1902 zieht Horch dank neuer, automobilbegeisterter Geldgeber mit seiner Firma nach Reichenbach in Sachsen. Die Firma expandiert zwar, aber die Standortbedingungen in Reichenbach sind nicht optimal. 1904 wandelt Horch gemeinsam mit ehemaligen Mitarbeitern seine Firma in eine Aktiengesellschaft um und verlagert den Sitz nach Zwickau.
Mit frischem Geld und Horchs innovativem Geist geht es vorwärts. Bei seinen Mitarbeitern ist der zielstrebige, bescheidene und stets freundliche Horch beliebt. Durch Aufsehen erregende Siege und vordere Platzierungen bei harten Zuverlässigkeitsrennen wie den legendären Herkomerfahrten wird die Marke Horch immer bekannter, Verkaufserfolge stellen sich ein.
Fahrende Zigarre
1907 baut Horch einen ersten komfortablen Sechszylinder. 1908 erregt ein weißer Horch-Rennwagen in Form einer riesigen Zigarre und mit zwei kleinen Sitzlöchern für Fahrer und Beifahrer Aufsehen auch in der Fachwelt. Aber 1909 kommt es wegen Budgetstreitigkeiten zum Bruch zwischen August Horch und seinen Mitgesellschaftern, sein eigener Prokurist drängt ihn aus der Firma.
Horch, ein Audi!
Der mittlerweile 41-jährige August Horch gibt nicht auf: Am 16. Juli 1909 lässt er im Handelsregister der Stadt Zwickau eine neue, eigene Firma, die August Horch Automobilwerke GmbH eintragen. Leider macht ihm seine alte Firma diesen Firmennamen streitig. Ein neuer Name muss her. Der Sohn von Mitgesellschafter Franz Fikentscher kommt auf die ebenso einfache wie geniale Idee, die Verbindung zwischen dem Wort Horch und dessen lateinischem Imperativ - Audi - herzustellen. Die künftige Weltmarke ist geboren.
Siege und Rüstungsaufträge
Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs entwickelt sich die Fahrzeugproduktion bei Audi stetig. Die neuen Modelle Audi A, B, C und E verkaufen sich gut. "Ich war unter allen Umständen bestrebt, nur große und gute Wagen aus erstklassigem Material zu bauen", so August Horch in seinen Erinnerungen. Zum Erfolg der Audi-Modelle tragen drei Siege während der österreichischen Alpenfahrten bei - in den Jahren 1912, 1913 und 1914. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs profitiert August Horch von Rüstungsaufträgen. Audi liefert in großem Umfang Automobile ans kaiserliche Heer und beteiligt sich am Bau von Minenwerfern und Panzerwagen.
Krise...
Nach dem Krieg bleiben motorsportliche Erfolge aus, die Zeiten sind zu unruhig. Horch zieht sich aus seiner Firma zurück und ist seit 1920 nur noch Mitglied des Aufsichtsrats. 1922 erhält er von der Technischen Hochschule Braunschweig den Ehrendoktortitel und ist bis zum Jahr 1933 als Kraftfahrzeug-Sachverständiger tätig. Zudem versucht sich Horch glücklos als Hühnerfarmer und Weinhändler.
...und Neubeginn
Mit Beginn der 1930er Jahre ist der Sachverstand von August Horch auch in der Wirtschaft wieder gefragt. Nachdem sich die sächsischen Automobilhersteller Audi, DKW, Horch und Wanderer in der Folge der Weltwirtschaftskrise mit Hilfe von sächsischen Staatsbürgschaften zur Auto-Union - unter dem Markenzeichen der vier verbundenen Ringe - zusammenschlossen, wird der mittlerweile erfahrene Unternehmer bis 1945 wieder Mitglied des Aufsichtsrats. Die in der Auto-Union zusammengeschlossenen Firmen entwickeln zahlreiche Neuerungen: Mit dem ab 1934 gebauten Audi Front entsteht ein Fahrzeug, das, bei der Firma Horch gebaut, über einen Motor von Wanderer und über einen neuartigen Frontantrieb von DKW verfügt.
Nach Ingolstadt
August Horch wird 1939 Ehrenbürger der Stadt Zwickau. Während des Zweiten Weltkriegs agiert die Auto-Union als Rüstungslieferant und macht riesige Gewinne. Nach Kriegsende wird die Firma im Zuge von Währungsreform und deutscher Teilung liquidiert. Doch bei der Neugründung der Auto-Union GmbH mit Sitz in Ingolstadt am 3. September 1949 ist der unermüdliche August Horch, der nach Kriegsende seinen Lebensmittelpunkt nach Münchberg in Oberfranken verlegte, wieder dabei.
Flucht der Sechshundert
Für mehr als sechshundert ehemalige Mitarbeiter der Auto-Union organisiert Horch gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Edgar Friedrich unter Lebensgefahr die Flucht aus der sowjetischen Besatzungszone in den Westen - und legt damit den Grundstein für den Aufstieg Ingolstadts zum neuen Zentrum des Automobilbaus. Am 3. Februar 1951 stirbt August Horch, der niemals im Besitz einer Fahrerlaubnis war, in Münchberg.
Ekkehard Muntschick (08.09.2009)
Mit frischem Geld und Horchs innovativem Geist geht es vorwärts. Bei seinen Mitarbeitern ist der zielstrebige, bescheidene und stets freundliche Horch beliebt. Durch Aufsehen erregende Siege und vordere Platzierungen bei harten Zuverlässigkeitsrennen wie den legendären Herkomerfahrten wird die Marke Horch immer bekannter, Verkaufserfolge stellen sich ein.
Fahrende Zigarre
1907 baut Horch einen ersten komfortablen Sechszylinder. 1908 erregt ein weißer Horch-Rennwagen in Form einer riesigen Zigarre und mit zwei kleinen Sitzlöchern für Fahrer und Beifahrer Aufsehen auch in der Fachwelt. Aber 1909 kommt es wegen Budgetstreitigkeiten zum Bruch zwischen August Horch und seinen Mitgesellschaftern, sein eigener Prokurist drängt ihn aus der Firma.
Horch, ein Audi!
Der mittlerweile 41-jährige August Horch gibt nicht auf: Am 16. Juli 1909 lässt er im Handelsregister der Stadt Zwickau eine neue, eigene Firma, die August Horch Automobilwerke GmbH eintragen. Leider macht ihm seine alte Firma diesen Firmennamen streitig. Ein neuer Name muss her. Der Sohn von Mitgesellschafter Franz Fikentscher kommt auf die ebenso einfache wie geniale Idee, die Verbindung zwischen dem Wort Horch und dessen lateinischem Imperativ - Audi - herzustellen. Die künftige Weltmarke ist geboren.
Siege und Rüstungsaufträge
Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs entwickelt sich die Fahrzeugproduktion bei Audi stetig. Die neuen Modelle Audi A, B, C und E verkaufen sich gut. "Ich war unter allen Umständen bestrebt, nur große und gute Wagen aus erstklassigem Material zu bauen", so August Horch in seinen Erinnerungen. Zum Erfolg der Audi-Modelle tragen drei Siege während der österreichischen Alpenfahrten bei - in den Jahren 1912, 1913 und 1914. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs profitiert August Horch von Rüstungsaufträgen. Audi liefert in großem Umfang Automobile ans kaiserliche Heer und beteiligt sich am Bau von Minenwerfern und Panzerwagen.
Anfang der 1930er Jahre schlossen sich vier sächsische Autobauer, darunter Audi und Horch, zur Auto Union AG zusammen.
Nach dem Krieg bleiben motorsportliche Erfolge aus, die Zeiten sind zu unruhig. Horch zieht sich aus seiner Firma zurück und ist seit 1920 nur noch Mitglied des Aufsichtsrats. 1922 erhält er von der Technischen Hochschule Braunschweig den Ehrendoktortitel und ist bis zum Jahr 1933 als Kraftfahrzeug-Sachverständiger tätig. Zudem versucht sich Horch glücklos als Hühnerfarmer und Weinhändler.
...und Neubeginn
Mit Beginn der 1930er Jahre ist der Sachverstand von August Horch auch in der Wirtschaft wieder gefragt. Nachdem sich die sächsischen Automobilhersteller Audi, DKW, Horch und Wanderer in der Folge der Weltwirtschaftskrise mit Hilfe von sächsischen Staatsbürgschaften zur Auto-Union - unter dem Markenzeichen der vier verbundenen Ringe - zusammenschlossen, wird der mittlerweile erfahrene Unternehmer bis 1945 wieder Mitglied des Aufsichtsrats. Die in der Auto-Union zusammengeschlossenen Firmen entwickeln zahlreiche Neuerungen: Mit dem ab 1934 gebauten Audi Front entsteht ein Fahrzeug, das, bei der Firma Horch gebaut, über einen Motor von Wanderer und über einen neuartigen Frontantrieb von DKW verfügt.
Nach Ingolstadt
August Horch wird 1939 Ehrenbürger der Stadt Zwickau. Während des Zweiten Weltkriegs agiert die Auto-Union als Rüstungslieferant und macht riesige Gewinne. Nach Kriegsende wird die Firma im Zuge von Währungsreform und deutscher Teilung liquidiert. Doch bei der Neugründung der Auto-Union GmbH mit Sitz in Ingolstadt am 3. September 1949 ist der unermüdliche August Horch, der nach Kriegsende seinen Lebensmittelpunkt nach Münchberg in Oberfranken verlegte, wieder dabei.
Flucht der Sechshundert
Für mehr als sechshundert ehemalige Mitarbeiter der Auto-Union organisiert Horch gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Edgar Friedrich unter Lebensgefahr die Flucht aus der sowjetischen Besatzungszone in den Westen - und legt damit den Grundstein für den Aufstieg Ingolstadts zum neuen Zentrum des Automobilbaus. Am 3. Februar 1951 stirbt August Horch, der niemals im Besitz einer Fahrerlaubnis war, in Münchberg.
Ekkehard Muntschick (08.09.2009)
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Carl Benz
Unter der Nummer 37 435 geht im Jahr 1886 ein dreirädriges motorbetriebenes Fahrzeug (ein so genanntes Tricycle) in die Annalen des Reichspatentamtes ein. Das Gefährt hat eine Leistung von 0,8 PS und erreicht eine Maximalgeschwindigkeit von 18 Kilometer pro Stunde. Sein Erbauer ist der 42-jährige Ingenieur Carl Benz.
Fünfzehn Jahre lang hat Benz in Mannheim an einem selbstbeweglichen schienenlosen Fahrzeug gearbeitet, doch die Öffentlichkeit zeigt zunächst kein Interesse an dem "Wagen ohne Pferde". Immerhin, das Fahrzeug gewinnt nationale und internationale Anerkennung bei der Münchner Kraft- und Arbeitsmaschinenausstellung 1888 und bei der Pariser Weltausstellung 1889. Benz arbeitet unermüdlich an der Verbesserung seines Vehikels und entwickelt zahlreiche Autokomponenten weiter, darunter Viertaktmotor, Zündkerzen, Vergaser und Kühler.
Ab den frühen 1890er Jahren verkaufen sich Benz' Fahrzeuge endlich; im Jahr 1900 baut die Firma Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik Mannheim 603 verschiedene Wagen, vom Volksautomobil bis zum Rennwagen, und ist die größte Automobilfabrik der Welt. Nur drei Jahre später scheidet Carl Benz wegen Meinungsverschiedenheiten aus dem Unternehmen aus. 1906 gründet er die Firma C. Benz Söhne, wo er weitere Modelle entwickelt.
Die Verkaufszahlen bleiben allerdings bescheiden; in den 1920er Jahren stellt C. Benz Söhne die Autoproduktion ein und ist nur noch als Automobilzulieferer tätig. Benz' frühere Firma Benz & Cie. und die Daimler-Motoren-Gesellschaft gehen 1926 zur Daimler-Benz AG zusammen. Am 4. April 1929 stirbt Carl Benz im Alter von 84 Jahren.
Unter der Nummer 37 435 geht im Jahr 1886 ein dreirädriges motorbetriebenes Fahrzeug (ein so genanntes Tricycle) in die Annalen des Reichspatentamtes ein. Das Gefährt hat eine Leistung von 0,8 PS und erreicht eine Maximalgeschwindigkeit von 18 Kilometer pro Stunde. Sein Erbauer ist der 42-jährige Ingenieur Carl Benz.
Fünfzehn Jahre lang hat Benz in Mannheim an einem selbstbeweglichen schienenlosen Fahrzeug gearbeitet, doch die Öffentlichkeit zeigt zunächst kein Interesse an dem "Wagen ohne Pferde". Immerhin, das Fahrzeug gewinnt nationale und internationale Anerkennung bei der Münchner Kraft- und Arbeitsmaschinenausstellung 1888 und bei der Pariser Weltausstellung 1889. Benz arbeitet unermüdlich an der Verbesserung seines Vehikels und entwickelt zahlreiche Autokomponenten weiter, darunter Viertaktmotor, Zündkerzen, Vergaser und Kühler.
Ab den frühen 1890er Jahren verkaufen sich Benz' Fahrzeuge endlich; im Jahr 1900 baut die Firma Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik Mannheim 603 verschiedene Wagen, vom Volksautomobil bis zum Rennwagen, und ist die größte Automobilfabrik der Welt. Nur drei Jahre später scheidet Carl Benz wegen Meinungsverschiedenheiten aus dem Unternehmen aus. 1906 gründet er die Firma C. Benz Söhne, wo er weitere Modelle entwickelt.
Die Verkaufszahlen bleiben allerdings bescheiden; in den 1920er Jahren stellt C. Benz Söhne die Autoproduktion ein und ist nur noch als Automobilzulieferer tätig. Benz' frühere Firma Benz & Cie. und die Daimler-Motoren-Gesellschaft gehen 1926 zur Daimler-Benz AG zusammen. Am 4. April 1929 stirbt Carl Benz im Alter von 84 Jahren.



