Seite drucken

LexiTV - Das MDR Wissensmagazin - Bildung für alle

 

Dieser Artikel gehört zum Thema

Vancouver

Infobox

Landrechte der Ureinwohner 
Die Forderungen der indianischen Olympiakritiker werden gestützt durch das Delgamuukw vs. British Columbia-Urteil des Obersten Kanadischen Gerichtshofs aus dem Jahr 1997.

Der Prozess begann bereits 1984, als zwei Ureinwohnerstämme rund 58.000 Quadratkilometer Land von der Provinzregierung von British Columbia forderten. Sie erklärten, das Land ihrer Vorfahren sei ihnen unrechtmäßig weggenommen worden. Als Nachweis für ihren Anspruch legten sie mündlich überlieferte Geschichten ihrer Stämme vor.

Der Streit zog sich über Jahre hin, denn die Provinzregierung war der Ansicht, dass der Anspruch der Ureinwohner auf ihre eigenen Gebiete mit der Staatsgründung Kanadas 1871 nichtig geworden sei.

Die Regierungsvertreter argumentierten außerdem, dass Zugeständnisse an die Ureinwohner allein vom Wohlwollen der zuständigen Regierung abhängig seien. Der Oberste Gerichtshof entschied jedoch zugunsten der Ureinwohner.

Seitdem müssen sich Regierung und Bauunternehmen zuerst mit den betroffenen Stämmen absprechen, wenn es um den Verkauf von Land und Ressourcen geht. Bei einigen Olympiaprojekten scheint diese Regel jedoch verletzt worden zu sein.