche Westküste Kanadas lockte. Fünfundzwanzigtausend Menschen machten sich 1758 auf den Weg zum Fraser River. In einer Kohlenlieferung aus der Gegend hatte man kleine Stücke des Edelmetalls entdeckt. Kohleabbau kostete viel Arbeit, und brachte wenig ein; Gold dagegen verleitete zum Träumen - auch wenn es genauso viel Arbeit erforderte. Menschen kamen von überall her und durchsiebten die Sandbänke der Flüsse. Wenige fanden ihren Goldschatz; nach zwei Jahren war der Rausch vorüber.
Neuer Rohstoff: Holz
Einige Goldsucher aber blieben, und entdeckten eine neue Einkommensquelle: Holz. Die erste Sägemühle entstand 1863, um sie herum wuchs eine Siedlung - das heutige Vancouver. Kanadisches Holz wurde berühmt. Sogar der Kaiser von China bestellte Baumstämme aus der Gegend für das Eingangstor zum Platz des Himmlischen Friedens in Peking.
Für den Export war der Bau einer Zugverbindung zwischen Ost- und Westkanada Ende des 19. Jahrhunderts ein Glücksfall. 1887 feierte Vancouver seinen Anschluss an die Eisenbahnstrecke. Nun zog es noch mehr Menschen in die Stadt. Innerhalb von dreizehn Jahren, bis zur Jahrhundertwende, wuchs die Bevölkerung der Stadt von knapp fünftausend auf über hunderttausend Einwohner.
Größter Hafen Kanadas
Mit dem Bau des Panamakanals 1914 wurde die Strecke zwischen Pazifischem und Atlantischem Ozean kürzer - Vancouver war nun Drehscheibe für den Transport von Waren nach Europa. Die Stadt entwickelte sich zu einem der wichtigsten Häfen Nordamerikas. Bis heute schlägt der größte Hafen Kanadas mehr Güter um als jeder andere Hafen auf dem Halbkontinent.
Grüne Orientierung
Bergbau, Eisenbahn und Hafen - das klingt nach Schwerindustrie. Trotzdem ist es Vancouver gelungen, grün zu bleiben. Elf Prozent des Stadtgebiets sind Gärten und Parks. Der Stanley Park im Norden der Innenstadt ist mit über 400 Hektar der größte Stadtpark Kanadas. Bis 2020 will die Stadt mit einer Strategie für mehr Nachhaltigkeit den Titel Grünste Stadt der Welt erringen: Förderung regionaler Bauernmärkte, ein öffentliches Fahrradverleihsystem und Straßenbeleuchtung, die nur dann anspringt, wenn jemand sich in ihrer Nähe bewegt. Auch das Holz als eines der wichtigsten Wirtschaftsgüter der Region wird jetzt als nachwachsender Rohstoff vermarktet.
Ressourcen schonende Projekte
Nachhaltig gestaltete Vancouver auch die Projekte für die Olympischen Winterspiele 2010. Lediglich zwei Neubauten waren nötig: eine U-Bahnlinie vom Flughafen in die Innenstadt und ein Eis-Oval. Für die anderen Wettkämpfe, die in Vancouver stattfinden, sollen vorhandene Hallen genügen, die den Anforderungen der Spiele angepasst wurden. Wettkämpfe, die Minusgrade und Schnee erfordern, gibt es im garantierten Naturschnee des 125 Kilometer entfernten Skiorts Whistler. Auch das ist Ressourcen schonende Politik.
Julia Reinard (11.01.2009)
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Der Namenspatron
George Vancouver war britischer Offizier und Kartograph. Sein Schiff kam 1792 dort an, wo heute die nach ihm benannte Stadt steht, und befuhr als erstes Seefahrzeug das heutige Hafenbecken des Burrard Inlet.
Die Stadt erhielt bei ihrer offiziellen Taufe 1886 seinen Namen, obwohl George Vancouver gewiss nicht der erste Europäer auf dem späteren Stadtgebiet war: Bereits ein Jahr zuvor hatte der Spanier José Maria Narváez die Gegend erkundet.
Sowohl Narváez als auch Vancouver verließen übrigens den Ort bereits nach einem Tag. Noch sechzig Jahre nach George Vancouvers Kurzbesuch blieb das Gebiet der heutigen Metropole von Europäern unbesiedelt.
Eine Einöde war es dennoch nicht: Schon seit neuntausend Jahren bezogen die First Nations, kanadische Ureinwohner, in diesem Gebiet ihre Winterquartiere.
Die Stadt erhielt bei ihrer offiziellen Taufe 1886 seinen Namen, obwohl George Vancouver gewiss nicht der erste Europäer auf dem späteren Stadtgebiet war: Bereits ein Jahr zuvor hatte der Spanier José Maria Narváez die Gegend erkundet.
Sowohl Narváez als auch Vancouver verließen übrigens den Ort bereits nach einem Tag. Noch sechzig Jahre nach George Vancouvers Kurzbesuch blieb das Gebiet der heutigen Metropole von Europäern unbesiedelt.
Eine Einöde war es dennoch nicht: Schon seit neuntausend Jahren bezogen die First Nations, kanadische Ureinwohner, in diesem Gebiet ihre Winterquartiere.
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Vancouver - die Fakten
Vancouver ist eine Stadt im Südwesten der Provinz British Columbia an der Westküste Kanadas. Die Stadt liegt etwa 45 Kilometer nordwestlich der Grenze zu den USA. Vancouver erstreckt sich auf 114,67 Quadratkilometer und beheimatet 611.869 Menschen (Stand 2007).
Die Stadt wurde 1886 offiziell gegründet. Bereits zuvor hatten Goldsucher hier eine Siedlung errichtet. Nur zwei Monate nach der Gründung zerstörte ein Brand, der von starken Winden angetrieben wurde, fast das gesamte Zentrum Vancouvers in wenigen Minuten. Obwohl nur wenige Häuser das Feuer überstanden, begannen die Bewohner sofort mit dem Wiederaufbau der Stadt. Bis heute sind einige der damals entstandenen Gebäude erhalten.
Die Wirtschaft Vancouvers basierte zunächst auf Forstwirtschaft, Bergbau, Fischerei und Landwirtschaft. Der Hafen der Stadt ist heute der größte Kanadas. Mittlerweile ist Vancouver ein Dienstleistungszentrum und ein beliebtes Ziel bei Touristen.
Durch die Expo 86 erlebte die Stadt einen Bauboom, der bis heute anhält. Das Gelände der Weltausstellung war zuvor eine Industriebrache. Heute ist das Areal am Rande der Innenstadt ein attraktiv gelegenes und beliebtes Wohngebiet. Zwanzig Millionen Besucher verzeichnete Vancouver bei der Expo.
Vom 12. bis 28. Februar 2010 ist Vancouver der Gastgeber der XXI. Olympischen Winterspiele. Einige Wettbewerbe werden im schneesicheren, 125 Kilometer entfernten Whistler ausgetragen.
Vancouver ist eine Stadt im Südwesten der Provinz British Columbia an der Westküste Kanadas. Die Stadt liegt etwa 45 Kilometer nordwestlich der Grenze zu den USA. Vancouver erstreckt sich auf 114,67 Quadratkilometer und beheimatet 611.869 Menschen (Stand 2007).
Die Stadt wurde 1886 offiziell gegründet. Bereits zuvor hatten Goldsucher hier eine Siedlung errichtet. Nur zwei Monate nach der Gründung zerstörte ein Brand, der von starken Winden angetrieben wurde, fast das gesamte Zentrum Vancouvers in wenigen Minuten. Obwohl nur wenige Häuser das Feuer überstanden, begannen die Bewohner sofort mit dem Wiederaufbau der Stadt. Bis heute sind einige der damals entstandenen Gebäude erhalten.
Die Wirtschaft Vancouvers basierte zunächst auf Forstwirtschaft, Bergbau, Fischerei und Landwirtschaft. Der Hafen der Stadt ist heute der größte Kanadas. Mittlerweile ist Vancouver ein Dienstleistungszentrum und ein beliebtes Ziel bei Touristen.
Durch die Expo 86 erlebte die Stadt einen Bauboom, der bis heute anhält. Das Gelände der Weltausstellung war zuvor eine Industriebrache. Heute ist das Areal am Rande der Innenstadt ein attraktiv gelegenes und beliebtes Wohngebiet. Zwanzig Millionen Besucher verzeichnete Vancouver bei der Expo.
Vom 12. bis 28. Februar 2010 ist Vancouver der Gastgeber der XXI. Olympischen Winterspiele. Einige Wettbewerbe werden im schneesicheren, 125 Kilometer entfernten Whistler ausgetragen.



