Seite drucken

LexiTV - Das MDR Wissensmagazin - Bildung für alle

 

Dieser Artikel gehört zu den Themen

Ardenne
Genies

Infobox

Der Erfinder
Bereits im Alter von sechzehn Jahren meldete Ardenne sein erstes Patent an, für ein Verfahren zur Erzielung einer Tonselektion, insbesondere für die Zwecke der drahtlosen Telegraphie. Im selben Jahr noch verließ er vorzeitig das Gymnasium, um im heimischen Labor weiter an Funkgeräten herumzutüfteln.

Die Fürsprache prominenter Wissenschaftler ermöglichte es dem jungen Erfinder, an der Berliner Universität Vorlesungen in Physik, Chemie und Mathematik zu besuchen. Nach vier Semestern jedoch drängte es den kreativen Geist aus dem Korsett des Universitätsbetriebs in die Selbstständigkeit.

In Berlin-Lichterfelde richtete sich der gerade 21jährige Ardenne ein eigenes Laboratorium für Elektronenphysik ein, finanziert durch Einnahmen aus den Lizenzverträgen seiner Erfindungen. Von hier aus prägte er maßgeblich die Entwicklung der Rundfunktechnik.

Infobox

Ardennes Krebsforschung
Zeitlebens wurde Ardenne von renommierten Wissenschaftlern als Außenseiter betrachtet. Seine Erfolge gründeten oft auf dem Verlassen tradierter Pfade, in einer anfangs eher spielerischen, später zunehmend systematischen Herangehensweise an wissenschaftliche Probleme.

Als sich Ardenne Ende der 1950er Jahre wieder auf ihm fremdes Terrain wagte, stieß er erneut auf Skepsis: Auf physikalisch-mathematischer Basis wollte Ardenne eine universelle Krebstherapie entwickeln - mit keinem geringeren Ziel, als den Krebs vollständig zu besiegen.

Doch von Beginn an stieß die systemische Krebs-Mehrschritt-Therapie (sKMT) auf strikte Ablehnung etablierter Krebsforscher. Zum einen fürchteten sie, ein Teil der begrenzten staatlichen Forschungsgelder könne in Ardennes Institut fließen - nicht unbegründet hinsichtlich seiner privilegierten Stellung. Zum anderen nahmen sie dem Außenseiter dessen Kritik am bisherigen Stand der Medizin übel.

Bis heute hält die Kontroverse um die Wirksamkeit von Ardennes Krebstherapie an; die sKMT ist keine anerkannte Untersuchungs- und Behandlungsmethode. Während der therapeutische Nutzen noch immer nicht belegt werden konnte, zeigen klinische Studien Risiken bis hin zu lebensbedrohlichen Komplikationen auf.