Weniger ist mehr
Mehr als hundert Jahre alt ist das Auto - doch das Konzept des Gestells auf vier Rädern, das per Verbrennungsmotor angetrieben wird, ist über all die Zeit gleich geblieben. Ideen für alternative Antriebe sind gefragt.Noch arbeiten Ölraffinerien wie hier in Leuna auf Hochtouren - doch in vierzig Jahren ist damit Schluss.
Ende in vierzig Jahren
Der Grund ist einfach: Benzin wird aus Erdöl gewonnen, und die Erdölreserven - das ist kein Geheimnis - sind begrenzt. Schätzungsweise 1.200 Milliarden Barrel des "Schwarzen Goldes" schlummern noch unter der Erde. Täglich werden davon weltweit etwa 87 Millionen Barrel verbraucht. Das heißt, dass in spätestens vierzig Jahren alle derzeit bekannten Ölfelder leer gepumpt sein werden. Steigt der Verbrauch weiterhin jährlich um zwei Prozent, ist sogar noch eher Schluss. Erdöl wird zur knappen Ressource; und diese Verknappung bekommen Autofahrer zu spüren: Die Benzinpreise steigen und steigen und steigen.
Alternative Ideen
Werden sich in Zukunft nur noch Superreiche die Fahrt zur Tankstelle leisten können? Wird das Auto zum Luxusgut und Statussymbol der Bessergestellten? Wer sich jetzt schon tränenreich Abschied nehmen sieht von seinem geliebten Flitzer, sei beruhigt: Hybridantrieb, Biodiesel, Druckluftauto, Wasserstoffbrennstoffzelle, Solarmobil - Ideen für das Auto der Zukunft gibt es viele. Und die Autoindustrie wird nicht müde, "nachhaltige Mobilität" zu versprechen.
Umweltsünder: 36 Tonnen Kohlendioxid und hunderte Kilogramm an Schadstoffen stößt ein Pkw in seinem Leben aus.
Die Entwicklung alternativer Antriebe ist jedoch zum großen Teil nicht der Autoindustrie zu verdanken, sondern privaten und staatlichen Forschungseinrichtungen und -initiativen. Sie erschaffen neue Konzepte (siehe Infoboxen diese und nächste Seite) aus dem Bestreben heraus, umwelttauglichere Fahrzeuge herzustellen: Immerhin stößt ein normaler Pkw in seinem Leben etwa 36 Tonnen Kohlendioxid, 165 Kilogramm flüchtige organische Stoffe und 26 Kilogramm Stickoxide aus. Absehbare Klimakatastrophe, Feinstaubalarm in Großstädten und sich verteuernde Rohstoffe zwingen zum Umdenken.
Stars (nur) auf Automessen
Und tatsächlich scheint die Technik mit großen Schritten voranzuschreiten. Fahrzeuge mit Brennstoffzellen, Erdgasantrieb oder Hybridtechnik gehören heute zum festen Programm jeder Automesse und erhalten dort viel Aufmerksamkeit. Anders sieht es auf dem Markt aus: Kleinere, sparsamere und sauberere Pkw erfreuen sich bei Autokäufern nicht gerade großer Beliebtheit...
Seite
1
| 2
Dieser Artikel gehört zum Thema
| Automobil | ![]() |
Infobox
Alternative Kraftstoffe
Zu den alternativen Kraftstoffen, mit denen schon heute Verbrennungsmotoren laufen, zählen Erdgas und Agrodiesel. Erdgas ist deutlich billiger als Benzin und Diesel und verbrennt mit niedrigeren Emissionen von Schadstoffen wie Kohlenmonoxid, Stickoxiden und Rußpartikeln. Die Einsparung an Kohlendioxid beträgt zwischen fünf und fünfundzwanzig Prozent. Wie Erdöl ist auch Erdgas eine begrenzte Ressource und setzt Jahrmillionen lang gespeichertes CO2 frei.
Der Verwendung von Agrodiesel hingegen ist unabhängig von fossilen Ressourcen. Dieser Kraftstoff wird aus pflanzlichen Ölen, zum Beispiel Raps, gewonnen und wird darum auch Biodiesel genannt. Beim Verbrennen setzt er jedoch ähnlich viele Schadstoffe frei wie Mineralöldiesel. Der Anbau von Pflanzen, aus denen Diesel gewonnen wird, bringt außerdem Probleme mit sich: große Flächen werden benötigt, sie verdrängen mitunter Naturlandschaften oder Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln.
Zu den alternativen Kraftstoffen, mit denen schon heute Verbrennungsmotoren laufen, zählen Erdgas und Agrodiesel. Erdgas ist deutlich billiger als Benzin und Diesel und verbrennt mit niedrigeren Emissionen von Schadstoffen wie Kohlenmonoxid, Stickoxiden und Rußpartikeln. Die Einsparung an Kohlendioxid beträgt zwischen fünf und fünfundzwanzig Prozent. Wie Erdöl ist auch Erdgas eine begrenzte Ressource und setzt Jahrmillionen lang gespeichertes CO2 frei.
Der Verwendung von Agrodiesel hingegen ist unabhängig von fossilen Ressourcen. Dieser Kraftstoff wird aus pflanzlichen Ölen, zum Beispiel Raps, gewonnen und wird darum auch Biodiesel genannt. Beim Verbrennen setzt er jedoch ähnlich viele Schadstoffe frei wie Mineralöldiesel. Der Anbau von Pflanzen, aus denen Diesel gewonnen wird, bringt außerdem Probleme mit sich: große Flächen werden benötigt, sie verdrängen mitunter Naturlandschaften oder Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln.



