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Die Bücher der Anna Amalia
Die Geschichte der Anna-Amalia-Bibliothek reicht bis ins 17. Jahrhundert. Damals gab Herzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar den Auftrag, sämtliche fürstlichen Bücher zu ordnen und zu katalogisieren. Zunächst war die Sammlung im Weimarer Stadtschloss untergebracht.

1766 zog die Sammlung, unter Regie der Herzogin Anna Amalia ins Grüne Schloss. Und hier kümmerte sich später auch Johann Wolfgang von Goethe um den Ausbau und die Verwaltung der Bestände.

Mit dem breiten Spektrum von Kunst, Geschichte und Literatur gehörte die Bibliothek schnell zu den zwölf bedeutendsten Deutschlands. Während des 19. Jahrhunderts wurde sie dann immer mehr zum musealen Archiv der deutschen Klassik.

Bis 1991 hieß sie deshalb Zentralbibliothek der deutschen Klassik. Seit 1998 zählt die Büchersammlung, die nun den Namen Anna-Amalia-Bibliothek trägt, zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Da der einzigartige Rokokosaal die rund 850.000 Bücher, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben, nicht mehr beherbergen konnte, wurden viele von ihnen in Außenmagazinen untergebracht.

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Gedanken zur Sicherheit
Ist es vorstellbar: eine Firmenzentrale mit schadhaften Lichtleitungen, wo jederzeit der Kurzschluss droht, ein Bankgebäude, das marode ist und in dem die eingelagerten Werte nicht mehr sicher verwahrt werden können? Weil Deutschland keine Bananenrepublik ist, würden wir dies für wenigstens ungewöhnlich halten.

Mit Kulturgütern verhält es sich da offenbar anders: Als in der Nacht auf den 3. September 2004 in der weltberühmten Anna-Amalia-Bibliothek zu Weimar rund 30.000 historische Bücher dem Feuer zum Opfer fielen - und weitere 40.000 vom Löschwasser beschädigt wurden -, reagierte die Nation geschockt.

Dabei: Ohne Vorwarnung kam die Katastrophe nicht! Im Jahre 1991 hatte Bibliotheksdirektor Michael Knoche bereits versucht, Sponsoren für die Sanierung des damals schon gefährdeten Hauses zu finden.

Vergeblich: Die jüngste Warnung des besorgten Direktors stammt vom August 2004. Weinige Wochen darauf zog Knoche das wohl wertvollste Stück seiner Sammlung, Luthers erste vollständige Bibelübersetzung, höchstpersönlich aus den Flammen.

Nach dem Unheil fließen Sponsorengelder und staatliche Zuwendungen nun anscheinend reichlich. Selbst im fernen Los Angeles will ein Klub den finanzschwachen Deutschen unter die Arme greifen. Wie wäre es, wenn wir - zum Dank und aus Gründen der Sicherheit - die Weimarer Lutherbibel mal schnell über den Atlantik verschiffen? Dort gibt es, vielleicht, noch ein kurzschlusssicheres öffentliches Gebäude. (msz)