Im Olymp der Raumfahrt
Am 16. Oktober 2003 landete Shenzhou 5, das "göttliche Schiff", wieder auf der Erde: Die erste bemannte Mission der Chinesen war erfolgreich. Chinas Weltraum-Ambitionen reichen bis in die 1970er Jahre zurück.15. Oktober 2003: Shenzhou 5 hebt ab vom Weltraumbahnhof Jiuquan. An Bord ist Yang Liwei, der erste Taikonaut.
Projekt 714
Der Start Yangs war der Höhepunkt jahrelang andauernder Bemühungen Chinas, zur dritten Raumfahrtnation der Welt zu werden. Bereits zu Beginn der 1970er Jahre bestand unter größter Geheimhaltung das Vorhaben, es Russen und Amerikanern gleich zu tun. Das so genannte Projekt 714 wurde allerdings seiner Führungsköpfe beraubt: durch eine von Mao angeordnete Säuberungswelle im Militär- und Wissenschaftsapparat.
Dennoch scheiterte das Unterfangen Raumschiff-Entwicklung nicht vollständig: Das raumfahrtmedizinische Institut arbeitete weiter. 1992 gab die chinesische Regierung mit ihrem Nationalen bemannten Raumflugprogramm grünes Licht für einen Neuanfang. Derzeit hat Peking den Mond fest im Visier. Spätestens im Jahr 2015 soll dort eine unbemannte Fähre landen, bis 2024 will das Reich der Mitte sogar Taikonauten auf den Mond schicken.
Astronaut Harrison Hagan Schmitt 1972 auf dem Mond. Menschen auf den Mond zu schicken, ist auch Chinas Ziel.
Fraglich bleibt, wie sinnvoll es ist, bemannte Raumfahrt zu betreiben - in einem Staat, der bis Ende der 1990er Jahre als Entwicklungsland eingestuft wurde. Deshalb ist wohl auch nicht bekannt, wie viel Geld wirklich in das Weltraumprogramm fließt: Nach chinesischen Angaben sind es jährlich weniger als ein Zehntel des NASA-Budgets (das lag 2009 bei 18,7 Milliarden US-Dollar). Experten schätzen die Ausgaben bis zu zehn Mal höher.
Eine öffentliche Auseinandersetzung über Sinn und Unsinn wird in China nicht toleriert. Werfen Kritiker der Führung doch vor, mit einem nationalen Raumfahrtprogramm nur von den eigenen inneren Problemen ablenken zu wollen. Peking schüre so den Nationalstolz und versuche, ähnlich wie damals Moskau, mit Erfolgen und Verklärung der Taikonauten zu Nationalhelden das kommunistische System in der Bevölkerung zu festigen. Schließlich könne das Geld sinnvoller investiert werden: zur Unterstützung von Arbeitslosen, Bauern und Umweltschutz...
Susanne Haldrich (aktualisiert 30.03.2011)
Infobox
Raumfahrer-Rekorde
Erster Mensch im Weltraum: Juri Gagarin, UdSSR (12. April 1961), Gesamtdauer: 1 Stunde 48 Minuten.
Erste Frau im Weltraum: Walentina Tereschkowa, UdSSR (16. bis 19. Juni 1963), Gesamtdauer: 2 Tage 22 Stunden 50 Minuten.
Jüngster Mensch im Weltraum: German Titow, UdSSR, im Alter von 25 Jahren und 11 Monaten (6. bis 7. August 1961).
Ältester Mensch im Weltraum: John Glenn, USA, im Alter von 77 Jahren und 3 Monaten (29. Oktober bis 7. November 1998).
Erster Außenbordeinsatz: Alexei Leonow, UdSSR (März 1965). Zwölf Minuten dauerte der Weltraumspaziergang. Weil sich der Raumanzug im Vakuum ausdehnte, hätte Leonow bei der Rückkehr beinahe nicht durch die Luke des Raumschiffs gepasst. Der Kosmonaut behob das Problem, indem er Druck aus dem Anzug abließ.
Erster Mensch auf dem Mond: Neil Armstrong, USA (21. Juli 1969).
Längster Aufenthalt auf dem Mond: Eugene Cernan und Harrison Schmitt, USA, mit Apollo 17 (11. bis 14. Dezember 1972), Gesamtdauer: 3 Tage 2 Stunden 59 Minuten und 40 Sekunden. Apollo 17 war bisher die letzte bemannte Mondmission, Cernan der letzte Mensch auf dem Mond.
Längste Gesamtzeit im Weltraum: Sergei Krikaljow, UdSSR/Russland. Krikaljow gilt als der Raumfahrer mit der umfassendsten Erfahrung. Er flog erstmals 1988 mit der Sojus ins All und verbrachte zwei längere Aufenthalte auf der Mir.
Als erster Russe flog Krikaljow 1994 an Bord des US-amerikanischen Space Shuttles ins All, half später beim Zusammenbau der ISS und gehörte zu deren erster Stammbesatzung. Insgesamt 41 Stunden und 26 Minuten hat er mit Außenbordeinsätzen verbracht. Krikaljows Gesamtzeit im Weltraum beträgt 803 Tage 9 Stunden und 41 Minuten.
Erster Mensch im Weltraum: Juri Gagarin, UdSSR (12. April 1961), Gesamtdauer: 1 Stunde 48 Minuten.
Erste Frau im Weltraum: Walentina Tereschkowa, UdSSR (16. bis 19. Juni 1963), Gesamtdauer: 2 Tage 22 Stunden 50 Minuten.
Jüngster Mensch im Weltraum: German Titow, UdSSR, im Alter von 25 Jahren und 11 Monaten (6. bis 7. August 1961).
Ältester Mensch im Weltraum: John Glenn, USA, im Alter von 77 Jahren und 3 Monaten (29. Oktober bis 7. November 1998).
Erster Außenbordeinsatz: Alexei Leonow, UdSSR (März 1965). Zwölf Minuten dauerte der Weltraumspaziergang. Weil sich der Raumanzug im Vakuum ausdehnte, hätte Leonow bei der Rückkehr beinahe nicht durch die Luke des Raumschiffs gepasst. Der Kosmonaut behob das Problem, indem er Druck aus dem Anzug abließ.
Erster Mensch auf dem Mond: Neil Armstrong, USA (21. Juli 1969).
Längster Aufenthalt auf dem Mond: Eugene Cernan und Harrison Schmitt, USA, mit Apollo 17 (11. bis 14. Dezember 1972), Gesamtdauer: 3 Tage 2 Stunden 59 Minuten und 40 Sekunden. Apollo 17 war bisher die letzte bemannte Mondmission, Cernan der letzte Mensch auf dem Mond.
Längste Gesamtzeit im Weltraum: Sergei Krikaljow, UdSSR/Russland. Krikaljow gilt als der Raumfahrer mit der umfassendsten Erfahrung. Er flog erstmals 1988 mit der Sojus ins All und verbrachte zwei längere Aufenthalte auf der Mir.
Als erster Russe flog Krikaljow 1994 an Bord des US-amerikanischen Space Shuttles ins All, half später beim Zusammenbau der ISS und gehörte zu deren erster Stammbesatzung. Insgesamt 41 Stunden und 26 Minuten hat er mit Außenbordeinsätzen verbracht. Krikaljows Gesamtzeit im Weltraum beträgt 803 Tage 9 Stunden und 41 Minuten.




