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LexiTV - Das MDR Wissensmagazin - Bildung für alle

 

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Vom Hai lernen
Ende der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts machte der Tübinger Paläontologe Wolf-Ernst Reif eine bemerkenswerte Entdeckung: Schnell schwimmende Haiarten haben auf den Hautschuppen mikroskopisch feine, in Strömungsrichtung verlaufende Längsrillen.

Entgegen der Theorie, dass Unebenheiten den Reibungswiderstand einer Oberfläche erhöhen, ergaben Laborversuche Widerstandsminderungen von bis zu zehn Prozent. So zeigte sich, dass die feinen Rillen die Entstehung störender - also bremsender - Querströmungen verhindern.

Neben Leistungsschwimmern profitieren in erster Linie Fluggesellschaften vom Patent aus der Natur: Als so genannte Ribletfolie auf den Flugzeugrumpf geklebt, verringert sich dessen Reibungs- widerstand um bis zu acht Prozent - was eine Kerosineinsparung von mindestens sechzig bis zweihundert Tonnen pro Flugzeug und Jahr bedeuten kann. Und das ist nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch von Bedeutung.

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Knochenbau
Natürliche Konstruktionen entstehen nach dem Minimum-Maximum-Prinzip. Es besagt, dass mit einem Minimum an Material und Energie ein Maximum an Leistung und Stabilität erreicht wird. Bestes Beispiel dafür ist die Knochenstruktur, in der mehrere Leichtbauprinzipien verwirklicht sind.

Die äußere Gestalt des Knochens entspricht der einer Säule im Doppel-T-Profil, der Querschnitt einem Röhrenprofil. Durch kleine Bälkchen in den oberen und unteren Verdickungen werden Druckkräfte gleichmäßig auf die Randschichten verteilt.

Die Wand des Knochens folgt dem Prinzip der Verbundstabilisierung: Zwei dünne aber sehr feste Deckschichten und eine poröse, schwammartige Zwischenschicht zeigen optimale Ausnutzung des Materials und erhöhen gleichzeitig die Stabilität des Knochens.